Bad Bocklet
Finanzplanung

Parkplatz in Bad Bocklet soll Verkauf ankurbeln

Der Bad Bockleter Gemeinderat hat den Haushaltsplan für 2013 beschlossen. Nachdem im Vorjahr Schulden abgebaut wurden, wird die Gemeinde jetzt wieder Geld leihen müssen.
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Die teuerste Investition: Ein öffentlicher Parkplatz mit Fußweg zum Gesundheitszentrum. Foto: Benedikt Borst
Die teuerste Investition: Ein öffentlicher Parkplatz mit Fußweg zum Gesundheitszentrum. Foto: Benedikt Borst
Der Schuldenpfeil weist in die richtige Richtung: nach unten. Bad Bocklet befindet sich auf einem guten Weg. Die positive Entwicklung freut Bürgermeister Wolfgang Back (CSU): "Wir hatten gute Steuereinnahmen. Das vergangene Jahr ist super gelaufen."

Kämmerer Patrick Könen verzeichnete 2012 ein Plus von 731 500 Euro. "Die Einnahmen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 337 529 Euro erhöht", berichtet er.
Statt neue Kredite aufzunehmen, konnte die Gemeinde sogar über 400 000 Euro Schulden tilgen. Grund für den Überschuss sind in erster Linie sprudelnde Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommensteuer. "Das war deutlich besser, als vorher angesetzt."

Trotz Schuldenabbau und Mehreinnahmen bewertet Patrick Könen die finanzielle Situation nüchterner: "Die Finanzlage hat sich zwar etwas verbessert, ist jedoch angesichts der noch immer über dem Landesdurchschnitt liegenden, hohen Verschuldung nach wie vor angespannt." Bürgermeister Wolfgang Back verspricht deshalb weiterhin "sorgsam mit den Finanzen umzugehen". Sollte die wirtschaftliche Lage in der Marktgemeinde in den nächsten Jahren stabil bleiben, ist nach Prognose des Kämmerers eine beständige Schuldenreduzierung möglich: Von 4,3 Millionen Euro (Stand Januar 2012) auf 2,3 Millionen Euro bis Ende 2016.

Große Sprünge sind in naher Zukunft nicht zu erwarten. Patrick Könen empfiehlt dem Gemeinderat, dass in den nächsten Jahren nur Arbeiten in Angriff genommen werden sollen, wenn es sich um unaufschiebbare Maßnahmen und Pflichtaufgaben handeln.

Bürgermeister Wolfgang Back stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung den neuen Investitionsplan vor. "Ich glaube es gibt sehr viel, was wir abzuarbeiten haben." Die Marktgemeinde nimmt Geld in die Hand: Für den Digitalfunk der Feuerwehren beispielsweise und die EDV-Ausstattung in den Schulen. Sanierungsmaßnahmen in der Steinacher Henneberghalle stehen ebenso auf dem Plan wie Straßenerneuerungen und Investitionen zur Ortskernrevitalisierung.

Der mit 198 000 Euro größte Kostenbrocken fällt in Bad Bocklet an. Auf der freien Fläche hinter dem Gesundheitszentrum soll eine öffentliche Parkfläche mit 36 Auto-Stellplätzen und Fußweg entstehen. Die Gemeinde erhofft sich dadurch eine bessere Vermarktung der angrenzenden, freien Flächen. Und: "Der Parkplatz soll die Verkehrssituation in dem Bereich und das Rathaus etwas entschärfen", sagt Patrick Könen. Das Projekt wird demnächst ausgeschrieben.

Der Kämmerer hat für alle Investitionen eine Summe von 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Um das zu stemmen, wird die Gemeinde im laufenden Jahr wahrscheinlich einen Kredit in Höhe von 192 000 Euro neu aufnehmen müssen. Für die weitere Planung bis 2016 ist "keine Kreditaufnahme zum Haushaltsausgleich vorgesehen", ewartet Könen. Im Hinblick auf die defizitär arbeitenden Einrichtungen (Abwasserbeseitigung, Wasserversorgung und Bestattungswesen) wird der Gemeinderat, laut Kämmerer, über Gebührenanpassungen nachdenken müssen. Der Gemeinderat nahm den Haushaltsplan für 2013 mit einer Gegenstimme an. Antje Kopp (SPD) lehnte den Beschluss ab, weil sie nicht an den Beratungen teilnehmen konnte. Der Gemeinderat traf sich zuvor zu einer Klausur, in der die Investitionen abgestimmt wurden.

Jahreshaushalt Bad Bocklet: Wie hoch sind die Schulden, wo wird investiert?

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