Bad Bocklet

Wandeln in eine neue Epoche

Tradition trifft Moderne: So beschreibt Caritas-Direktor Carsten Dryden das Motto der aktuellen Umbaumaßnahmen an den Kurgebäuden in Bad Bocklet.
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Wie wär's denn mal mit Rot? Die Farbe des Lichts im Wandelgang kann verändert werden.  Foto: Isolde Krapf
Wie wär's denn mal mit Rot? Die Farbe des Lichts im Wandelgang kann verändert werden. Foto: Isolde Krapf

Es ist der Versuch, modernen Zeitgeist in altgewachsene Strukturen zu bringen", sagt der neue Caritas-Direktor Carsten Dryden zu den Sanierungsmaßnahmen in den Bad Bockleter Kurgebäuden. Imposantes äußeres Markenzeichen dieser baulichen Runderneuerung ist der gläserne Wandelgang zwischen dem Spa Badehaus und den Gästehäusern. Und auch das ist neu: Mitte 2019 wurde die Kurhaus Bad Bocklet GmbH gegründet.

Als die Caritas Einrichtungs gGmbH (Würzburg) 2015 mit Vertretern des Münchner Finanzministeriums über die Verlängerung der Pacht verhandelte, machte sie die Modernisierung der Bad Bockleter Liegenschaften und ein modern ausgerichtetes Gäste-Konzept zur Bedingung für die Fortsetzung der vertraglichen Partnerschaft. Der Freistaat stellte später 10,25 Millionen Euro für Modernisierungsmaßnahmen bereit.

Als Kernpunkt der neuen Marketing-Strategie kündigte die Caritas ein Hotel mit Schwerpunkt "Gesundheit und Spiritualität" an. Achtsamkeit ist nun eine tragende Säule dieser neuen Ausrichtung, sagt Dryden, der die Modernisierungsmaßnahmen seit Juni 2019 begleitet. "Verschiedene Sam- Wörter, wie behutsam, achtsam, aufmerksam, sind dabei unsere Schlüsselwörter." Denn der Gast wolle in Bad Bocklet zur Ruhe kommen, Kraft tanken, entschleunigen.

Dass das Hotel direkt am Kurpark liegt, komme diesem Anliegen entgegen, sagt Dryden. "Der Park ist ein Alleinstellungsmerkmal für Bad Bocklet." Auch die Stahlquelle, die Themen Wellness und Genuss und das Angebot authentischen Ayurvedas trügen dazu bei, so Dryden weiter, dass Gäste abschalten und zu sich selbst kommen könnten. Sollte der ein oder andere sich spirituelle Begleitung wünschen, könne er sich an den geistlichen Leiter des Kurhaushotels, Matthias Karwath, wenden.

Ende 2018 war der Umbau, beziehungsweise die Sanierung des einstigen Kurmittelhauses zum Spa Badehaus abgeschlossen. Im Rahmen dieses Bauabschnitts investierte der Freistaat insgesamt knapp fünf Millionen Euro für einen modernen Saunabereich und die Teilrenovierung des Hausschwimmbads. Zudem entstanden auf 2300 Quadratmetern Fläche 18 moderne Therapieräume.

Kapelle jetzt im ersten Stock

Inzwischen ist die Neugestaltung des zentralen Fürstenbaus nahezu fertig. Dort wurde die Kapelle vom Erdgeschoss ins obere Stockwerk verlegt. Zudem entstanden dort ein Meditationsraum und vier Gästezimmer. Ins Erdgeschoss soll nun noch eine Kaffee-Bar integriert werden, die bis Frühjahr 2020 fertig sein soll, sagt Dryden. Im Eingangsbereich befinden sich der Verwaltungsbereich und die Direktion. Ein Großteil der Gästezimmer ist fertig renoviert (Wilhelmine-Lübke-Haus, Lioba-Haus). Lediglich im Brunnenhaus sind die Arbeiten noch voll im Gange, sagt Dryden. Dort werden unter anderem aus 30 Einzelzimmern 15 Doppelzimmer gemacht. Zudem wird es dort, wie auch im Haus Lioba, einen Tagungsraum geben. Insgesamt wirbt die Caritas in ihrem neuen Hotelprospekt mit 52 Einzel- und 22 Doppelzimmern.

Im Juni wurde der gläserne Wandelgang in Betrieb genommen. Das auf Stahl-Stelzen errichtete, langgezogene, 2,5 Meter breite und drei Meter hohe Glas-Gebäude verbindet jetzt das Kurhaushotel mit dem Spa Badehaus und gibt dem Gast die Möglichkeit, trockenen Fußes und im Bademantel vom Zimmer oder vom Restaurant aus zum Schwimmbad oder zur Therapie zu laufen.

Für Dryden ein notwendiges Projekt: "Denn wenn die Gäste im Winter in der Kälte zu den Anwendungen durch den Garten laufen müssten, würden sie woanders Wellness machen." Man habe schließlich vorsorgen müssen, dass die Gäste gern hierher kommen, denn schließlich verursache ein Spa Badehaus, wie das in Bad Bocklet, enorme Kosten, so der Direktor weiter.

Allein der Unterhalt der Stahlquelle sei sehr teuer. Denn das Wasser der Quelle werde im Spa Badehaus vom Erdgeschoss ins Obergeschoss gepumpt und dort entgast. Diese Anlage nehme ein Drittel das Dachraumes ein. "Und man braucht sehr viel Wasser am Tag, denn ein einziges Stahlbad hat ungefähr 120 Liter - und es werden mehrere Bäder täglich eingelassen." Isolde Krapf

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