Bad Kissingen
Kultur

Opulentes Herbstkonzert in Garitz

Das Publikum spendete lang anhaltenden Applaus bei einem traditionellen Konzert, das einmal mehr zeigte, was Musiker und Sänger aus Garitz alles können.
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Der Chor Intakt und sein musikalischer Leiter Stefan Ammersbach (im weißen Hemd) bei seinem Auftritt in der Garitzer Turnhalle. Hermann Schober
Der Chor Intakt und sein musikalischer Leiter Stefan Ammersbach (im weißen Hemd) bei seinem Auftritt in der Garitzer Turnhalle. Hermann Schober

Mittlerweile ist es schon gute Tradition, dass das musikalische Leben in Garitz einmal im Jahr seinen Niederschlag in einem opulenten Herbstkonzert zahlreicher Musiker und Sänger findet. Und so gaben sich die Jugendkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Garitz und die dem Gesangsverein Garitz zugehörige Chorformation "Intakt" in der liebevoll dekorierten Henneberg-Schule die Ehre.

Den Abend begannen aber die "Little Muppets", das Nachwuchsorchester der Feuerwehr, unter der einfühlsamen Leitung ihres Dirigenten Timo-Jan Deen. Die etwa zehn Kinder im Vor- und Grundschulalter zeigten bereits in ihren jungen Jahren, wie sauberer Orchesterklang funktionieren kann: mal getragen, aber flüssig intoniert, mal rockig , aber immer Herr der Lage über die verschiedenen Tempi und Stile hinweg.

Dann richtete sich der erwartungsvolle Blick der zahlreichen Zuhörer auf den Chor Intakt und seinen musikalischen Leiter Stefan Ammersbach. Bunt gewandet zogen die 36 Sängerinnen und Sänger vom ersten Lied an das Publikum in ihren Bann. Zuerst noch im Tempo verhalten, aber dann umso stimmgewaltiger rollte Adeles Blues-Kracher "Rolling in the Deep" durch das weite Rund. Extrem sauber und harmonisch folgte dann das Popjuwel "Fix You" der bekannten Band Coldplay, ehe mit dem ironischen Tempogesang in "Powerfrau" - original von den Wise Guys - diese erste Gesangsrunde ihr Ende nahm. Ammersbach beeindruckte dabei eins ums andere Mal mit seiner Souveränität. Bevor es allerdings in die Pause ging, zeigte erst noch das Hauptorchester der Jugendkapelle, was in ihm steckt - und das war Einiges.

Dass sich in diesem Blasorchester ausgezeichnete Musiker befinden, konnte man nicht nur beim Trompetensolo in der "Feuerwehrhymne" hören, sondern es wurde auch deutlich, als sich der orchestrale Klang bei Antonin Dvoraks Largo aus der Symphonie "Aus der Neuen Welt" eindrucksvoll entwickelte. "Ja, die können auch symphonisch", mag sich so manch einer gewundert haben, der bislang bei einer Feuerwehrkapelle nur an einen typischen Brass Band-Klang gedacht hatte.

Einen eher typischen Marschrhythmus gab es bei der nachfolgenden Konzertouvertüre "Where Eagles Soar". Hier wurde die Schönheit der Landschaft Maines gefeiert , im anschließenden, bekannten "Memory" aus dem Welthit "Cats" die Kraft der tröstenden Erinnerung, was das begeisterte Publikum mit langanhaltendem Applaus quittierte.

Wie auch schon den ersten Part des Chores Intakt leitete die informative Moderation von Sabine Strobel-Zisler nach der Pause auch die zweite Runde des Vokalensembles ein. Mit einer der Version von Oliver Gies' Stück "Ich seh dich" wurde die hohe Kunst des A-cappella-Gesangs vorgeführt.

Dass sich der Chor seine beiden Sahnestückchen bis zum Ende aufheben würde, konnte man vermuten - und wurde nicht enttäuscht. Eingetaucht in das mystische Dunkel der nur von ein paar Kerzenflammen erhellten Bühne wurde Adel Tawils "Ist da jemand" wie der Hilferuf einer gequälten Seele intoniert.

Eine ganz andere Klangfarbe kam in dem mitreißenden Stück "This is Me" zum Tragen. Komponiert als hymnischer Wechselgesang zwischen einer Solo-Sopranistin (hier die bezaubernde Caro Barth) mit dem Chor, entfaltete sich ein fulminantes Miteinander.

Das Blasorchester schloss nahtlos an. War "Apertum" noch, von einem dominanten Schlagzeug getrieben, kurz und knackig, so erlebte man bei "Twins" die musikalische Evolution vom Ruhigen zum Rockigen. Überhaupt besticht Timo-Jan Deens Brass-Band durch ihren voluminösen Großklang, der auch bei Legato-Passagen nichts an Stabilität einbüßt.

Überaus plastisch wurden im Medley zu "The Lion King" die unterschiedlichen und ineinander verlaufenden Melodien herausgearbeitet, wobei die Musiker die vertrackten Rhythmuswechsel bravourös meisterten . Von daher war es nur folgerichtig, dass mit "One World, One Voice, One Song" ein Lied am Ende dieses beeindruckenden Konzerts stand. Das Publikum spendete lang anhaltendem Applaus.

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