Bad Kissingen
Innovativ

Tourist-Info: Theke aus 4500 Einzelteilen

Die neue Kur- und Tourist-Info im Arkadenbau ist fertig. Zentrales Element ist die Theke. Stadt und Freistaat lobten sie bei der Eröffnung in höchsten Tönen
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Blick aus der Perspektive der Mitarbeiter der neuen Bad Kissinger Tourist-Info mit ihrer spektakulären Theke. Siegfried Farkas
Blick aus der Perspektive der Mitarbeiter der neuen Bad Kissinger Tourist-Info mit ihrer spektakulären Theke. Siegfried Farkas
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Mit seiner neuen Tourist-Information ist Bad Kissingen aus der Sicht von Oberbürgermeister Kay Blankenburg wieder das, was es als Weltbad schon einmal war: "Seiner Zeit voraus." Vor allem mit der Theke aus Mineralwerkstoff, die sich wie eine Welle durch den Unteren Leseraum bewegt, setze die Gestaltung "Maßstäbe".
Als Staatsbad GmbH, Stadt und Landkreis die neue Anlaufstelle für Gäste am Donnerstag förmlich ihrer Bestimmung übergaben, wollte der Einschätzung des Oberbürgermeister keiner öffentlich widersprechen. Kurdirektor Frank Oette sagte, Bad Kissingen werde "sehr viel und sehr lange davon profitieren". Tourist-Infos seien längst nicht mehr Erst- und Alleininformant für den Gast. Das neue Konzept trage Kissingens Kernthema Wasser und Heilwasser in vielen verschiedenen Formen, Farben und Materialien an den Gast heran. Vergleichbares findet man aus Oettes Sicht in Deutschland nicht.
Pfarrerin Christel Mebert, die mit ihrem katholischen Kollegen Gerd Greier den kirchlichen Segen erteilte, nannte das Werk "überwältigend". Und Stellvertretender Landrat Emil Müller freute sich für den auch an der Finanzierung teilhabenden Landkreis, dass es mit der neuen Tourist-Information nun Möglichkeiten gebe, die Rhön "an exponierter Stelle in ganz anderem Maße zu bewerben".
Wie Blankenburg würdigte auch Roland Breunig von der für das Projekt zuständigen Würzburger archicult GmbH "Mut und Innovationsgeist" der Auftraggeber. Aufgabe sei gewesen, "Bad Kissingen als progressiven und attraktiven Standort, der sich entwickelt", zu präsentieren. Absolute Barrierefreiheit in der neuen Tourist-Info war ein weiteres Ziel. In dieser Hinsicht ist das Projekt bis zur Eröffnung übrigens nicht ganz fertig geworden. Beim dafür nötigen Kleinaufzug im Foyer handle es sich um eine Sonderanfertigung aus Österreich. Breunig geht davon aus, dass sie in zwei bis drei Wochen zur Verfügung steht.


Standort: Richtige Entscheidung

Für die nach Breunigs Worten aus 4500 Einzelteilen zusammengesetzte Theke sei besonders großer Aufwand betrieben worden. Sie sei ähnlich wie die Karosserie eines neuen Autos entwickelt und vor Ort aus dann noch neun Teilen zusammengebaut worden. Lackiert habe man die Theke ebenfalls erst hier. Dazu sei in den Unteren Lesesaal quasi eine Lackierkabine eingebaut worden.
Was die Standortdiskussion im Vorfeld des Projekts angeht, sieht der Oberbürgermeister die Entscheidung, sich auf einen einzigen festzulegen, als bestätigt an. Diese Entscheidung sei richtig gewesen, zumal man für das Alte Rathaus eine gute Nachnutzung gefunden habe.
Bereits bei der ersten öffentlichen Vorstellung des Projekts vor einem Jahr hatte Breunig erklärt, dass der einbezogene Bereich eine Fläche von gut 1300 Quadratmetern umfasst. Das Thema Wasser kommt nach diesem Konzept unter anderem durch Kugeln zum Ausdruck, die wie Wassertropfen wirken, bereits außen am Eingangsbereich in den Arkaden Aufmerksamkeit auf sich ziehen und optisch in die Tourist-Information hineinführen.
Schon die Infostele am Vorplatz des Eingangs Lesesäle gehört zum Gesamtkonzept. Von dort aus führt das Konzept über das Vestibül mit Themenboxen für schnelle Information in den Unteren Leseraum, wo die Tourist-Information angesiedelt ist.
Dass das Projekt im Kostenrahmen geblieben sei, betonten sowohl Kurdirektor Oette als auch Architekt Breunig. 900 000 Euro, ohne Mehrwertsteuer, waren dafür angesetzt. 150 000 Euro davon übernimmt der Landkreis, der mit dem Thema Rhön in der Tourist-Info vertreten ist. Den sechsstelligen Anteil des Aufwands für die Barrierefreiheit trägt nach Informationen aus dem vergangenen Jahr der Freistaat. Der Rest des finanziellen Aufwands kommt aus dem Etat der Staatsbad GmbH.


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