Bad Kissingen
Bürgermeisterwahl

Vogel soll auf Blankenburg folgen

Die SPD will es noch nicht offiziell bestätigen, aber ihr OB-Kandidat heißt voraussichtlich Dirk Vogel. Der gebürtige Kissinger soll statt Kay Blankenburg antreten.
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Bürgermeisterwahlkampf: Als dieses Bild aufgenommen wurde, kandidierte Dirk Vogel für das Bürgermeisteramt im hessischen Bruchköbel. Jetzt soll er OB-Kandidat der SPD in seiner Geburtsstadt Bad Kissingen werden.  Archiv Daniel Peter
Bürgermeisterwahlkampf: Als dieses Bild aufgenommen wurde, kandidierte Dirk Vogel für das Bürgermeisteramt im hessischen Bruchköbel. Jetzt soll er OB-Kandidat der SPD in seiner Geburtsstadt Bad Kissingen werden. Archiv Daniel Peter

Kinder und Narren sagen die Wahrheit, behauptet der Volksmund. Doch der Volksmund hat auch nicht immer recht. Wenn nämlich Narren immer die Wahrheit sagen würden, dann müsste der OB-Kandidat der Kissinger SPD bei der Kommunalwahl 2020 Holger Buczynski heißen. Den nannten die Narren von BTC Garitz und Fidelia Reiterswiesen Anfang der Woche bei ihrem Sturm aufs Kissinger Rathaus als Ersatzkandidaten für Kay Blankenburg, der entgegen anderer Ankündigungen bekanntlich doch nicht erneut antritt. Buczynski dürfte zwar auf der Stadtratsliste der Sozialdemokraten stehen. Als Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt will die SPD aber Dr. Dirk Vogel nominieren.

Die Kissinger Sozialdemokraten haben sich damit gezielt nicht für einen der üblichen Verdächtigen entschieden. Gehandelt worden waren vorher in der Gerüchteküche neben Buczynski auch Bernd Czelustek (Fraktionssprecher) und Tobias Schneider (Vorsitzender des Ortsvereins). Vogel ist aber auch kein Auswärtiger. Der gebürtige Kissinger ist 42 und hat noch Familie und Freunde in der Stadt, beruflich aber hat es ihn schon vor einer Weile nach Hessen verschlagen.

Aktuell Büroleiter in Rüsselsheim

Bei der Stadt Rüsselsheim arbeitet er aktuell als Büroleiter eines hauptamtlichen Stadtrats, der der SPD angehört. Von 2005 bis 2017 hat der promovierte Sozialwissenschaftler zudem bereits im hessischen Main-Kinzig-Kreis Verwaltungserfahrung gesammelt. Zeitweise war er Stellvertretender Vorsitzender eines Ortsverbands der Arbeiterwohlfahrt. In Bad Kissingen wirkte er vor rund zwei Jahrzehnten auch als ehrenamtlicher Rettungssanitäter beim Roten Kreuz.

Was noch wichtiger ist: Vogel bringt bereits Erfahrung als Kandidat für das Amt eines Stadtoberhaupts mit. 2013 trat der Sozialdemokrat als gemeinsamer Kandidat der SPD und einer freien Wählergruppe in Bruchköbel, der viertgrößten Stadt des Main-Kinzig-Kreises, bei der Bürgermeisterwahl an. Gewonnen hat er damals zwar nicht. Sieger wurde im ersten Wahlgang Amtsinhaber Günter Maibach von der CDU. Vogel errang seinerzeit aber immerhin 32,6 Prozent der Stimmen.

Zum Vergleich: Als vor zwei Wochen in Bruchköbel wieder gewählt wurde, kam sein Nachfolger als SPD-Kandidat lediglich auf 8,0 Prozent der Stimmen. Gewonnen hat diesmal in der Stichwahl eine Frau, die für die FDP antrat. Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung erreichte die SPD 2016 in Bruchköbel 19,6 Prozent. Ihr Stimmenanteil ist demnach inzwischen deutlich niedriger als in früheren Jahren.

Eine Bestätigung der Kandidatur in seiner Geburtsstadt war von Dirk Vogel übrigens nicht zu bekommen. Er verwies in dieser Frage auf den Vorsitzenden des Kissinger SPD-Ortsvereins, Tobias Schneider. Der wiederum bestätigte auf Anfrage lediglich, dass der Kandidat, der anstelle von Kay Blankenburg für die Sozialdemokraten den Kissinger OB-Sessel erobern soll, vom Vorstand einstimmig ausgewählt worden sei.

Nominierung Ende November

Es sei nicht einfach gewesen, einen geeigneten Ersatz für Blankenburg zu suchen, sagte Schneider. Der Ortsverein habe aber nun "einen starken und motivierten" Bewerber gefunden. Einen Namen nannte Schneider nicht. Der Kandidat solle aber wie geplant am 26. November bei einer Pressekonferenz der Bad Kissinger Öffentlichkeit und am 28. November bei der Nominierungsversammlung den Mitgliedern vorgestellt werden.

Sollte Vogel Ende November tatsächlich nominiert werden, wäre er der zweite Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im März. Wie berichtet, hat die CSU Gerhard Schneider, den Geschäftsleitenden Beamten der Stadt Bad Kissingen, aufgestellt. Siegfried Farkas

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