Salz bei Bad Neustadt an der Saale
Erkenntnisse

War die Veitsburg bei Salz Teil der Pfalz?

Archäologische Grabungen bringen weitere Hinweise darauf, dass die Veitsburg bei Hohenroth einst die zentrale Befestigung einer Pfalz war. Was hat man hier gefunden?
Artikel drucken Artikel einbetten
Ziemlich genaue Vorstellungen haben die Archäologen inzwischen von der Siedlung an der Saale.  Foto: Eckhard Heise
Ziemlich genaue Vorstellungen haben die Archäologen inzwischen von der Siedlung an der Saale. Foto: Eckhard Heise
+1 Bild

Puzzlestein für Puzzlestein setzen die Archäologen zusammen, um den Nachweis zu führen, dass die Veitsburg bei Hohenroth tatsächlich einmal die zentrale Befestigung der Pfalz Salz unter Karl dem Großen gewesen ist. Nun schließt das Grabungsteam um Petra Wolters seine Arbeit neben der Saale ab, bei der die Wissenschaftlerin wieder einige neue Erkenntnisse gewonnen hat.

Beim Abschlussgespräch mit Vertretern der beteiligten Gemeinden und Mitarbeitern der Uni Jena erklärte die Grabungsleiterin, dass sich der Zweck der vierwöchigen Grabung auf das Umfeld des vermeintlichen Königssitzes gerichtet hat. Tatsächlich wurden die Reste von drei sogenannten Grubenhäusern freigelegt, die aller Wahrscheinlichkeit Werkstätten von Handwerkern darstellten.

Indiz für einen Hof

Die Existenz solcher Gebäude seien ein weiteres Indiz, dass es sich bei der Wehranlage ein Stück den Berg hinauf tatsächlich um ein Palatium, einen Hof von Karl dem Großen handelt. Der Hofstaat benötigte ein gewisse Infrastruktur, die die Lebensmittelversorgung regelte und zu der Handwerker zählten, schilderte Projektleiter Professor Peter Ettel. Einen weiteren Hinweis hatte die Untersuchung mit einer Bohrung im Hohenrother See geliefert, fuhr Petra Wolters fort. Dabei wurde herausgefunden, dass der See natürlichen Ursprungs ist und er in der karolingischen Zeit der Fischzucht gedient haben dürfte.

Das Vorhandensein eines Sees mit Fischen sei wiederum Voraussetzung für die Ansiedlung einer Burganlage gewesen. Knochenreste von etwa 50 Wildtierarten deuten außerdem darauf hin, dass der Salzforst einmal ein bedeutendes Waldgebiet gewesen ist, was ebenfalls ein Licht auf die Relevanz der Pfalz werfe. Eine kleine Fibel und Scherben, die in der Siedlung neben der Saale gefunden worden sind, geben Hinweise auf Handelsbeziehungen etwa nach Karlburg am Main.

Der Nebel lichtet sich langsam

Auf diese Weise werde das Bild des Pfalzgebiets langsam immer klarer. Im Museum, das Bad Neustadt im ehemaligen Amtskeller einrichten will, soll später ein dreidimensionales Geländemodell mit den Siedlungsgebieten aufgestellt werden. Auch die Veitsburg könne schon grob rekonstruiert werden. Die Anlage bei Hohenroth stehe natürlich im Mittelpunkt des Interesses, weshalb dort im nächsten Jahr die Grabungen wieder aufgenommen werden sollen, zumal die betroffenen Gemeinden finanzielle Unterstützung zugesagt hätten.

Großes Interesse

Der Sälzer Bürgermeister Martin Schmitt ist jedenfalls der Ansicht, "dass wir in einer Zeit leben, in der die Vergangenheit von großem Interesse ist".

Die Grabungsleiterin bestätigte die Einschätzung mit dem Hinweis auf die große Resonanz beim Publikumstag vor gut einer Woche und Umfragen in den Schulen. Vor allem ist aber das wissenschaftliche Interesse groß, da das Pfalzgebiet Salz inzwischen als "Brennpunkt karolingisch-ottonischer Zeit" anzusehen ist. Eckhard Heise

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren