Gemünden am Main
Bilanz

Scherenburg-Festspiele auf Rekordkurs

Trotz der großen Hitze werden die Freilichtspiele auf der Gemündener Scherenburg sehr gut besucht. Daher werden auch einige Zusatzvorstellungen angeboten.
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Die Nachfrage ist groß: Eine zusätzliche Vorstellung der Musikrevue "Petticoat und Minirock" ist auf der Scherenburg zu sehen. Elke Röder/Festspielverein
Die Nachfrage ist groß: Eine zusätzliche Vorstellung der Musikrevue "Petticoat und Minirock" ist auf der Scherenburg zu sehen. Elke Röder/Festspielverein
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Erfreut über die Resonanz etwa zur Halbzeit der 28. Scherenburg-Festspiele ist bisher Hans Michelbach, Vorsitzender des Festspielvereins. "Wir hatten 20 000 Besucher", sagt Michelbach bei einem Pressegespräch, "und noch etwa zwei Wochen Spielzeit. Wir sind zur Zeit also auf dem Weg zu einem Besucherrekord." Über diese Entwicklung ist der Vorsitzende natürlich erfreut.
Dafür mit verantwortlich sei die Auswahl der Stücke durch den Intendanten Peter Cahn und natürlich auch die engagierten Schauspieler. Nach den Premieren der Stücke und den positiven Kritiken in der Presse "lief das wie eine Rakete an", sagt Michelbach.
Ob die momentane Hitzewelle Auswirkung auf die Festspiele hat? "Auf die Schauspieler schon", sagt Julia Kiefer, "die müssen in der Pause tüchtig nachkippen, was auf der Bühne ausgeschwitzt wurde." Die Besucher würden sich "mit den hochwertigen Programmheften Luft zufächeln", sagt die Geschäftsführerin der Festspiele. Sie habe beispielsweise vermutet, dass bei der Nachmittagsvorstellung von "Petticoat und Minirock" am Sonntag weniger Leute kommen würden, als gebucht haben - es war drückend heiß. Aber die Leute seien da und die Vorstellung gut besucht gewesen. "Die Leute haben natürlich gefächert, was das Zeug hält."


Von Bürgern für die Bürger

Besucht hat diese heiße Nachmittagsvorstellung auch Kiefers Schauspielfreundin Katja Mitchell aus Köln, die als Gast beim Pressegespräch dabei war. "Ich war überrascht, die Besucher haben es sich trotz der Hitze nicht nehmen lassen, aufzustehen, mit zu klatschen und sich zu bewegen", sagt Mitchell. Selbst sie habe für einen kurzen Moment vergessen, dass es zu warm war, sich zu bewegen. "Aber die Spielfreude, die von der Bühne rüberkam, war viel größer als die ewige Klebrigkeit", erzählt die Schauspielerin lachend.
Die Lebensfreude kommt bei den Stücken gut rüber, man wolle kurzweilige Sommerunterhaltung, Theater und Kultur bieten sowie die Menschen zusammenführen, sagt Michelbach. "Von den Bürger für die Bürger" ist das Motto, viele ehrenamtliche Mitarbeiter auf und hinter der Bühne hätten die Festspiele, erklärt der Vorsitzende. Und das sei auch wichtig, um kostendeckend arbeiten zu können.


Kein Automatismus

Wegen des bisher großen Erfolgs der Stücke und der anhaltenden Nachfrage wird es auch zwei Zusatzvorstellungen geben. Sind diese, wie beispielsweise Zugabe bei Konzerten, schon vorher eingeplant? "Das ist kein Automatismus", erklärt Kiefer, "wenn wir merken würden, dass die Nachfrage nicht da ist, gäbe es auch keine weiteren Vorstellungen." Das seien ja alles auch zusätzliche Kosten, die dadurch entstehen würden. Aber intern würden schon Termine im Vorfeld sicherheitshalber geblockt, damit sich Ensemble sich darauf einstellen kann, sagt Kiefer.
"Petticoat und Minirock" wird zusätzlich am Dienstag, 7. August, um 20.30 Uhr aufgeführt werden, "Pippi in Taka-Tuka Land" am Freitag, 10. August, um 16 Uhr.


Neubau geplant

Wie es der Zufall wollte, kam passend am Ende des Pressegesprächs auch noch der 20 000. Besucher der diesjährigen Festspiele ins Gemündener Verkaufsbüro - eine Frau. Susanne Walter aus Obersinn durfte sich über einen Bocksbeutel aus der Scherenburg-Edition und über Gutscheine für zwei Karten für die Festspiele im kommenden Jahr freuen. 2019 wird sie noch in der altbekannten Spielstätte an der Scherenburg ein Stück genießen dürfen.
Für die zukünftige Entwicklung der Scherenburg-Festspiele mit dem Neubau einer festen Bühnen- und Tribünenanlage freut sich Michelbach darüber, dass nun die Zusage für eine LEADER-Förderung der EU über 200 000 Euro und 360 000 Euro aus dem Kulturfond Bayern eingegangen ist.
"Das wesentlich finanzielle Fundament der neuen Spielstätte ist damit entstanden", sagt der Vorsitzende. Er rechnet damit, dass für die 30. Scherenburg-Festspiele in zwei Jahren dann die neue Bühnen- und Tribünenanlage zur Verfügung steht. "Da werden wir ein Riesenfeuerwerk auf die Bühne bringen und das Jubiläum gebührend feiern", sagt Kiefer.


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