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Bad Kissingen
Sozial

Hilfe für Frauen in Not: Sie geben Würde zurück

In den Schicksalen dieser Frauen steckt so viel Gewalt, wie sich die allermeisten wohl nicht vorstellen können. Unterstützen Sie "Solwodi", um den Damen zurück ins Leben zu helfen.
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Zwangsprostitution, Menschenhandel, Mädchen, die verheiratet werden sollen...Die Lebensläufe der jungen Frauen, die bei der Hilfsorganisation "Solwodi" ankommen, stecken voller Gewalt.  Foto: Boris Roessler/dpa
Zwangsprostitution, Menschenhandel, Mädchen, die verheiratet werden sollen...Die Lebensläufe der jungen Frauen, die bei der Hilfsorganisation "Solwodi" ankommen, stecken voller Gewalt. Foto: Boris Roessler/dpa

Alicia* kann nur schlafen, wenn das Licht an bleibt. Die junge Frau heißt eigentlich anders, will aber nicht, dass ihr richtiger Name in der Zeitung steht. Alicia* ist im fünften Monat schwanger. Sie hat Angst, dass der Vater ihres Kindes sie finden könnte. Die 26-Jährige ist auf der Flucht - vor ihrem früheren Freund, vor ihrem früheren Leben. Bei den Mitarbeitern von "Solwodi" in Bad Kissingen hat sie Zuflucht gefunden. Die Organisation setzt sich speziell für Frauen ein, die in einer Notlage stecken - so wie Alicia*: "Der Vater vom Kind wollte es tot machen."

Zwangsprostitution, Menschenhandel, Mädchen, die verheiratet werden sollen, Ausbeutung, Missbrauch... Wenn die jungen Frauen endlich Hilfe finden bei Menschen wie Renate Hofmann von Solwodi Bad Kissingen, haben sie oft ein Schicksal hinter sich, das durchzogen ist von Gewalt. Lebensläufe, für die die Vorstellungskraft der allermeisten nicht ausreicht. Renate Hofmann leitet die Organisation im Landkreis Bad Kissingen. Über die Polizei oder einen Arzt landen die meisten der Frauen bei dem Verein. Solwodi steht für "Solidarity with Women in Distress" - Solidarität mit Frauen in Not. Renate Hofmann will zusammen mit ihrem Team Migrantinnen zu einem lebenswerten Leben verhelfen. Ihr Rezept: Deutsch-Kurs, Ausbildung, Arbeit, eigene Wohnung. Damit die Hilfe ankommt, ist eines maßgeblich, meint Renate Hormann: "Integration gelingt nur dann, wenn Frauen zu uns Vertrauen aufbauen. Nur dann können wir ihnen wirklich Hilfestellung leisten."

Sichere Schutzwohnung

Am Anfang ist eine sichere Unterkunft in einer der Schutzwohnungen das Wichtigste. Manche bleiben vier Wochen, andere ein Jahr. Maria* ist vor fünf Jahren aus der Kissinger Frauenschutzwohnung mit ihren Kindern in die eigenen vier Wände umgezogen. Sie kommt wie viele der Betroffenen aus einem afrikanischen Land. Schläge, Hunger, Drohungen - Menschen werden zur Beute von Unmenschen. Frauen bezahlen mit ihrem Körper. Jede trägt ihre eigene Geschichte mit sich, erzählt Galina Esin von Solwodi. Viele wurden würdelos behandelt, ausgenutzt und fremdbestimmt. Viele Frauen tragen ein Trauma in sich. Maria* hat immer zwei Handys bei sich. Eines ist ein altes Tasten-Handy. Das lässt sich nicht so leicht zurückverfolgen.

Im Jahr 2018 haben sich 136 Frauen bei den Sozialpädagogen des Kissinger Vereins gemeldet und um Hilfe gebeten - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. "Wir sind auf Spenden angewiesen", sagt Renate Hofmann. Auch die Schutzwohnungen werden aus Spenden finanziert.

Alicia* hat sich ihr frohes Gemüt bewahrt. Trotz allem. Die 26-Jährige lacht: Sie hat endlich eine Arbeitsstelle gefunden.

Aktion Aus dem Landkreis für den Landkreis: Das Spenden-Projekt "Weihnachtshilfe" findet heuer zum 23. Mal statt. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit ruft die Saale-Zeitung ihre Leser zum Spenden auf. Das Geld wird für die Soforthilfe für Menschen gebraucht, die in eine Notlage geraten sind. Der Caritasverband verwaltet das Spendenkonto. Außerdem wird das Geld von der Kissinger Drogenhilfe "Kidro" eingesetzt sowie vom sozialpsychiatrischen Dienst der Diakonie Bad Kissingen. Weiterhin greifen Sie mit Ihrer Spende "Solwodi", einem Frauen-Hilfsprojekt unter die Arme.

Helfen Sie wollen ein Teil der Aktion werden und dabei helfen, dass Ihre Mitmenschen wieder auf die Beine kommen? Das Spendenkonto der Aktion bei der Kissinger Sparkasse IBAN: DE75793510100008238107 Wer eine Spendenquittung benötigt, macht einen Vermerk und bekommt vom Caritasverband per Post die Quittung für seine Spende.

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