Münnerstadt
Jugend

Offener Jugendtreff in Münnerstadt

Im Keller der Zehntscheune hat die Stadt einen offenen Jugendtreff eingerichtet.Vorerst zweimal wöchentlich ist er geöffnet.
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Boris Höttinger, Bürgermeister Helmut Blank und stellvertretender Landrat Emil Müller machten es sich auf der Couch bequem und unterhielten sich mit den Jugendlichen über ihre Meinung zum neuen Jugendtreff.Fotos: Heike Beudert
Boris Höttinger, Bürgermeister Helmut Blank und stellvertretender Landrat Emil Müller machten es sich auf der Couch bequem und unterhielten sich mit den Jugendlichen über ihre Meinung zum neuen Jugendtreff.Fotos: Heike Beudert
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Ganz ohne Aufsicht wird es nicht gehen im neuen offenen Jugendtreff. "Zuviel Aufsicht soll es aber auch nicht sein", meint der zwölfjährige Max Pfeuffer. Der Münnerstädter Jugendbetreuer Boris Höttinger weiß, was die Jugendlichen und was die Erwachsenen erwarten und muss diesen Grat bewältigen. Wie das gelingt, wird die Zukunft zeigen. Doch bei der Eröffnung des Raumes waren alle sehr zufrieden, dass es jetzt wieder einen Treffpunkt für die freie Jugend in Münnerstadt gibt - fast zehn Jahre lang gab es diese Möglichkeit nicht.

"Ein Kicker fehlt"

W-Lan ist vorhanden. Das findet Max Pfeuffer schon einmal richtig gut. "Ein Kicker fehlt", sagt der Zwölfjährige nach dem ersten Umgucken in den neuen Jugendräumen. Und mit diesem Wunsch steht der Münnerstädter nicht alleine. Den Kickertisch vermissen auch Jessica Lehmann (15 Jahre) und Isabell Hofmann (13 Jahre). Ihr erster Eindruck vom Jugendraum ist positiv. Ein Fernseher, ein Computer und ein paar mehr Sitzplätze wären auch nicht schlecht, ergänzen die beiden Mädchen. Auch die Wände könnten noch etwas Deko vertragen, finden die beiden. "Das ist jetzt Sache der Jugendlichen", betont Boris Höttinger. Der Jugendraum sei bewusst nur mit dem Nötigsten ausgestattet, damit auch die Jugendlichen die Möglichkeit haben, ihn selbst so zu gestalten, wie es ihnen gefällt. Was sonst noch fehlt?"Eine Anlage auf jeden Fall", ist der Kommentar von Rifat Mazumda (16 Jahre).

Ein positives Urteil fällt der 17-jährige Adrian Seith. "Ich kann mir vorstellen, dass man da hingeht", sagt er. Auch Max Pfeuffer kann sich vorstellen, im Jugendtreff vorbeizuschauen - allerdings nicht alleine, sondern mit Freunden, meint er. Getestet wurde bei der Eröffnung sogleich die neue Sitzecke. Die Grundausstattung stammt aus dem Möbellager Bad Kissingen und wurde von KIDRO e.V. zur Verfügung gestellt.

Stellvertretender Landrat Emil Müller steuerte im Namen des Landkreises einige Gesellschaftsspiele zum neuen Jugendtreff bei. "Wie gut er sich entwickelt, dass hängt jetzt von euch ab", sagte er der Handvoll Jugendlicher, die zur Einweihung gekommen waren. Müller erinnerte an den Verein "Pro Jugend", in dem sich Gemeinden und Städte im Landkreis zusammengeschlossen haben, um Jugendarbeit überhaupt betreiben zu können. So ist Boris Höttinger bei Pro Jugend angestellt und die Stadt Münnerstadt hat ihn stundenweise als Jugendbetreuer gebucht.
Bürgermeister Helmut Blank betonte, dass es damit in der Stadt gelungen sei, den Bogen zwischen Alt und Jung zu spannen. "Wir wollen jetzt noch den Stadtrat überzeugen, dass in der Nähe des Jörgentorspielplatzes ein Volleyballfeld für die Jugend entsteht", so Blanks Ankündigung.

Die Einrichtung des Jugendraumes sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, erklärt Blank. Seit 2008 habe er zusammen mit der Jugendreferentin des Stadtrates, Britta Bildhauer, eine Bleibe für die Jugend gesucht. Froh zeigte sich Blank, dass es mit dem Stadtarchivar Klaus-Dieter Guhling - ein Teil des Archivs lagert Tür an Tür mit dem Jugendraum - eine Lösung gefunden wurde. Auch die Feuerwehr hat dazu beigetragen. Einen Stock höher können die Jugendlichen künftig die Toiletten der Feuerwehr mitbenutzen. Rund 250 Arbeitsstunden hat der städtische Bautrupp investiert, um die Räumlichkeiten nutzbar zu machen. Kultourismus stelle zudem einen Raum zur Verfügung, wenn Boris Höttinger gezielte Projekte machen will, für die dann im neuen Jugendtreff kein Platz ist.

Boris Höttinger hofft nun, dass er mit Jugendtreff auch mehr Jugendliche als bisher ansprechen kann. Denn ohne Jugendraum sei das bislang nicht einfach gewesen. Für die Jugendlichen hat Höttinger eine kleine Umfrage entworfen, um mehr über ihre Freizeitgewohnheiten zu erfahren. "Der Jugendraum soll zu einem Rückzugsraum und gleichzeitig zu einem Treffpunkt werden", schreibt Höttinger in einer Pressemitteilung.

Für die Einrichtungswünsche der Jugendlichen ist Höttinger vorerst auf Spenden angewiesen. Es könnte aber sein, dass für Anschaffungen das Geld des ehemaligen Vereins "Offene Jugendarbeit in Münnerstadt" verwendet werden kann. Nach der Auflösung wurde das Vereinsguthaben auf einem Verwahrkonto angelegt, um künftige offene Jugendarbeit zu unterstützen, erläutert Kreisjugendpfleger Martin Pfeuffer.

Öffnungszeiten

Vorerst wird der Jugendraum im Keller der Zehntscheune dienstags von 13 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 20 Uhr geöffnet sein. Zu diesen Zeiten können alle Kinder und Jugendliche kommen und den Raum kennen lernen. Wenn dann die Wünsche der Jugendlichen besser bekannt sind und sich eventuell weitere Aufsichtspersonen finden, können die Uhrzeiten und Öffnungszeiten geändert oder ausgeweitet werden.

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