Münnerstadt
Jubiläum

P. Christoph Weberbauer: Münnerstadt war eine prägende Zeit

Vor 50 Jahren wurde der Augustiner P. Christoph Weberbauer zum Priester geweiht. Am Sonntag feiert er sein Jubiläum in der Wallfahrtskirche von Fährbrück.
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Das Miteinander mit  Gläubigen war P. Christoph Weberbauer (Mitte) immer wichtig, egal ob im Gebet oder wie hier 1985  beim gemeinsamen Anpacken im Jugendhaus in Münnerstadt. Die Einrichtung hatte er mit aufgebaut und lange Jahre geleitet.Archiv/ Heike Beudert
Das Miteinander mit Gläubigen war P. Christoph Weberbauer (Mitte) immer wichtig, egal ob im Gebet oder wie hier 1985 beim gemeinsamen Anpacken im Jugendhaus in Münnerstadt. Die Einrichtung hatte er mit aufgebaut und lange Jahre geleitet.Archiv/ Heike Beudert
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Dass P. Christoph Weberbauer heute der Mensch und Priester ist, zu dem er in den vergangenen 50 Jahren geworden ist, hat viel mit Münnerstadt zu tun. "Münnerstadt war für mich prägend", betont der Augustiner. Hier hat er das Gymnasium und das Internat der Klosterschule besucht, hier war er als Präfekt im Studienseminar, als Religionslehrer, als geistlicher Assistent der Jugendgruppe "Gemeinschaft christlichen Lebens" und als Mitbegründer und jahrelanger Leiter des Jugendhauses am Dicken Turm tätig. Im Landkreis kennen ihn auch viele noch aus seiner Zeit als Regionaljugendseelsorger. Gerade die Jahre im Jugendhaus und als Regionaljugendseelsorger bezeichnet er als "ganz kostbar".

Das hänge viel mit den Menschen zusammen. Es seien die unterschiedlichsten Kontakte entstanden. Es sind starke Verbindungen gewachsen, manche sind bis heute sehr eng geblieben, auch wenn es mittlerweile schon bald 30 Jahre her sind, dass P. Christoph Münnerstadt verlassen hat.

Die Jugendseelsorge habe ihm geholfen sein Selbstverständnis zu finden, wie er sich als Priester sieht. Der Pfarrer steht für ihn nicht auf den Sockel, wie er es noch als Schüler oder Theologiestudent erlebt hat. Ihm ist das Miteinander mit der Gemeinde wichtig, er möchte mit allen Gläubigen auf Augenhöhe sein. Der Priester müsse menschlich sein und nicht "Hochwürden", meint P. Christoph.

Auch während seiner Jahre im Exerzitienhaus des Klosters Messelhausen sei ihm dieses Miteinander immer wichtig gewesen. Er habe dort viele Kurse gehalten, meist mit anderen zusammen. Das sei sehr nachhaltig. Für die Kirche wünscht er sich deshalb in Zukunft diese Offenheit für das Miteinander, vor allem auch für und mit Frauen. Dieses Miteinander sei sein Reichtum. Auch in seiner jetzigen Wirkungsstelle als Wallfahrtsseelsorger von Fährbrück schätzt er sehr, dass er eine Gruppe um sich hat, die sich bei der Gestaltung und Vorbereitung der Gottesdienste einbringt. "Es ist nicht der Pfarrer, der den Gottesdienst hält; wir feiern ihn gemeinsam".

Schmerzliche Einschnitte waren für den Augustiner die Schließung des Münnerstädter Jugendhauses sowie die Schließung des Exerzitienhauses in Messelshausen; an beiden Einrichtungen hing sein Herz, beide wurden geschlossen, weil der Augustinerorden immer weniger Mitglieder hat und sich deshalb von Einrichtungen und Klöstern trennte. "Nach Messelshausen bin ich zwei Jahre ins Ausland geflüchtet", erzählt P. Christoph. Er habe Abstand gebraucht, sei enttäuscht und traurig gewesen. Im Rita-Wallfahrtsort in Cascia (Italien) und im Kloster San Gimignano hat er Abstand gefunden und sich mit der Situation versöhnt, auch wenn ihm beispielsweise die Schließung des Jugendhauses auch heute noch etwas weh tut. Es ist nicht nur wegen des Hauses, sondern wegen der Jugendlichen, erklärt er. Der Kontakt zu ihnen werde weniger, wenn innerhalb der Kirche eine solche Einrichtung mit festem Ansprechpartner wegfällt.

2015 wurde P. Christoph Weberbauer Prior des Augustinerklosters in Fährbrück, 2016 zudem Wallfahrtsseelsorger an der dortigen Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt und Sankt Gregor. 2018 wurde er zum Rector ecclesiae der Wallfahrtskirche ernannt. Mit 77 Jahren übt er den Priesterberuf immer noch in Vollzeit aus. Nicht nur für ihn stellt sich die Frage, wie es weiter gehen soll in Fährbrück. "In der Wallfahrtskirche gibt es viel zu tun", betont Weberbauer. Und da spürt er dann schon die Lebensjahre und wünscht sich deshalb Unterstützung in dieser Aufgabe. Seine anderen Mitbrüder im dortigen Kloster sind aber bereits alle über 80 Jahre alt und noch in der Seelsorge in den umliegenden Gemeinden tätig. Die Ordensleitung befasse sich bereits mit diesem Thema.

Doch am Sonntag, 26. Mai, steht ganz Fährbrück erst einmal im Zeichen Jubiläums, denn es sind 50 Jahre her, dass P. Christoph Weberbauer am 24. Mai 1969 in der Würzburger Augustinerkirche vom damaligen Bischof Josef Stangl zum Priester geweiht wurde. Um 10 Uhr findet in der Wallfahrtskirche ein festlicher Gottesdienst statt. Um 19 Uhr gibt es noch eine Maiandacht im Gotteshaus.

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