Bad Kissingen
Opernring

Opernring Bad Kissingen: Programm für die 37. Spielzeit steht

Außergewöhnliche Abende versprechen die Opern "La Rondine" von G. Puccini und "Roberto Devereux" von G. Donizetti.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Oper "Hänsel und Gretel" in  Wiesbaden steht am  15. Dezember im Programm.  Sven-Helge Czichy
Die Oper "Hänsel und Gretel" in Wiesbaden steht am 15. Dezember im Programm. Sven-Helge Czichy

Der Opernring Bad Kissingen besteht seit 1983. Er ist Teil der Volkshochschule Bad Kissingen. Pro Spielzeit besuchen die Abonnenten acht Vorstellungen in verschiedenen Opernhäusern und Theatern. Die Vorstellungen finden jeweils am Wochenende statt. Die Aufführungsorte sind so gewählt, dass nach den Vorstellungen immer noch nach Bad Kissingen zurück gefahren werden kann. Übernachtungen sind somit ausgeschlossen. Die Fahrten zu den jeweiligen Vorstellungen finden mit einem Reisebus statt. Der Zustieg ist in Bad Kissingen am Berliner Platz. Die Abfahrtszeiten sind dem Spielzeitprogramm zu entnehmen.

Am 6. Oktober fährt der Opernring nach Kassel zu "Der Wildschütz". Wenn am Ende der Ouvertüre lautstark ein Schuss ertönt, ist dies der Beginn eines Verwechslungs- und Verkleidungsreigens, wie er turbulenter kaum sein könnte: Abgegeben hat diesen Schuss Dorfschulmeister Baculus, der anlässlich seiner Verlobung mit dem süßen Gretchen in den Wäldern des Grafen Eberbach einen vermeintlichen Rehbock erlegt hat. Nun droht ihm diese illegale Wilderei zum Verhängnis zu werden. Denn sollte er seine Stellung verlieren, wäre es Essig mit der Hochzeit. Da kommt das in der Komödie gern bemühte "Incognito" zu Hilfe: Eine Baronin erscheint als angebliches Gretchen beim Grafen, um diesen zu besänftigen, ein Baron gibt sich als Stallbursche aus und wirbt um jenes "falsche" Gretchen, und der liebeshungrige Graf macht sich gleich an beide Gretchen heran. Eine feurige Liebeserklärung jagt die nächste, bis die Masken schließlich fallen, Baculus seine Braut für 5000 Taler verscherbelt und sich der Rehbock als Esel entpuppt.

Am 3. November steht "Don Pasquale" in Erfurt im Programm. Der reiche Hausherr Don Pasquale wartet nach langem Alleinsein auf eine Braut, die ihm sein Hausarzt Doktor Malatesta versprochen hat. Er weiß nicht, dass seine Zukünftige in Wirklichkeit die Geliebte seines Neffen Ernesto ist, die junge Witwe Norina. Diese will unbedingt in Pasquales Haus eine Familie gründen, allerdings ohne ihn. Um das zu erreichen, erfindet Malatesta eine wilde Intrige, wo jeder jeden belügt und verschiedene Rollen spielt.

Die Oper "Hänsel und Gretel" in Wiesbaden steht am 15. Dezember im Programm. Engelbert Humperdinck schrieb sie gemeinsam mit seiner Schwester Adelheid Wette, die den Text nach der Märchensammlung der Brüder Grimm dichtete. Seit der Uraufführung 1893 erobert das eingängige Werk die Bühnen im Sturm und erfreut vor allem zur Weihnachtszeit viele Generationen von Kindern (und Erwachsenen). "Hänsel und Gretel" ist voller Melodien von Kinderliedern.

Nach Meiningen zu "La Rondine" fährt der Opernring am 12. Januar. Im Salon von Magda, die mit dem älteren Bankier Rambaldo zusammenlebt, kommt das Gespräch auf die neuste Pariser Mode: Die sentimentale Liebe. Magda erzählt ihren Gästen, sie wolle noch einmal das Gefühl einer aufflammenden Liebe erleben, wie damals, als sie mit einem Studenten tanzte. Der Dichter Prunier prophezeit ihr, ganz bald werde sie wie eine Schwalbe der Liebe entgegenfliegen. Und tatsächlich: Noch am selben Abend begibt sie sich unerkannt in ein Pariser Tanzlokal, wo sie Ruggero trifft. Sie gibt sich als "Paulette” aus und die beiden verlieben sich ineinander. Sie verlässt Rambaldo, um mit Ruggero an der Côte d'Azur zu leben. Ruggero, der nichts von Magdas wahrer Identität und Vergangenheit ahnt, malt sich mit ihr eine gemeinsame Zukunft aus, aber für die Schwalbe wird die Idylle schon bald zu eintönig. Getrieben von der Sehnsucht nach einem anderen Leben, fliegt sie davon.

"Rigoletto" in Frankfurt wird am 16. Februar gegeben. Verdi gelang der Durchbruch als erfolgreicher Opernkomponist mit dieser düsteren, seiner tragischsten Oper: Der Herzog beherrscht rücksichtlos eine Gesellschaft. Sein Hofnarr glaubt, die anderen manipulieren zu können. Seine Tochter Gilda hält er wie einen heiligen Schatz gefangen, damit sie nicht der Habgier des Herzogs zum Opfer fällt. Doch Gilda nutzt die erstbeste Gelegenheit zur Flucht, fatalerweise in die Arme des Herzogs. Das Regieteam zeigt in seiner Inszenierung ausschließlich gewalttätige, egoistische Menschen, deren Glaube an eine höhere gute Macht so verkommen ist wie die rostige Kathedrale, in der die Handlung spielt.

Am 15. März fährt der Opernring nach Gera. Dort steht "Un ballo in maschera" ( "Ein Maskenball") im Programm. Bei der morgendlichen Audienz erhalt Graf Riccardo von Oscar die Gästeliste des Maskenballs. Auf dieser findet sich auch Amelia. Mit der Gattin Renatos unterhält Riccardo eine heimliche Liebesbeziehung. Renato, eigentlich Riccardos Freund, der nichts von der Liaison ahnt, warnt diesen vor einer politisch motivierten Verschwörung. Im Mittelpunkt von Giuseppe Verdis (1813-1901) Oper steht eine Liebesbeziehung, die den Keim des Verhängnisses bereits in sich trägt. Der Liebe zwischen Riccardo und Amelia steht nicht nur die gültige Moral, sondern auch die Freundschaft zwischen Riccardo und Renato entgegen. 1859 in Rom uraufgeführt, fasziniert "Ein Maskenball" durch seine scharfen Kontraste in Handlung und Musik.

"Du bist gerächt, Mutter!" Die letzten Worte der Zigeunerin Azucena enthüllen die treibende Kraft in Verdis "Trovatore", die sich der Opernring am 5. April in Wiesbaden ansieht. Die Handlung gleicht einem Alptraum, in dem die Vergangenheit und die Toten die Gegenwart der Lebenden beherrschen. So bestimmt Azucenas Rache für die Verbrennung ihrer Mutter auf dem Scheiterhaufen durch den alten Grafen Luna das Schicksal aller Figuren. Verdis Meisterwerk des romantischen Musiktheaters wird inszeniert von Philipp M. Krenn, dessen "Peter Grimes" von Presse und Publikum gleichermaßen gefeiert wurde.

Am 16. Mai wird "Roberto Devereux" in Karlsruhe besucht. Die unglückliche Liebesgeschichte zwischen Roberto und Elisabeth I. von England, die Devereux letztendlich das Leben kosten wird, hat der Komponist in gefühlvolle Melodien gegossen. Am Ende der Oper erkennt die Königin, dass sie keine Hoffnung mehr auf eine glückliche Zukunft hat, verzichtet auf den Thron und beendet die Herrschaft des Hauses Tudor. Für die Karlsruher Ensemblemitglieder, Kammersängerin Ina Schlingensiepen als Königin Elisabeth, Eleazar Rodriguez als Roberto Devereux und Armin Kolarczyk in der Rolle des Herzogs von Nottingham, sind Donizettis Melodien Parade-Partien.

Der britische Regisseur und Belcanto-Spezialist Harry Fehr gibt nach Erfolgen in Großbritannien und Dänemark mit Roberto Devereux sein Deutschland-Debüt am Staatstheater.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren