Oberwildflecken
Umzug

Oberwildfleckener sind auf Fasching geimpft

Die Oberwildfleckener stellen seit mehr als 20 Jahren ihren eigenen kleinen Umzug auf die Beine. Der Stammtisch "Muna-Schlucker" war zum fünften Mal mit dabei.
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Diagnose Fasching: Timo (links) spritzt Jan (rechts) unter Aufsicht des Toyota-Teams Rhön einen Stimmungsaufheller. Fotos: Ralf Ruppert
Diagnose Fasching: Timo (links) spritzt Jan (rechts) unter Aufsicht des Toyota-Teams Rhön einen Stimmungsaufheller. Fotos: Ralf Ruppert
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Frostig pfiff der Wind gestern durch Oberwildflecken. Auf rund 620 Metern über dem Meer sind das die Narren am Fuße des Kreuzberges natürlich gewöhnt und ließen sich den Faschingsumzug durch den Ort nicht vermiesen. Und zum Aufwärmen hatten die Wägen jede Menge mit an Bord: Vom warmen Zaubertrank des SCK-Miraculix bis zu den alkoholischen Impf-Spritzen des Toyota-Teams Rhön.

"Das ging so 1990 eigentlich vom Kindergarten los", erinnert sich Georg Zurek an die Anfänge des Oberwildfleckener Faschingszuges, Der Kindergarten im kleinsten Wildfleckener Ortsteil wurde vor einem Jahr geschlossen, die Organisation des immer größer werdenden Umzugs ging aber schon vorher auf den örtlichen Sportverein, den SCK (für Sportclub Kreuzberg) Oberwildflecken über.

"Wir haben uns seit drei Wochen auf den Zug vorbereitet", berichtet Zurek, der beim SCK Abteilungsleiter für die Fußballer und nach
eigenen Worten "Mädchen für alles" ist. Zum Ende hin wurde es dann besonders närrisch: "Seit Freitag sind wir eigentlich durchgehend hier", erzählt er schon mit leicht heiserer Stimme.

Anfang und Ende des Zugs ist traditionell der "Kreuzberghof", der Oberwildfleckener Gasthof, der zwar nicht mehr täglich auf hat, aber an solchen Tagen natürlich seine Türen für die Narren öffnet. Zwischendurch geht es dann zu mehreren "Tankstellen" im Ort: Gewerbetreibende empfangen die Narren und geben einen aus.

"Wir sind heuer zum fünften Mal dabei", berichtet Dirk Korbstein vom Stammtisch "Muna-Schlucker". Die Bezeichnung Muna leitet sich dabei von der ehemaligen Heeres-Munitionsanstalt ab, auf deren Ruinen der Ort nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Der Stammtisch treffe sich jede Woche in seinem kleinen Clubheim im Ort. "Wir kennen uns alle von Kindesbeinen an", berichtet Korbstein. Deshalb auch die Idee, sich am Zug zu beteiligen: "Letztes Jahr hatten wir was Politisches, heuer sollte es einfach nur spaßig werden."

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