Bad Kissingen
Gastronomie

Tanzcafé öffnet erst 2020

Bernd Schneider und Anja Dunkel wollten die alte Disco eigentlich heuer wieder zum Laufen bringen. Doch jetzt werden erst mal neue Strom- und Wasserleitungen verlegt.
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Neue Dekoration mit alten Vinyl-Platten: Hier will Discjockey Oernie (Bernd Schneider) demnächst Musik auflegen.  Foto: Isolde Krapf
Neue Dekoration mit alten Vinyl-Platten: Hier will Discjockey Oernie (Bernd Schneider) demnächst Musik auflegen. Foto: Isolde Krapf
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"Als ich das Haus damals von innen sah, hab ich mich gleich verliebt", beschreibt Bernd Schneider (Unterschleichach) den Moment, als er Anfang 2019 mit seiner heutigen Frau Anja Dunkel (Eußenheim) - die beiden haben vor kurzem geheiratet - das frühere Tanzlokal Bodenlaube an der Reiterswiesener Burgstraße besichtigte. Sein Herz habe "höher geschlagen", als er die noch sehr gut erhaltene Inneneinrichtung aus den 1980er Jahren zum ersten Mal sah.

Man müsste ein bisschen entrümpeln, hie und da eine Wand streichen, vielleicht die Theke dekorieren und die Toiletten sanieren, dachten sich die beiden seinerzeit in ihrer Begeisterung. Kurze Zeit später legten sie los, nachdem der Pachtvertrag mit Besitzer Helmut Ess vorbesprochen war.

Höhere Kosten als geplant

Inzwischen sind Schneider (61) und Dunkel (55) leicht ernüchtert. Freilich sei ihnen gleich klar gewesen, dass die Heizungsanlage ausgetauscht werden muss und Reparaturen am Dach anstehen, sagt Dunkel beim jüngsten Pressegespräch. Doch beim Besuch der Stadtwerke habe sich dann herausgestellt, dass die Stromleitungen in dem alten Gebäude runderneuert werden müssen und man die Wasserleitung nach außen fortführen muss. Das alles dauert seine Zeit, sagt Dunkel. "Und es wird natürlich viel mehr Geld kosten als wir eingeplant haben." Beide rechnen mit einem Betrag von rund 20 000 Euro, den sie zusätzlich in die Hand nehmen müssen. Zudem hängt die von der Stadt angekündigte Sanierung der Burgstraße wie ein Damoklesschwert über dem persönlichen Herzensprojekt von Schneider und Dunkel. "Wir wissen weder, wann es genau vor unserer Haustür losgeht, wie lange es dauert und ob uns das vielleicht auch noch Geld kostet", sagt die 55-Jährige. Aufgeben wollen die beiden freilich nicht. Schließlich haben sie schon allerhand bewerkstelligt in dem kleinen Lokal mit dem Charme der 1980er Jahre.

Die Heizung läuft schon

Die Berge mit Sperrmüll, die sich nach den Räumaktionen immer wieder vor dem Haus ansammelten, sind nun endlich Vergangenheit, sagt Dunkel. Die neue Ölheizung ist eingebaut und läuft bereits, so dass das Arbeiten jetzt, wo es draußen kalt wird, im beheizten Inneren noch mehr Spaß macht. So manche Wand ist inzwischen gestrichen.

Dennoch stehen weitere Malerarbeiten an, und in der Küche muss der Boden neu gefliest werden, zählt Dunkel auf. Für sein neues Projekt hat das Pächter-Paar natürlich schon allerhand Ideen. Was die Musik angeht, will Schneider, selbst ein erfahrener Discjockey, angefangen von Pop, über Rock und Latino bis hin zu Country alle möglichen Musikstile ins Programm mit aufnehmen. "Ü30" sei zwar generell das Motto, sagt Dunkel. Denn Menschen dieser Generation fänden hierzulande kaum noch Möglichkeiten abzurocken. Doch auch die Älteren, die Generation "Ü60", wollen beide mit ins Boot holen. "Wir laden eben nachmittags mal zum Tanztee ein, es gibt Kaffee und Kuchen, und dann wird die Musik aus den Zeiten unserer Gäste gespielt."

Tanztee und Motto-Party

"Wir wollen auch mal einen Abend für die Jugend veranstalten oder eine Motto-Party machen." Zudem sollen auch Menschen mit Behinderung zum Tanzen kommen, sagt die quirlige Frau und erzählt in diesem Zusammenhang von einem ihrer Söhne, der Autist ist. "Wer nicht tanzen kann, dem können wir ja Grundschritte beibringen", sagt Dunkel. "Und wer im Rollstuhl sitzt, bringt uns vielleicht seine Art des Tanzens bei."

Etwas enttäuscht ist die 55-Jährige schon, dass alles nicht schneller vorangeht. Eigentlich hätten sie und ihr Mann das Tanzlokal gern schon im Dezember eröffnet. "Doch jetzt zieht sich's halt hin", sagt sie und macht klar, dass auch die Frage der zusätzlichen Kosten bislang nicht gelöst ist. "Aber wir geben nicht auf. Wir werden schon eine Möglichkeit finden, unseren Traum umzusetzen." Geplant ist die Eröffnung nun für den 1. Februar 2020. Isolde Krapf

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