Bad Kissingen
Engagement

Pfleger sind auch in der Nacht da

Während viele herkömmliche Pflegedienste ihre Patienten meist nur tagsüber betreuen, sind drei Kräfte der ambulanten Pflege auch nachts unterwegs.
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Zehn Jahre "Nacht-Tour - wir pflegen auch nachts" war der Anlass für eine kleine Feierstunde. Auf unserem Foto (von links) Anne Hilpert, Daniel Schäfner, Sperrle Georg, Bruno Straub-Meiszner, Dr. Ingo Baumgart und Barbara Gusinde.  Peter Rauch
Zehn Jahre "Nacht-Tour - wir pflegen auch nachts" war der Anlass für eine kleine Feierstunde. Auf unserem Foto (von links) Anne Hilpert, Daniel Schäfner, Sperrle Georg, Bruno Straub-Meiszner, Dr. Ingo Baumgart und Barbara Gusinde. Peter Rauch
Seit zehn Jahren bietet der Caritasverband Bad Kissingen eine sogenannte "Nacht-Tour" an. Die Initiative für dieses bislang wohl einmalige Projekt kam von der Theresienspitalstiftung. Es ist eigentlich so einfach wie genial und so hieß und heißt der Slogen einfach "Wir pflegen auch nachts". Während viele herkömmliche Pflegedienste ihre Patienten meist nur tagsüber betreuen, sind drei von insgesamt 160 Kräften der ambulanten Pflege auch nachts unterwegs. So besuchen sie zum einen nach einem festgelegten Dienst- und Routenplan Patienten, verabreichen Medikamente, wechseln, wenn es sein muss, durchnässte Verbände oder Windeln und sind zum anderen aber auch mal "außerhalb der Reihe" zu Einsätzen unterwegs, wenn sich zum Beispiel bei einem "Tagespatienten" der Gesundheitszustand überraschend verschlechtert.
Zwei weibliche und eine männliche Pflegekraft wechseln sich bei den Nachtschichten ab und oft werden sie auch zur Sterbebegleitung gerufen, wo sie dann von einer extra dafür geschulten Person begleitet werden. "Ich weiß, ich werde (als pflegende Angehörige) aufgefangen, mein bettlägeriger Mann wird mit Würde und Herzlichkeit gepflegt, auch wenn dies in der Nacht sein muss", so die Frau eines Pflegebedürftigen. Sie und weitere fünf mit dem Projekt betraute Personen gaben ein kurzes Resümee über die Arbeit der "Nacht-Tour" zu Beginn der kleinen Feierstunde zum 10. Geburtstag.
Teilnehmer waren neben Caritasgeschäftsführerin Anne Hilpert auch deren Stellvertreter Daniel Schäfner, Georg Sperrle Fachbereichsleiter Caritas Würzburg, Pflegedienstleiter Bruno Straub-Meiszner, Dr. Ingo Baumgart, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes und gleichzeitig Vertreter der Theresienspitalstiftung, sowie Barbara Gusinde als Angehörige eines "Nacht-Patienten".
Unter den Gästen Stadtpfarrer Gerd Greiner, Oberbürgermeister Kay Blankenburg, Landrat Thomas Bold, Pia Theresia Franke Direktorin des Diözesancaritasverbandes Würzburg und MdB Sabine Dittmar, der man nach den Grußworten der Ehrengäste mit auf den Weg nach Berlin gab sie solle das Modell der Nacht-Tour in den Gesundheitsausschuss des Bundestages und somit in andere Orte für Nachahmer mitnehmen. Seitens der Caritasführung klang an, dass man sich gewünscht hätte, bei dieser "Geburtstagfeier" etwas mehr Ärzte und Apotheker anzusprechen und sie über das Projekt, das sich nun schon seit zehn Jahren bewährt hat, zu informieren.
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