Diebach
TV-Show

"Wir schmeißen uns die Bälle zu"

Das "Sommerhaus der Stars" geht in die Endrunde: Mit dabei sind immer noch Matthias Mangiapane und Hubert Fella.
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Matthias Mangiapane (links) und Hubert Fella sind mit ihrem Reisebüro und verstärkt mit Auftritten im Privatfernsehen beschäftigt.  Foto: Wolfgang Dünnebier
Matthias Mangiapane (links) und Hubert Fella sind mit ihrem Reisebüro und verstärkt mit Auftritten im Privatfernsehen beschäftigt. Foto: Wolfgang Dünnebier
Wer unter den ursprünglich acht Paaren zum Promi-Paar 2017 wird, entscheidet sich am Mittwoch, 6. September, ab 21.15 Uhr. Vorher verraten die beiden Reisebüro-Betreiber über den Ausgang nichts. Dafür aber über ihre weiteren Pläne.

Viele Fernsehkritiker nehmen die Stars im Sommerhaus nicht ernst. Einer fordert Schmerzensgeld für Zuschauer...
Matthias Mangiapane: Die Leute, die am meisten kritisieren wissen am genauesten, was in den Folgen los war. Von wegen Schmerzensgeld: Ihr habt hundert Programme. Schaltet doch einfach um. Man braucht nicht warten, dass einen alle toll finden.

Ihr größter Erfolg im Privatfernsehen?
Hubert Fella: Eigentlich die Serie "Ab ins Beet!" auf Vox. Damit sind wir ins Fernsehen gekommen.
Mangiapane: Aber "Hot oder Schrott" war der Durchbruch. 2018 gibt es eine vierte Staffel. Die Einschaltquoten sind bombastisch. Vox hat um 19.15 Uhr sechs bis acht Prozent Einschaltquote. Wir hatten jetzt Sonntagabend 13,6 Prozent. Das sind so 1,8 Millionen.

Was mögen die Fans an Ihnen?
Mangiapane: Ich denke, einfach dieses Unterhaltsame. Diese Vielfalt über den Spaß bis zum Ernsten.
Fella: Wir gicksen uns, wir schmeißen uns die Bälle zu. Der Matthias rastet mal aus, ich raste mal aus. Wir kriegen jetzt jede Woche 500 bis 1000 Nachrichten. Alle Leute sagen, ihr seid ja so wie ihr seid, ihr verstellt euch nicht.

Mancher Zoff wirkt von der Regie vorgegeben, damit es interessanter wird.
Mangiapane: Wir sind so. Ich fahre halt manchmal aus der Haut.

Es gab aus Sorge ums Weiterkommen im "Sommerhaus der Stars" auch Tränen. Waren die echt?
Mangiapane: Ja klar. Ich bin viel emotionaler als Hubert. Ich wollte ja weiterkommen um jeden Preis.

Hatten Sie ein Erfolgsrezept?
Fella: Wir sind ohne Strategie eingezogen. Andere kannten sich teils, wollten hier jemanden ausschalten oder sich dort beliebt machen.

Was ist für Sie ein Star?
Mangiapane: Wir sehen uns nicht unbedingt als Stars, sondern als Personen des öffentlichen Lebens. Wir gehen ganz normal arbeiten. Gut, wir sind vielleicht ein bisschen bekloppter als andere (lacht).
Fella: Ein bisschen bunter halt. RTL schreibt jetzt TV-Stars unter unsere Bilder. Das hört sich schon gut an.

Erfüllt das "Sommerhaus der Stars" Ihre Erwartungen?
Mangiapane: Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen eingezogen. Ich habe Wochen vorher nicht gut geschlafen. Ich habe gedacht, dass wir schnell rausfliegen. Ich wollte die erste Sendung überstehen, damit es nicht ganz so blöd aussieht. Als wir weitergekommen sind, habe ich mir gesagt, unter dem dritten Platz verlasse ich das Haus nicht.

Haben Sie in der Medienbranche Lehrgeld bezahlt?
Fella: Wir machen keine Exklusivverträge mehr. Im Moment haben wir vier Manager. Wir haben jetzt auch den Manager vom Oliver Pocher und Boris Becker und Helene Fischer. Es wird gerade eine Autogrammtour durch Einkaufszentren in Ostdeutschland ausgearbeitet.

Das Feedback ist ja enorm...
Fella: Wir werden überall erkannt. Beim Heimatfest in Fuchsstadt haben wir 300 Bilder gemacht mit Leuten, die wir vorher nicht kannten.
Mangiapane: Ich sitze manchmal abends zwei Stunden auf der Couch und antworte in sozialen Netzwerken. Ich versuche, jede Zuschrift so gut es geht zu beantworten.

Verstehen Sie sich auch als Botschafter der Schwulenbewegung?
Fella: Wir werden von vielen Menschen angesprochen, die toll finden, was wir machen. Manchmal schreiben uns Jugendliche, die Rat wollen. Ich denke, es ist ein Vorteil, wenn Betroffene in so einem TV-Format Lesben oder Schwule sehen, weil wir ganz anders damit umgehen.

Die Sprüche im Sommerhaus banalisieren Sexualität...
Mangiapane: Klar sind Partnerthemen bestimmend. Aber anders als andere haben wir nie Sexpraktiken vor laufender Kamera erzählt. Sex gehört ins Schlafzimmer und nicht ins Fernsehen. Zu behaupten, dass 70 Prozent einer Beziehung aus Sex besteht, ist Wichtigtuerei.
Fella: Die viel über Sex reden, da ist dann häufig weniger dahinter (lacht).

Sie wollten ja schon mal ihren Lebensbund in Las Vergas über RTL publikumswirksam zelebrieren. Das ist dort an Gesetzen gescheitert. Gibt es einen neuen Anlauf?
Fella: Da ist was in Planung. Aber da dürfen wir noch nicht drüber reden. Auf jeden Fall muss es dieses Mal klappen. Las Vegas ist vom Tisch.

Lohnt sich das ganze finanziell?
Mangiapane: Auf jeden Fall. Im Fernsehen macht ja kaum jemand etwas umsonst. Das einzige war als Einstieg "Ab ins Beet!", da haben wir dann aber viele Produkte bekommen. Und ansonsten gibt es Gage.
Fella: Richtig gute Gage. Unser Marktwert steigt. Wir haben viele Anfragen nach Autogrammstunden. Aachen, München, auch Reisebüros. Beim Christopher Street Day in Köln sollen wir auf einem Wagen mitfahren. Jetzt waren wir bei der Premiere zum Tanz der Vampire.

Wieviel Zeit kostet das Engagement?
Mangiapane: Die Medienpräsenz ist täglich Thema. Am Dienstag hat RTL Leipzig hier drei Stunden für Punkt zwölf gedreht. Wir müssen Reisebüro und Medien koordinieren.

Was wird mit dem Reisebüro?
Fella: Das wollen wir beibehalten. Sollte es mehr, mehr und mehr werden, könnten wir ja einen Geschäftsführer einstellen. Aber die Medienlandschaft ist ja sehr schnelllebig. Aktuell geht es steil nach oben. Nächstes Jahr wird man mehr von uns im Privatfernsehen sehen.

Das Gespräch führte
Wolfgang Dünnebier
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