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Aura
Kommunalwahl

Thomas Hack tritt wieder an

Den Status als kleinste selbstständige Gemeinde im Landkreis hat Aura inzwischen abgegeben. Aber es gibt noch mehr, was Bürgermeister Thomas Hack zum Weitermachen anspornt.
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Aus dem Dienstzimmer von Bürgermeister Thomas Hack im Rathaus von Aura ist auch der Klosterberg zu sehen.  Foto: Wolfgang Dünnebier
Aus dem Dienstzimmer von Bürgermeister Thomas Hack im Rathaus von Aura ist auch der Klosterberg zu sehen. Foto: Wolfgang Dünnebier

"Nicht zuletzt dank der Ausweisung neuer Bauplätze ist die Zahl der Einwohner mit 860 ziemlich stabil", freut sich Bürgermeister Thomas Hack. Auch unter diesem Eindruck tritt er nach 18 Jahren im Amt erneut zur Wahl an. Einen Gegenkandidaten braucht er nicht zu fürchten. Zum Amtsantritt 2002 hatte er sich gegen Mitbewerberin Jutta Hofmann durchgesetzt. Seitdem macht ihm den Posten niemand mehr streitig.

Die Erfolge liegen für ihn auf der Hand. "Wir haben den Zeitenwandel mit dem Aufbruch ins neue Jahrtausend gut hingebracht", sagt er. Diese Entwicklung führt er auch auf seine Vorgänger Erhard Tillemann (1984 bis 2002) und seinen eigenen Vater Adolf Hack (1960 bis 1984 ) zurück. Der versöhnte Blick zurück streift unausweichlich auch bewegtere Zeiten in 30 Jahren Kommunalpolitik. Im ersten Anlauf 1996 scheiterte Hack noch knapp mit 27 Stimmen Unterschied an seinem Vorgänger. Als einen Meilenstein der Dorfentwicklung nennt Hack die Fertigstellung der Mehrzweckhalle 1981. "Obwohl sie auch Geld kostet, ist sie Gold wert", sagt Hack zu diesem Bindeglied für die Dorfgemeinschaft. Zum guten Lebensgefühl trägt das 2013 fertig sanierte Schwimmbad bei. Es lockt Familien aus der Umgebung an.

Dass sich der neu eröffnete Dorfladen nach intensiven Vorüberlegungen nur zwei Jahre hielt, findet Hack schade, aber verkraftbar. In Aura gibt es die Sondersituation, dass der Rewe-Markt in zwei Kilometern Entfernung am Ortseingang des benachbarten Euerdorf liegt. "Wir sind nicht unterversorgt", sagt Hack auch zum Angebot im nahen Oberthulba. Bei den Pflichtaufgaben sieht Hack die Gemeinde ebenfalls gut aufgestellt. Die Wasserversorgung wurde 1997 erneuert, bei den Kanälen ist man auch nach der Sanierung und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt auf einem sehr guten Weg. Und woran lange keiner mehr geglaubt hätte: Der Kindergarten, der lange um Nachwuchs rang, ist inzwischen wieder richtig voll.

Im Übrigen schwärmt Hack vom Gemeinschaftsgeist im Ort. Dies drückt sich auch in der Nutzung der Alten Schule aus, deren Räume bis auf das Amtszimmer des Bürgermeisters und den Sitzungssaal von florierenden Vereinen belegt ist. Ausdruck der Harmonie im Ort ist es übrigens, dass es nur eine einzige Liste gibt, auf der die Bewerber für die acht Sitze im Gemeinderat kandidieren. Überparteilichkeit sei ein wertvolles Merkmal der Kommunalpolitik, sagt Thomas Hack. Er muss es wissen: Schließlich leitet der CSU-ler das Referat für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bad Kissingen schon viel länger unter einem SPD-Bürgermeister, als unter einem Parteifreund.

Die Beschäftigung in der Verwaltung der benachbarten Kurstadt bringt Hack willkommene Synergien für sein Ehrenamt in Aura. Sei es im Umgang mit Behörden oder bei der Zeit für Besprechungen, die von den Ämtern zunehmend tagsüber anberaumt werden.

Diese Termine kann er in seinem Heimatort entweder in der Freizeit wahrnehmen, oder die dafür genommene Zeit in seinem Beruf nacharbeiten. "Sonst wäre das in Aura ehrenamtlich kaum zu schaffen", ergänzt Hack. dübi

Drei Fragen an Thomas Hack

Eine Wahl ohne Gegenkandidat. Wie fühlt sich das für Sie an?

Es ist und bleibt trotzdem eine Wahl. Ich nehme das ernst. Es ist eine Abstimmung über die Zufriedenheit im Ort und darüber, wen man an der Spitze der Gemeinde haben will. Für mich selbst ist das etwas weniger stressig, aber ich könnte auch problemlos mit einem Gegenkandidaten leben. Das ist Demokratie.

Was sind für Sie die wichtigsten Projekte, die Sie in den vergangenen sechs Jahren verwirklicht haben?

Das ist ziemlich genau der Zeitraum, als wir in die erste Phase der Dorferneuerung hineingestoßen sind. Er umfasste die Erneuerung und Verschönerung der Hauptstraße mit den angrenzenden Straßen und die Schrenk, wo der Wildbach herunterkommt. Das war eine echte Herausforderung und nicht ganz einfach für die Bevölkerung. Jetzt ist, glaube ich, jeder vom Ergebnis begeistert. Gut, dass die Entlastung der Anlieger bei den Straßenausbaubeiträgen kam. Indirekt beteiligt waren wir am Ausbau der Straße nach Euerdorf. Jetzt fehlt nur noch der Ausbau der Straße nach Wittershausen. Dann sind wir rundum wieder top erschlossen. Außerdem freuen wir uns über das neue Feuerwehrauto.

Was werden die größten Vorhaben in der neuen Legislaturperiode?

Wir werden jetzt den zweiten Teil der Dorferneuerung angehen. Da geht es um das Herzstück des Dorfes, den Bereich der Zehnt bis zur Straße Am Hahn. Dort wird alles komplett erneuert. Geplant sind Stellen, an denen man sich richtig gerne aufhält, alles wird sicherer und schöner. Vermutlich im April geht es mit dem neuen Baugebiet los.

Bis Ende des Jahres sollen 26 Bauplätze entstehen. Das bringt Potenzial für weiteres Wachstum des Ortes und die Chance, dass junge Leute hierbleiben. Es gibt auch den Wunsch, dass Menschen möglichst bis ins hohe Alter hier wohnen bleiben können. Da schauen wir, ob sich Möglichkeiten auftun. Wir werden also in den nächsten sechs Jahren ziemlich viel bauen.

Die Fragen stellte Wolfgang Dünnebier.

Zur Person

Thomas Hack ist 1962 in Bad Kissingen geboren, wohnt schon immer in Aura. Er hat das Gymnasium in Bad Kissingen 1981 mit dem Abitur abgeschlossen. Zwei Jahre war er bei der Bundeswehr. Dann studierte er an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Hof. Von 1986 bis 1988 arbeitete er bei der Regierung von Unterfranken, seit 1988 bei der Stadt Bad Kissingen. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Töchter.