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Bad Kissingen
Stadtrat

Pflanzkübel in Bad Kissinger Schönbornstraße bleiben

Eine knappe Mehrheit von 12:11 Räten sprach sich am Mittwoch Abend dafür aus, dass in der Schönbornstraße alles bleibt, wie es ist. Selbst die Stellungnahme der Polizei gegen die Pflanzringe schlug das Gremium mehrheitlich in den Wind.
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Schön bepflanzt und dennoch ein Zankapfel: Die sieben Pflanzkübel in der Bad Kissinger Schönbornstraße haben nach dem Bauausschuss auch den Stadtrat beschäftigt. Das Ergebnis war knapp, aber am Ende wie im Bauausschuss: Die Kübel bleiben vorerst. Foto: Ralf Ruppert
Schön bepflanzt und dennoch ein Zankapfel: Die sieben Pflanzkübel in der Bad Kissinger Schönbornstraße haben nach dem Bauausschuss auch den Stadtrat beschäftigt. Das Ergebnis war knapp, aber am Ende wie im Bauausschuss: Die Kübel bleiben vorerst. Foto: Ralf Ruppert
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Mehr als 9000 Fahrzeuge fahren jeden Tag in beide Richtungen durch die Schönbornstraße. Manch eines davon ist schon einmal an einem der Betonringe hängen geblieben, die 2004 aufgestellt und bepflanzt wurden. Viele Autofahrer hätten die sieben noch verbliebenen Kübel deshalb wohl lieber los, für andere sind sie ein dekoratives Element an der wichtigsten Zufahrt zur Innenstadt.
Ähnlich gespalten ist auch der Stadtrat: Quer durch alle Fraktionen ging am Mittwoch Abend die Diskussion um die Betonringe, nach einer guten halben Stunde Diskussion wurde schließlich entschieden, dass die Ringe (vorerst) bleiben - mit nur einer Stimme Mehrheit.

Wurzelwerk füllt Ringe aus

Grünen-Stadtrat Richard Fix hatte nach der März-Sitzung des Bauausschusses einen Antrag auf Nachprüfung gestellt. Die Ringe seien 2004 für die Entente-Florale-Bewerbung aufgestellt worden und sollten nur wenige Jahre bleiben, erinnerte er an die Entstehung. "Für mich ist es unverständlich, dass sie überhaupt noch stehen." Auch die Gärtner hätten ihm bestätigt, dass das Bepflanzen der Ringe immer schwieriger wird. "Das ist alles nur noch Wurzelwerk", sagte Fix, und: "Ein Baum gehört in die Erde und nicht in einen Kübel."

Thomas Hornung, Chef der Tiefbauabteilung, erinnerte daran, dass zwölf der ursprünglich 19 Pflanzringe bereits 2010 zurückgebaut wurden. Die sieben Kübel zwischen den Anwesen 9 und 19 blieben damals unverändert. Laut Hornung beläuft sich der jährliche Unterhalt auf 1000 Euro pro Ring. Zum Vergleich: "Die Rückbaukosten der sieben Standorte belaufen sich einmalig auf rund 5000 Euro." Zudem würden vier neue Kfz-Stellplätze entstehen.

Hornung schlug unter anderem als Kompromiss vor, dass die runden Kübel mit einem Durchmesser von 2,20 Metern durch rechteckige ersetzt werden: 2,70 Meter lang, aber nur 1,70 Meter breit würden sie nicht so weit in die Fahrbahn ragen. Genau das ist der Haupt-Kritikpunkt der Polizei: "Die Polizei sieht die Situation mit den Pflanzkübeln sehr kritisch", berichtete Joachim Kohn von der Stadtverwaltung. In einer Stellungnahme wurde unter anderem auf einen Unfall im Herbst mit einem Fahrradfahrer hingewiesen, zudem wurde eine Markierung gefordert, die weitere 25 Zentimeter in die Straße hineinragen würde. Auf Nachfrage von FDP-Stadtrat Jens Bergermann stellte Baudirektor Hermann Schober klar, dass Bäume direkt in der Straße wegen unterirdischer Leitungen nicht in Frage kommen.

"Wir haben hier eine Tempo-30-Zone, und da ist mit entsprechender Vorsicht zu fahren", widersprach 3. Bürgermeister Anton Schick (DBK) den Sicherheitsbedenken. Auch er vertrat die Meinung, dass die jetzigen Bäume bald ausgewechselt werden müssten, aber: "Für rechteckige Kübel haben wir derzeit kein Geld." Deshalb sollten die Bäume vorerst so bleiben - und weiterhin im Winter "herausragend schön" beleuchtet werden.

"Die Kübel sind zu breit"

Bernd Czelustek (SPD) sagte, dass er im Bauausschuss zwar noch für die Kübel gestimmt habe, aber mittlerweile anderer Meinung sei - "mit Blick auf das laute Wehklagen über unsere finanzielle Situation". Weiteres Argument: "Die Kübel sind zu breit." Klaus Werner (Grüne/BfU) verwies darauf, dass die verbliebenen Kübel genau dort stehen, wo bereits viel Grün neben den Straßen vorhanden sei und repräsentative Gebäude stehen. "Wir müssten eigentlich eher den oberen Teil der Schönbornstraße aufhübschen", sprach Klaus Werner sich für eine Aufgabe der aktuellen Standorte aus.

Doch am Ende stachen andere Argumente: "Wir sind der Meinung, dass wir in der Schönbornstraße dieses dekorative Element brauchen", sagte etwa CSU-Fraktionssprecherin Klaudia Schick. "Es tut unserer Stadt an jeder Stelle gut, Bäume zu haben", ergänzte Otto Funck von den Freien Wählern. Zudem hat er selbst nachgemessen: In der Schönbornstraße bleiben 5,40 Meter, während in der Theresienstraße nur 4,80 Meter neben den parkenden Autos bleiben.

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