Fuchsstadt
Energie

Zwei neue Windparks

Schon länger geplante Projekte in Fuchsstadt und Sulzthal haben sich bei der ersten bundesweiten Ausschreibung 2018 als einzige in ganz Bayern durchgesetzt.
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Die Rodung der drei Flächen für die Errichtung von Rotortürmen auf der Gemarkung Fuchsstadt ist inzwischen fast abgeschlossen. Foto: Wolfgang Dünnebier/Karten:Green City Energy/Karte: Maps4News/GoogleEarth
Die Rodung der drei Flächen für die Errichtung von Rotortürmen auf der Gemarkung Fuchsstadt ist inzwischen fast abgeschlossen. Foto: Wolfgang Dünnebier/Karten:Green City Energy/Karte: Maps4News/GoogleEarth
Die Erzeugung von Windkraft entlang des Saaletals nimmt Fahrt auf. 2019 sollen insgesamt sechs Windräder bei Fuchsstadt und Sulzthal errichtet werden. Bei Fuchsstadt sind die Vorarbeiten mit der Rodung der drei Stellflächen für die riesigen Türme schon fast abgeschlossen. Über den Sommer sollen dort die bereits abgesteckten Zufahrtswege gebaut werden, bevor mit den Fundamenten begonnen wird. Im Wald bei Sulzthal soll es im Oktober losgehen, weil über die bevorstehende Vegetationsperiode keine Rodungen mehr erlaubt sind. Nachdem beide Windparks auf Gemeindegrund liegen, versprechen sich die Orte erhebliche Einnahmen davon.


Schon länger im Gespräch

Im Gespräch sind die Anlagen schon länger. Möglich werden sie jetzt, weil sich die Green City Energy AG mit ihrer Anlage für Fuchsstadt und die Enercon GmbH für Sulzthal bei der ersten bundesweiten Ausschreibungsrunde 2018 durchsetzen konnten.
"Der Zuschlag für einen moderaten Windstandort war nur durch die konsequente Umplanung auf die neueste Generation von Windenergieanlagen mit großer Nabenhöhe möglich", so Green City Energy-Vorstand Jens Mühlhaus in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Der für Fuchsstadt gewählte Anlagentyp von Senvion erreicht eine Namenhöhe von 165 Metern und einen Rotor-Durchmesser von 144 Metern. Mit 16 000 Quadratmetern Rotorfläche gehöre sie laut Hersteller zu den leisesten auf dem Markt. Die Anlagen mit einer Leistung von je 3,7 Megawatt Leistung erzeugen im Jahr 27 Millionen Kilowattstunden Strom, die dem Verbrauch von 8000 Haushalten entsprechen. Etwas kleiner fallen die Anlagen bei Sulzthal aus. Sie bekommen einen Rotordurchmesser von 115 Meter und eine Nabenhöhe von 149 Metern sowie einer Nennleistung von drei Megawatt. "Ich bin froh, dass das Projekt endlich durch ist", zeigt sich der Fuchsstädter Bürgermeister Peter Hart erleichtert. Erstmals seien in den Ausschreibungsverfahren nur Anlagen berücksichtigt worden, für die Baugenehmigungen vorlagen. In den vorherigen Verfahren hätten teils Anlagen ohne Baureife durchgesetzt. Für den Bau im Wald gibt es große Auflagen. So wurde beim Fuchsstädter Park ein Windrad am Waldrand aus den Entwürfen gestrichen, um Artenvorkommen nicht zu gefährden.
Als Ausgleich für die drei Rodungsflächen mit einer Fläche von 1,9 Hektar müssen 1,3 Hektar am Zimmerberg neu aufgeforstet werden. Außerdem überweist Green City 200 000 Euro für Naturschutzvorhaben an den Landkreis und sorgt unter anderem für die Aufhängung von 150 Nistkästen, berichtet Hart. Die Gemeinde verspricht sich Einnahmen von mindestens 80 000 Euro im Jahr.
Sulzthals Bürgermeister August Weingart zeigt sich zufrieden mit dem Zuschlag für Enercon. Der Gemeinderat werde sich am kommenden Montag mit dem zu erwartenden Baufortschritt befassen. Um Kritikern des Projektes entgegen zu kommen, sind auch hier ein viertes Windrad aus der Planung genommen und die Standorte der übrigen verändert worden. Ein Bürgerentscheid war trotz der zur Einleitung erforderlichen Stimmenzahl nicht mehr zustande gekommen, weil sich die Gemeinde bereits vertraglich gebunden hatte. Green City Energy nutzt seine Ankündigung des Baubeginnes auch zu Kritik an den Hürden in Bayern gegen die Errichtung von Windparks. In der ersten von vier Ausschreibungsrunden 2018 seien Fuchsstadt und Sulzthal als bereits genehmigte Vorhaben die einzigen beiden bayerischen, die sich unter 132 Geboten durchsetzen konnten. Insgesamt sei die ausgeschriebene Menge von 700 Megawatt mit 989 Megawatt nur knapp überzeichnet gewesen. Auch wenn der Zuschlagswert der aktuellen Ausschreibung bei 4,73 Cent je Kilowattstunde und damit deutlich über dem spekulativen Wert der letzten Ausschreibungsrunde (3,82 Cent) liege: "Für einen ausreichenden Ausbau der Windenergie im Sinne der im aktuellen Koalitionsvertrag definierten besseren Synchronisierung von Erneuerbaren Energien und Netzkapazitäten reicht das nicht", moniert das Unternehmen.
Gegen das Nord-Süd-Gefälle brauche es eine bessere regionale Steuerung. "Für einen zuverlässigen Ausbau von Erzeugungsqualitäten südlich des Netzengpasses ist ein süddeutscher Mindestanteil in der Ausschreibung unverzichtbar", fordert Green City. dübi
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