Hausen
Geburtstagsfeier

Wanderheim mit Geschichte

Das Neustädter Haus - Besitzer ist der Rhönklub - wird 90 Jahre alt und lädt zum Bergfest am Samstag und Sonntag
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In den 90 Jahren seines Bestehens gab es viele bauliche Veränderungen. Das Foto: unten linkst zeigt das erste Gebäude in den 30er-Jahren, unten rechts ist der Nachfolgebau aus den 40er-Jahren zu sehen. Oben das heutige Gesicht des beliebten Wanderheims. Fotos: Rhönklub-Archiv (2)/Thomas Pfeuffer
In den 90 Jahren seines Bestehens gab es viele bauliche Veränderungen. Das Foto: unten linkst zeigt das erste Gebäude in den 30er-Jahren, unten rechts ist der Nachfolgebau aus den 40er-Jahren zu sehen. Oben das heutige Gesicht des beliebten Wanderheims. Fotos: Rhönklub-Archiv (2)/Thomas Pfeuffer
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Am Wochenende wird am Neustädter Haus wieder einmal groß gefeiert. Das Wanderheim des Rhönklub-Zweigvereins Bad Neustadt auf dem Käuling, dem östlichen Ausläufer des Kreuzbergs, wird 90 Jahre alt.

Zu dieser Feier hat der Zweigverein der Saalestadt allen Grund. Sein Domizil hat eine recht bewegte Geschichte. Zudem haben Bau und Unterhalt in diesen 90 Jahren enormen Einsatz erfordert und bedeuteten immer wieder finanzielle Belastungen für die Vereinskasse.

Kosten und Mühen sind die eine Seite, auf der anderen ist der Zweigverein Bad Neustadt stolzer Besitzer eines der am schönsten gelegenen und gemütlichsten Wanderheime und Berggasthäuser der Rhön, das von 754 Metern Höhe einen einmaligen Ausblick auf die Walddörfer, die Südrhön und weit darüber hinaus bietet.
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde im Zweigverein Bad Neustadt die Idee zum Bau einer Hütte zwischen Bad Neustadt und der Rhön geboren. Zunächst scheiterte das Vorhaben aber am Geld. Konkret konnten die Pläne erst angegangen werden, als Wilhelm Hüllmantel 1922 für das Projekt 50 000 Reichsmark spendete. Doch dann kam die Inflation, und die Summe reichte nur noch zum Kauf des Grundstücks.


Unglücksjahr 1939

Und damit war schon damals wie in der Folgezeit immer wieder Eigeninitiative gefragt. Am 23. Oktober 1927 wurde das Neustädter Haus dann eröffnet. Es war komplett mit Holz verkleidet und mit einer überdachten Terrasse ausgestattet. Im Winter 1928 kamen die ersten Wintersportzüge und das Haus bestand seine Bewährungsprobe. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte dann am 12. August 1928.

Dann kam das Unglücksjahr 1939. Am 3. Januar brannte das Neustädter Haus bis auf die Grundmauern ab. Die Mitglieder mussten wieder ran, und zwei Jahre später, am 15. Juni 1941, konnte das beliebte Ausflugsziel wieder Gäste aufnehmen. Aber auch nur wenige Jahre. Zum Ende des Kriegs wurde das Gebäude erheblich beschädigt und auch geplündert.

Doch schon wenige Jahre später bauten die Rhönklub-Mitglieder ihre Berghütte wieder eigenhändig auf und entwickelten sie im Laufe der Jahre zu einem Schmuckstück in den Rhöner Bergen. Seine heutige Gestalt erhielt das Wanderheim im Zuge von Erneuerungen und Erweiterungen in den Jahren 1974 und 1977/1978. Aber auch in der folgenden Zeit wurden die Räumlichkeiten immer wieder saniert und erneuert.

Der frühere Landrat Gottfried Miller war es, der in den 70er Jahren die legendären Bergfeste ins Leben rief. Sie sollten als Einnahmequelle dienen, da die Aufwendungen für das Neustädter Haus regelmäßig für Probleme im Zweigverein sorgten.

Die letzte größere Renovierung mit einem Kostenaufwand von knapp 100 000 Euro wurde im Winter 2014/2015 abgeschlossen. Im Erdgeschoss entstanden ein behindertenfreundliches WC, das Treppenhaus wurde erneuert, ebenso die Böden. .Insgesamt stehen nun 58 Betten zur Verfügung.

Immer wieder waren es fleißige Helfer, die in unzähligen Stunden dafür sorgten, dass das Haus erhalten und weiterentwickelt wurde. Günter Maisch, Ludwig Rothaug, Ludwig Euring, Gottfried Miller, Klaus Weiss oder Paul Trammer sind die Namen nur einiger dieser Freunde des Neustädter Hauses, die in diesem Zusammenhang immer wieder genannt werden.

Im vergangenen Winter wurde die Pächter-Wohnung erneuert. Die 40 000 Euro dafür sind gut angelegt, so Michael Pfaff, Vorsitzender des Neustädter Zweigvereins. "Uns war wichtig, dass unser Pächterehepaar sich wohlfühlt und auch im Haus wohnt, sodass eine Verlängerung der Öffnungszeiten möglich wird und die Betreuung der Übernachtungsgäste verbessert wird."


Übernachtungszahlen gestiegen

Der Gastraum bietet Platz für 55 Personen. Gesellschaften können die Neustädter Stube mit 40 Plätzen nutzen. Dazu kommt bei schönem Wetter noch die große Terrasse. Entscheidend für den Erfolg der Wanderhütte waren die Pächter. Das Ehepaar Maria und Alexander Hartan empfängt seit Dezember die Gäste. In dieser Zeit, so Pfaff, seien die Übernachtungszahlen stark gestiegen und lägen schon jetzt über denen des gesamten Vorjahres.

Auch im Umfeld des Wanderheims hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Aus dem holprigen, staubigen Anfahrtsweg wurde 2006 eine schmale asphaltierte Straße, die es auch älteren Rhön-Freunden ermöglicht, mit dem Auto zum Neustädter Haus zu kommen. 2010 entstand auf Initiative des Ehrenvorsitzenden und rührigen Neustädter-Haus-Freundes Gottfried Miller am Käuling ein 700 Meter langer Seniorenwanderweg mit einem Aussichtpunkt. 2013 folgten die Eröffnung des Flowtrails und eines Kletterparks.
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