Bad Kissingen
Bayerisches Rotes Kreuz

Organisation ist alles am Behandlungsplatz des Rakoczy-Fests

Beim Stadtfest kann viel passieren. Gut, dass der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes Bad Kissingen und weitere Organisationen vorgesorgt haben.
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Gruppenführer Julian Stürmer, Einsatzleiter Stefan Koch und Rettungssanitäterin Regina Gerhard bereiten sich am Behandlungsplatz für die Nacht vor. Johannes Schlereth
Gruppenführer Julian Stürmer, Einsatzleiter Stefan Koch und Rettungssanitäterin Regina Gerhard bereiten sich am Behandlungsplatz für die Nacht vor. Johannes Schlereth
Eine letzte Besprechung, dann kann es losgehen für die rund 30 Männer und Frauen des Bayerischen Roten Kreuzes Kreisverbands Bad Kissingen an der Stadtpfarrkirche. "Wir reden mit allen beteiligten Organisationen und Behörden, also der Feuerwehr, der Polizei, Organisatoren und Security", teilt Einsatzleiter Stefan Koch mit. "Wir informieren uns gegenseitig über den Verlauf des gestrigen Abends, manchmal offenbaren sich dadurch kleine Mängel in der Organisation."


Altbewährtes Konzept

Diese gelte es im nächsten Jahr auszumerzen. "Das Konzept gibt es zwar schon ein paar Jahre - aber es muss eben ständig aktualisiert werden - heuer sind es circa 80 Seiten. 2018 haben wir erstmals alle Führungskräfte über Funk miteinander vernetzt, das spart Personal und vor allem Zeit", gibt der 26-Jährige Einblick. Erneuert wird auch das Equipment der Helfer: "Unsere Defibrillatoren wurden beispielsweise geupdatet, so dass wir jetzt mit den Geräten auch EKGs schreiben können", nennt Gruppenführer Julian Stürmer eine Neuerung. "Den Defi brauchen wir eher selten. Klassiker sind Blasen an den Füßen, Kreislaufprobleme oder Schlägereien." Zu Fuß patrouillieren dieses Jahr keine Sanitäter, denn im Konzept wurde festgelegt, dass die Rettungswägen ortsgebunden an Hotspots eingesetzt werden. "Wenn es zu einem Einsatz kommt, läuft vom Wagen aus ein Trupp zum Einsatzort und gibt eine Lagemeldung per Funk ab. Danach wird entschieden, ob der Patient zum Behandlungsplatz gebracht wird oder vor Ort versorgt wird", informiert Koch.


Schnelles Eingreifen

"Im Ernstfall braucht kein Rettungswagen länger als fünf Minuten um Patienten zum Behandlungsplatz zu bringen." Allerdings sei es wichtig, beim Einsatz trotz des Zeitdrucks Ruhe zu bewahren. "Ein gestresster Sanitäter kann kein guter Sanitäter sein", meint der 26-Jährige. "Man muss routiniert und mit dem Kopf arbeiten - sonst gibt es Chaos." Um das zu vermeiden ist etwa die Patientendokumentation ein wichtiger Baustein im Einsatzkonzept. "Das gibt dem Arzt einen Überblick, was schon alles gemacht wurde. Er muss dann nicht noch ein mal mit Blutdruck messen oder ähnlichen Dingen anfangen, sondern kann den Patienten gleich adäquat behandeln."


Warten auf den Einsatz

"Wir sitzen auf Abruf, im Regelfall informieren Passanten Sicherheitskräfte, die uns dann anfunken." Ein Problem hierbei sei vor allem das fehlende medizinische Wissen der Passanten, was zu skurrilen Meldungen führen könne. "Aus Sicht der Sanitäter vor Ort erweisen sich die Verletzungen häufig weniger drastisch als angenommen", teilt der Leiter der Sondereinsatzgruppe mit. Bis es jedoch zu einem Einsatz kommt, heißt es für die Helfer und Helferinnen "warten". Um 20.23 Uhr knackt es schließlich im Funkgerät des Einsatzleiters - der erste Verletzte des Abends: "Verdrehtes Knie. Jetzt heißt es aufrüsten und los geht's."


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