Bad Kissingen
Wirtschaftsausschuss

Ortsumgehung: Es tut sich was

Die Kreisstraße KG 43 bei Eltingshausen wird derzeit von vielen als Ausweichstrecke und Autobahnzubringer genutzt. Die Straße ist dadurch mindestens so strapaziert wie die Bürger. Aber eine Lösung scheint jetzt in Sicht zu sein.
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Bad Kissingen/Eltingshausen/ Oerlenbach — Dass es "eine pfiffige Lösung" sein könnte, musste sogar Kreisrat Christian Zoll (SPD), Landrat Thomas Bold (CSU) und seiner Verwaltung konzedieren. Denn die haben im Wirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistages eine Straßenplanung vorgestellt, die Sinn macht: Eine Ortsumgehung für Eltingshausen und damit auch für Oerlenbach. In der Sitzung am Mittwochnachmittag hat das Gremium die Ingenieurleistungen für den - in diesem Zusammenhang notwendigen - Ausbau der Kreisstraße KG 43 von Eltingshausen zur Staatsstraße St 2445 vergeben. Das Büro Hahn & Kollegen (Bad Kissingen) bekommt für die Ingenieursplanung 92 860 Euro Honorar.

Damit ist die Ortsumgehung natürlich noch lange nicht gebaut. Aber ein bisschen Hoffnung für die Eltingshäuser dürfte es bedeuten, dass ihr Dorf absehbar vom Durchgangsverkehr entlastet werden wird.

Wie ist es zu diesem Entschluss gekommen? Im Zuge einer Sachstandsanfrage beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt zum Neubau der B 286 neu von Bad Kissingen zur A71-Auffahrt Oerlenbach war auch der extrem schlechte Zustand der Kreisstraße KG 43 zwischen Eltingshausen und der ehemaligen B 19 im Zuge des Ausbaues der B 286 alt bemängelt worden. Der resultiert aus Belastungen des Schwerverkehrs.

Viel Schwerlastverkehr

Denn der nutzt diese Strecke, weil die Ortsdurchfahrt Oerlenbach wegen Ausbaus gesperrt ist, aber auch wegen der fehlenden Durchfahrtshöhe der dortigen Bahnbrücke. Wäre die B 286 neu pünktlich zur Fertigstellung der A 71 fertig gewesen, wären dem Landkreis diese Schäden erspart geblieben. So aber fungiert die KG 43 momentan als maßgebliche Autobahnzubringer. Aber auch Lkw, die von der A71 zur Deponie Wirmsthal wollen, rumpeln das Sträßchen entlang.

Die im Mittel 5,55 Meter breite Kreisstraße war bei der Verkehrszählung 2010 mit 3304 Kfz und 214 Schwerlastfahrzeugen täglich belastet. Das hat sich durch die Baustelle in Oerlenbach mehr als verdoppelt, und dafür war die KG 43 von ihrer Bauklasse her nicht bemessen. Die Auswirkungen: der Randbereich ist verdrückt, die Straße weist Ausbrüche, Risse und Spurrinnen auf. Und der Landkreis hat keine Haushaltsmittel für einen grundlegenden Ausbau dafür in seinem Haushalt. Denn mit dem Bau der B 286 neu ist für die Kreisstraße an sich der Rückbau vorgesehen.

Das Staatliche Bauamt aber fürchtet, dass noch mindestens fünf bis sechs Jahre auf dieser Straße zu überbrücken sind, bevor überhaupt an eine Nutzung der B 286 neu zu denken ist. Und das lässt sich aus Bauunterhaltsmitteln nicht bewerkstelligen.

Für eine tragfähige Lösung müssten dem Landkreis im Entschädigungsverfahren die Mittel für eine "grundhafte Instandsetzung" (mindestens Oberbauverstärkung) von 1455 Meter Kreisstraße, etwa 510 000 Euro, zur Verfügung gestellt werden. Diesen Antrag haben das Innenministerium, Staatssekretär Gerhard Eck, MdB Dorothee Bär (CSU) und MdL Sabine Dittmar (SPD) unterstützt. So kam es, dass auf Arbeitsebene zwischen Bauamt und Kreisstraßen-Bauverwaltung des Landkreises beschlossen wurde, so schnell wie möglich einen Zuschussantrag mit erhöhter Förderquote von 50 Prozent zu stellen und ins Verfahren eine zusätzliche Beteiligung des Bundes einfließen zu lassen. Jürgen Doblers weitere Überlegungen führten zur Erkenntnis: Wenn man den Ausbau um 750 Meter erweitert, könnte man die vollständige Ortsumgehung Eltingshausen herstellen. Zudem müsste sich der Bund beteiligen an einer 3,50 Meter breiten Decktragschicht mit 1,50 Meter breiten Banketten auf der alten KG 43, ebenso wie an deren teilweisem Umbau zum Wirtschaftsweg.

Um aber die Fördermaßnahme vorlegen zu können, braucht es zunächst die Ingenieursplanung, und die hat der Ausschuss jetzt vergeben. Die Vermessungsunterlagen stellt das Staatliche Bauamt Schweinfurt zur Verfügung. Und die entsprechenden Haushaltsmittel wurden für 2012 eingestellt. Und einig ist sich das Gremium auch, dass diese Lösung nicht bedeuten soll, dass man vom Wunsch nach einer B286 neu abrückt.
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