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Bad Kissingen
Sozial

Weihnachtshilfe der Saale-Zeitung: Wenn es am Monatsende eng wird

Mit der Spendenaktion der Saale-Zeitung können Sie Mitmenschen wieder auf die Beine helfen, die in eine Notlage geraten sind. Die Weihnachtshilfe kommt auch bei Kidro an - Hilfe aus dem Landkreis für den Landkreis.
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Claus Poppe ist die gute Seele der Wärmestube des Vereins Kidro (Kissinger Drogenhilfe). Die Kleiderkammer ist gut bestückt für die kalten Tage. Foto: Carmen Schmitt
Claus Poppe ist die gute Seele der Wärmestube des Vereins Kidro (Kissinger Drogenhilfe). Die Kleiderkammer ist gut bestückt für die kalten Tage. Foto: Carmen Schmitt
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Dicke Anoraks, warme Pullis, T-Shirts für drunter, Kappen, Handschuhe - das ist es, was gerade gebraucht wird. Was in den Regalen in der Kleiderkammer von "Kidro" lagert, ist nach Größe sortiert und besonders jetzt, wo es frostig wird, gefragt. Genauso die Schlafsäcke im Raum nebenan, die wie dicke bunte Bonbons aufeinandergestapelt auf dem Schrank liegen. Wer in der Maxstraße bei der Kissinger Organisation Hilfe sucht, ist arm, obdachlos, verschuldet, arbeitslos, suchtkrank oder alles auf einmal. Der Verein ist eine Art Institution. Seit beinahe 25 Jahren. Christian Fenn und das Team der Kissinger Drogenhilfe (Kidro) wollen "Hilfe zur Selbsthilfe" bieten. Jetzt können Sie ganz direkt mit Ihren Spenden für die "Weihnachtshilfe" - eine Aktion von Saale-Zeitung und Caritasverband - Menschen aus dem Landkreis dabei unterstützen, wieder auf die Beine zu kommen.

Rücklagen? Gibt's keine.

Claus Poppe hat gerade nachgefüllt. In den Fächern im Lebensmittelregal stehen Tee, Konserven, Gurken, Kekse, Windeln und Lebkuchen. Mit dem, was woanders übrig geblieben ist, kommen Menschen, die hier durch die Tür in der Maxstraße 40 gehen, über die Runden - dann, wenn es am Monatsende eng wird. Besonders brenzlig: dieser Übergangsmonat. Finden Leute endlich wieder einen Job, heißt es erstmal überbrücken, berichtet Christian Fenn, Suchttherapeut und Sozialpädagoge. Das Dilemma: Hartz IV gab´s zuletzt Anfang letzten Monat, der Lohn kommt erst am Monatsende. Rücklagen? Hat keiner, sagt Christian Fenn. "Die Verzweiflung führt oft dazu, dass es schief geht." Und der leere Kühlschrank ist nicht einmal das größte Problem, meint er.

Gemüsesuppe in der Wärmestube

Am Ende des Monats kommen mehr als am Anfang. Um halb neun in der Früh schließt Claus Poppe die Wärmestube auf. Die Gemüsesuppe heute Mittag kostet zwei Euro. Heißen Tee und Kaffee gibt´s für unter einen Euro. Irgendwie etwas in den Magen zu bekommen, sei für die meisten immernoch machbar, meint Christian Fenn. "Aber bei der Miete durchschnorren ist schwierig."

Nebenkosten: Land unter

Manchmal geht es auch um die vermeintlich kleinen Dinge: kein Geld für die Wochenkarte. Was banal klingt, kann bedeuten, dass ein Betroffener seinen Termin beim Arzt verpasst. Die Nebenkosten-Abrechnung überfordert die meisten, die hier anklopfen: die dicke Mahnung für die Strom-Kosten oder die Aufforderung von der Krankenkasse zur Nachzahlung. Spätestens jetzt ist für viele "Land unter", erzählt Christian Fenn. Das Geld für die Strom-Rechnung fehlt - und demnächst sollen die Lichter ausgehen. Selber Schuld?

"Die Leute sollen schon merken, dass sie etwas verbockt haben", sagt Christian Fenn und erklärt weiter, dass das freilich nur solange gilt, wie keine Kinder im Spiel sind. Trotzdem: "Wir sind eher zurückhaltend beim Leihen von Geld. Die Leute sollen sich nicht daran gewöhnen: Irgendjemand rettet mein Leben. Sie sollen selbstständig bleiben." In jedem einzelnen Fall wird neu ausgehandelt und besprochen, wie es weitergehen kann, erklärt der Sozialpädagoge der Drogenhilfe. "Vielleicht kann er es nächste Woche schon zurückzahlen, aber eben nur nicht jetzt."

Christian Fenn und das Kidro-Team wollen auf zwei Arten helfen: Wie kann man das aktuelle - und meist akute - Problem lösen - und wie lässt es sich künftig vermeiden? Das Motto: "Hilfe zur Selbsthilfe".

Weihnachtshilfe der Saale-Zeitung: Spenden-Aktion mit Tradition

Aktion Das Spenden-Projekt "Weihnachsthilfe" findet heuer zum 23. Mal statt. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit ruft die Saale-Zeitung ihre Leser zum Spenden aus. Nach dem Motto: aus dem Landkreis für den Landkreis.

Unterstützung In diesem Jahr neu: Künftig werden die Spenden, die dank der Saale-Zeitung-Leser zusammenkommen, gedrittelt. Neben der Caritas-Soforthilfe sollen ab sofort neben dem Bad Kissinger Caritasverband zwei weitere Organisationen im Landkreis Unterstützung für ihre Arbeit mit Bedürftigen bekommen: die Kissinger Drogenhilfe Kidro sowie der sozialpsychiatrischen Dienst der Diakonie Bad Kissingen. Weiterhin greifen Sie mit Ihrer Spende "Solwodi", einem Frauen-Hilfsprojekt, unter die Arme. Jeder Euro kommt Menschen aus dem Landkreis zugute, die in eine Notlage geraten sind.

Spendenquittung Wer für seine Spende eine Spendenquittung benötigt, macht einfach einen Vermerk. Per Post: Der Caritasverband Bad Kissingen verschickt die Quittung.

Helfen Auch Sie wollen Menschen unter die Arme greifen und helfen, dass Mitmenschen wieder auf die Beine kommen? Das Spendenkonto der bei der Kissinger Sparkasse IBAN: DE75793510100008238107

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