Bad Bocklet
Initiative

Schwimmen ist lebenswichtig

Immer weniger Kinder können richtig schwimmen. Für den Bad Bockleter Bürgermeister Andreas Sandwall ist Handlungsbedarf angesagt.
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Lieber nicht ohne Schwimmflügel ins Schwimmbecken gehen, oder?  Foto: Florian Schuh/dpa
Lieber nicht ohne Schwimmflügel ins Schwimmbecken gehen, oder? Foto: Florian Schuh/dpa

Sommerzeit, Badezeit: Die meisten Kinder freuen sich da aufs Schwimmbad oder auf den Urlaub mit den Eltern am Meer. Doch wie sieht's mit den Schwimmkünsten der Sprösslinge aus? Eine repräsentative Forsa-Umfrage der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft brachte 2017 an den Tag, dass man sich um kleine Wasserratten eher Sorgen machen muss. Denn fast 60 Prozent der Zehnjährigen in Deutschland können nicht richtig schwimmen. Nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen besitzen ein Schwimmabzeichen.

Bad Bocklets Bürgermeister Andreas Sandwall machte sich zu diesem Thema schon länger Gedanken und will der negativen Entwicklung jetzt mit kostenlosen Schwimmkursen für Vorschulkinder entgegenwirken.

Dass immer weniger Kinder schwimmen können, sieht der Bürgermeister mit wachsender Sorge. Geschuldet sei dies vielleicht auch der Tatsache, dass kommunale Bäder vielerorts aus finanziellen Gründen geschlossen werden, meint er. In Bad Bocklet sei das zum Glück anders, denn das Bewegungsbad im Kurmittelhaus gibt es schon sehr lange, und es fanden dort auch in der Vergangenheit schon Schwimmkurse statt, so der Bürgermeister weiter. Im Zuge der Sanierung des Gebäudes durch die Caritas wurde dem Hallenbad nun eine neue Sauna zugeordnet. Von Anfang an habe er sich bei den Gesprächen mit der Caritas dafür eingesetzt, dass auch nach der Modernisierung des Gebäudes hin zum Spa Badehaus noch Schwimmkurse für Kinder dort stattfinden und eventuell auch Schulklassen dort schwimmen gehen sollen, sagt Sandwall. Das sei von der Caritas-Leitung auch zugesagt worden.

Seit Jahrzehnten schon gibt der Bad Kissinger Förderverein Gesundheitszentrum nämlich in Bad Bocklet Schwimmkurse für Kinder aller Altersstufen, sagt Sandwall. "Meine drei Kinder haben auch alle dort schwimmen gelernt." Doch zu solchem Training müssen Eltern ihre Sprösslinge erst mal anmelden. Möglicherweise kennen viele Väter und Mütter diese Kurse nicht oder halten sie nicht für wichtig, so der Bürgermeister. Vielleicht gebe es auch Familien, die sich das nicht leisten können.

Seepferdchen-Urkunde

"Manchmal muss man solche Angebote auch einfach wieder mal pushen. Vor einem Jahr kam mir der Gedanke, dass man Vorschulkindern vielleicht über die Kommune zu einem ersten kostenlosen Schwimmtraining verhelfen könnte." Der Förderverein habe sich dann bereiterklärt, ein solches Kursangebot samstags mit aufzunehmen. An zwölf Samstagen, jeweils eine Dreiviertelstunde lang, können die Mädchen und Buben dann lernen, sich im kühlen Nass zu behaupten. Nach zehn Übungseinheiten steht schließlich der Erwerb des Seepferdchens an. Wenn die Mädchen und Buben dann die Urkunde haben, können sie sich immerhin schon auf einer Strecke von 25 Metern über Wasser halten.

Erster Kurs bereits ausgebucht

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Beim Neujahrsempfang am 20. Januar hatte Sandwall das Thema erstmals öffentlich gemacht. "Kurze Zeit später wurde ich schon von Eltern darauf angesprochen." Der Bedarf scheint da zu sein, vermutet der Bürgermeister.

Letzte Zweifel seien dann in der vergangenen Woche ausgeräumt worden: Am 4. Februar hatte die Kommune Briefe an 30 Vorschulkinder samt Gutschein zum kostenlosen Schwimmtraining verschickt. Eine Woche später war der erste Kurs am 16. März, mit 20 Plätzen, bereits ausgebucht. Ein zweites Training soll laut Sandwall im Sommer anlaufen.

Zur Finanzierung trägt die Marktgemeinde pro Kurs 2000 Euro bei. "Das muss es uns wert sein", sagt der Marktgemeindechef. Denn schließlich könne sicheres Schwimmen im Notfall auch überlebenswichtig sein. ikr



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