Münnerstadt
Landtagswahl

Selbst einbringen statt schimpfen

Matthias Kleren tritt bei der Landtagswahl als Direktkandidat für die Freien Wähler an. Für ihn steht die Entwicklung des ländlichen Raums an erster Stelle.
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Matthias Kleren auf dem Münnerstädter Anger.  Foto: Heike Beudert
Matthias Kleren auf dem Münnerstädter Anger. Foto: Heike Beudert

Matthias Kleren ist ein waschechter Unterfranke. In Bad Kissingen geboren, absolvierte er nach der Schulausbildung eine Lehre als Kfz-Mechaniker. Ein halbes Jahr war er als Geselle tätig, dann zog es ihn zur Polizei. Nach der Ausbildung ging er in den medizinischen Dienst der Polizei, war bei Demonstrationen und Fußballspielen im Einsatz. "Und auch bei Abseilübungen des SEK", sagt er. Das war in München. Würzburg und Schweinfurt waren weitere berufliche Stationen, schon da wohnte er in Münnerstadt. Im Jahr 2000 ließ er sich zur Polizeiinspektion Bad Kissingen versetzen, noch im gleichen Jahr folgte der Umzug ins eigene Heim nach Althausen. Seit 2007 ist Matthias Kleren Verkehrserzieher bei der PI.

Der 45-Jährige ist seit 1995 mit Kerstin Denner-Kleren verheiratet und hat drei Töchter im Alter von 22, 14 und drei Jahren. "Wir haben noch einmal ein Nesthäkchen bekommen", sagt er. Nancy hatte einen schweren Start ins Leben, sie kam elf Wochen zu früh auf die Welt. "Neun Wochen lang jeden Tag zur Intensivstation zu fahren - das war schon eine harte Zeit. Aber Nancy ist eine Kämpfernatur und hat sich sehr gut entwickelt."

Familie an erster Stelle.

Befragt nach seinen Hobbys, nennt er natürlich an erster Stelle seine Familie. "Wir versuchen, so viel Zeit wie möglich zusammen zu verbringen." Ganz wichtig sei für ihn auch die Kreisverkehrswacht, sagt er. "Die Verkehrssicherheit liegt mir sehr am Herzen." Matthias Kleren ist Geschäftsführer der Verkehrswacht und Moderator verschiedener Programme, wie "Könner durch Erfahrung" und "Kind und Verkehr". "Da kann ich mein Hobby mit meinem Beruf verbinden."

Die Arbeit im Stadtrat der Stadt Münnerstadt ist für Matthias Kleren neben seiner Gewerkschaftstätigkeit und sein Engagement im Bürgerbadverein ein weiteres Ehrenamt, aber auch eine Verpflichtung. "Ich bin erst bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2014 politisch aktiv geworden." Der Grund dafür sei die Schließung des stätischen Hallenbad gewesen. Entschlossen dazu hat er sich nach einem Gespräch mit seiner Frau. Dabei sei ihm bewusst geworden, dass man nicht immer nur schimpfen könne. "Man muss sich selbst einbringen und selbst Verantwortung übernehmen", ist er überzeugt. Dann hat er sich Gedanken darüber gemacht, welche Partei oder Gruppierung am besten zu ihm passt und hat sich für die Freien Wähler entschieden. "Weil die nicht so parteigebunden sind."

Bei der Kommunalwahl 2014 hat es für Matthias Kleren noch nicht ganz gereicht. Er hat einen Sitz im Stadtrat knapp verfehlt. Als dann Bruno Schäfer im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist, rückte Matthias Kleren nach. Wenig später wurde er vom Gremium zum Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschuss gewählt.

Bei der Freien Wählern ist Matthias Kleren schnell heimisch geworden. Inzwischen ist er Vorsitzender der Kreisvereinigung des Landkreises sowie des Kreisverbandes des Altlandkreises Bad Kissingen. Bei der Nominierungsveranstaltung der Freien Wähler für den Landtag ist Matthias Kleren als Direktkandidat vorgeschlagen und einstimmig gewählt worden. "Ich bin bereit, mich dieser Herausforderung zu stellen und für meine Heimat einzusetzen."

Die politischen Positionen von Matthias Kleren:

Ländlicher Raum Dass der ländliche Raum gestärkt wird, steht für Matthias Kleren an erster Stelle. "Wir brauchen unsere Natur, aber eben auch Infrastruktur, Arbeitsplätze und den Breitbandausbau", sagt er. München und andere Großstädte kosten viel Geld. Eine Programmierfirma könne sich beispielsweise für weit weniger Geld in Münnerstadt ansiedeln. Dafür benötige man aber das schnelle Internet. "Wir wollen erreichen, dass möglichst jedes Haus mit einem Glasfaseranschluss versorgt wird." Das sei natürlich nicht leicht, aber zumindest über einen schnellen Internetzugang, beispielsweise über einen Hybridanschluss sollte jeder Haushalt verfügen, "Wir brauchen Arbeitsplätze", sagt Matthias Kleren und verweist auch auf die aktuellen Schwierigkeiten der Firma Remog in Münnerstadt. "Wir müssen und dafür einsetzen, dass solche Arbeitsplätze erhalten bleiben." Und: "Diese Arbeitsfläche sind auch mit dem Schicksal ganzer Familien verbunden."

Wichtig ist ihm ebenfalls der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Die Arbeitsplätze seien nun einmal meist in den größeren Städten zu finden. Durch gute Verbindungen könne man Dörfer und kleine Städte als Wohnart attraktiver machen.

Heimat Genau so wichtig ist für Matthias Kleren die Heimat. "Wir haben eine wahnsinnig schöne Landschaft, die auch erhalten werden muss", sagt er. "Deshalb bin ich dafür, Windräder geballt beispielsweise an Autobahnen zu bauen, und nicht da mal drei Windräder und da mal drei." Die Heimat stärken - da stecke so viel dahinter, meint der Kandidat der Freien Wähler. "Das kann man in einer Legestaturperiode gar nicht schaffen." Aber man könne zumindest damit beginnen.

Bildung Matthias Kleren will sich dafür einsetzen, dass die verbliebenen Schulstandorte im ländlichen Raum erhalten bleiben. "Überall schließt man kleine Schulen. Wir wollen lieber mehr Lehrer und kleinere Klassen. Und genauso halte ich nichts davon, Lehrkräfte als Saisonarbeiter zu beschäftigen."

Gesundheit "Wir müssen unsere Kreiskrankenhäuser möglichst erhalten, vor allem die Geburtenstationen. Auch das Problem der sinkenden Anzahl an Hebammen muss gelöst werden." Es könne nicht sein, dass diese Fachkräfte ihren Beruf aufgeben, weil sie sich die Versicherung nicht leisten können." Ein weiteres Problem: "Für Ärzte muss der ländliche Raum attraktiver werden." Dringenden Handlungsbedarf sieht er auch im Pflegebereich.

Sicherheit Gerade auch als Polizeibeamter ist es Matthias Kleren wichtig, dass die Sicherheit auf dem Land gewährleistet bleibt. "Deshalb bin ich gegen die Schließung oder Zusammenlegung von Dienststellen. Die Polizei muss einfach vor Ort sein."



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