Bad Kissingen

Vorwürfe gegen Pflege-WG

Am Donnerstag, 24. August, muss sich der Leiter der Einrichtung vor dem Amtsgericht verantworten. Er hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
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Vor dem Amtsgericht muss sich der Leiter einer Pflege-WG verantworten.  Symboldbild Ulrike Müller
Vor dem Amtsgericht muss sich der Leiter einer Pflege-WG verantworten. Symboldbild Ulrike Müller
Angehörige verschiedener Patienten sowie Pflegekräfte einer Wohngemeinschaft (WG) für Intensivpflege aus dem Landkreis Bad Kissingen hatten im Oktober 2015 bei der Polizei Anzeige erstattet.
Sie erhoben seinerzeit schwere Vorwürfe gegen die Leitung der Pflegeeinrichtung. Der Geschäftsführer wies diese damals jedoch zurück. Am Donnerstag beginnt nun am Amtsgericht der Prozess gegen ihn wegen "Misshandlung von Schutzbefohlenen".
Unterschiedliche Familien hatten damals öffentlich gemacht, dass sich der Gesundheitszustand und das Allgemeinbefinden ihrer Angehörigen bereits wenige Tage nach der Verlegung in diese Pflegeeinrichtung akut verschlechtert hätten.


Aussage bei der Polizei

Zwei Krankenschwestern der Wohngemeinschaft schlossen sich damals den Beschwerden der Familien über Pflege-Mängel an und sagten bei der Polizei aus. Der Geschäftsführer machte seinerzeit im Gespräch mit der Redaktion klar, dass sich die Vorwürfe gegen seine Einrichtung nicht halten ließen.
Dass bis zur Anklage im Sommer 2016 so viel Zeit verstrichen ist, liege wohl auch daran, dass es sich um komplexe Vorgänge handle und mehrfach nachermittelt werden musste, sagt der Bad Kissinger Amtsgerichtsdirektor Reinhard Oberndorfer im Gespräch mit der Redaktion. Der Beschluss zur Eröffnung des Hauptverfahrens in dieser Angelegenheit erfolgte im März 2017. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage anberaumt.


Drei Fälle im Fokus

Was die von mehreren Anzeigeerstattern geschilderten Fälle in der Pflegeeinrichtung angeht, habe die Staatsanwaltschaft "ausgedünnt". Im Prozess stünden nun drei Patientengeschichten im Fokus, so Oberndorfer weiter. 15 Zeugen seien zu den drei Verhandlungstagen geladen worden. Da die Vorgänge in der Pflegeeinrichtung nun bereits zwei Jahre zurückliegen, könnte es nach Ansicht des Amtsgerichtsdirektors unter Umständen schwierig werden, aus so manchem Zeugen "etwas Greifbares herauszubringen". ikr
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