Gemünden am Main
Freilichtspiele

Zwei ungleiche Töchter

Dritte Premiere auf der Scherenburg: Mit "Kohlhiesels Töchter" erwartete die Zuschauer ein leichtes, witziges Sommertheater.
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Der leidgeprüfte Zacharias Kohlhiesel mit seiner zänkischen Tochter Susi. Foto: s: Michael Fillies
Der leidgeprüfte Zacharias Kohlhiesel mit seiner zänkischen Tochter Susi. Foto: s: Michael Fillies
Noch mehr Glück als mit dem Wetter haben die Scherenburgfestspiele mit ihren zwei Gräfendorfer Hauptdarstellern: Eine überzeugende Liesel (Katja Kleinfeller) und ein grandioser Toni (Marco Weber) retten "Kohlhiesels Töchter" in die zweite Halbzeit, die dann mit Witz und viel Musik jeden Anspruch an ein Sommertheater erfüllt.
Fast wäre die Premiere am Mittwoch dem Dauerregen zum Opfer gefallen, doch der endete wunschgemäß rechtzeitig. "Vor zwei Stunden hätten Sie uns hier noch mit Schwimmflossen gesehen", erzählte Intendant Peter Cahn vor Vorstellungsbeginn dem Publikum, und leitete elegant zum Stück über, das in einem See-Hotel spielt. "Wo Sie sitzen, wird gleich ein großer See sein", informierte Cahn die über 500 Zuschauer. Die hatte zuvor Hans Michelbach als Vorsitzender des Festspielvereins begrüßt. Stark vertreten unter ihnen war der Sinngrund. Rund 30 Gäste waren allein aus Fellen nebst ihrer Bürgermeisterin Zita Baur gekommen. In der Halbzeitpause zeigten sich einige Sinngründer als kritisch: "Etwas zäh" habe sich das Stück um die ungleichen Schwestern angelassen, "es holpert ein bisschen", meinten die Ehepaare Ingeborg und Werner Böhm (Mittelsinn) sowie Roswitha und Jürgen Gabel (Obersinn).


Zweite Hälfte überzeugte

Die Festspielprofis - sie lassen in keiner Saison ein Stück aus - wünschen sich, dass der besseren Verständlichkeit wegen auch die Schauspieler in den Nebenrollen mit Mikrofonen ausgestattet werden. Am Ende der Vorstellung relativieren sie ihre Kritik, die zweite Hälfte sei sehr amüsant gewesen und das Stück durchaus zu empfehlen. Und: "Wir sind sehr froh, dass so etwas in unserer Region angeboten wird." Als Platzanweiserin unterstützt Uschi Hartmann aus Gemünden die Festspiele. Ihr gefallen heuer sowohl "Don Camillo und seine Herde" als auch "Kohlhiesels Töchter", denn sie bevorzugt Stücke, "die leicht und locker vom Alltag wegführen". Was Uschi Hartmann fasziniert: "Ich bewundere immer besonders die Laienschauspieler für ihre Leistung."
Die Mitwirkenden: Burkard Ehehalt (Zacharias Kohlhiesel), Katja Kleinfeller (Susi Kohlhiesel), Marco Weber (Toni), Julia Kiefer (Liesel Kohlhiesel), Malte Müller (Peter), Cornelius Engemann (Rolf, Spekulant, Knecht), Melanie Schelbert (Oberbürgermeisterin), Julia Rüfer (Anzeigenverkäuferin, Besucherin), Negar Mona Alizadeh (Magd, Bibelfreundin), Martin Poth (Klarinette), Hannes Färber (Tuba) und Mathias Weis (Akkordeon) als Musikanten und Spekulanten. Regie Marco Wohlwend, Regieassistentin Negar Mona Alizadeh, technische Leitung Light and Music/Richard Lang, Bühnenbild Christian Baumgärtel, Kostüme Nuschin Rabet und Vera Nätscher, Maske Natalia Krylova, musikalische Leitung Mathias Weis. Die weiteren Vorstellungen jeweils um 20.30 Uhr: Samstag, 15. Juli, Mittwoch, 19. Juli, Freitag, 21. Juli, sowie weitere neunmal bis zum Sonntag, 13. August.
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