Fuchsstadt
Transport

Rohrbruch stoppt Windrad-Teile

Baubeginn von drei Windrädern bei Gauaschach überrascht viele. Tieflader halten sich bei der Anlieferung nicht an die erwünschte Route.
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Während ihrer Zwangspause blockierten die Sattelschlepper diesen Parkplatz an der B 287 bei Fuchsstadt. Foto: Arkadius Guzy
Während ihrer Zwangspause blockierten die Sattelschlepper diesen Parkplatz an der B 287 bei Fuchsstadt. Foto: Arkadius Guzy

Mit tonnenschweren Betonringen an Bord strandeten am Montag drei überbreite Schwertransporter auf dem Parkplatz an der B 287 zwischen der Autobahnabfahrt und Fuchsstadt. Sie wollten mit den Teilen für den Windpark bei Gauaschach durch den Ort fahren. Zu diesem Zweck hatte das Landratsamt in der Haupt- und der Schweinfurter Straße bis zum 15. August absolutes Halteverbot angeordnet. Das hat nun viele Autofahrer überrascht. "Mich auch", drückt Bürgermeister Peter Hart auf Nachfrage dieser Redaktion seine Verwunderung aus.

Doch es kam am Montag noch dicker. Ein Wasserrohrbruch machte die Hauptstraße für den Konvoi kurzfristig unpassierbar. Wegen der erforderlichen Reparatur mussten die Sattelschlepper pausieren. Erst mit neu ausgestellten Genehmigungen durften sie noch am gleichen Tag die Engstelle über die westliche Anbindung Fuchsstadts umfahren. Für Diskussionen sorgt aktuell, warum die Laster überhaupt die Abkürzungen durch den Ort nehmen durften. Und dies, obwohl bei der Umfahrung über die B 287 und den Lagerberg keine unmittelbaren Anwohner betroffen wären. So war es in den Bau-Vorbesprechungen offenbar anvisiert.

Nun wählt die beteiligte Spedition für die kompakteren Teile offenbar eine kürzere Route. Die längeren Brocken, wie etwa die Rotoren, müssen aber den erwünschten Umweg einhalten. Ins Gelände an ihren Bestimmungsort sollen die Lieferungen über einen Abzweig an der Röderwaldspinne und extra angelegte Baustraßen gelangen.

Genauso, wie die Teilelieferungen, kommt der Baubeginn der Rotoren für die breite Öffentlichkeit aus heiterem Himmel. Bauherr Green Energy 3000 (Leipzig) hat es offenbar versäumt, auf mögliche Einschränkungen in der Bauphase hinzuweisen. Überrascht über dieses Vorgehen zeigt sich auf Nachfrage dieser Redaktion Gauaschachs Ortssprecher Edmund Schaupp.

Bereits über die Genehmigungsphase der Windräder drang wenig nach außen. "Wer es wissen wollte, konnte es wissen", verweist Schaupp zur Planung auf eine Informationsveranstaltung der Waldkörperschaft 2018 mit Firmenvertretern. Den Segen für die Rotoren hatte der Stadtrat 2017 gegeben.

Anders als 2009 bei Errichtung der drei bestehenden Windräder bei Gauaschach, blieben nach diesem Beschluss Proteste im Ort aus. Das liegt laut Schaupp wohl auch daran, dass sich die Einstellung zur Energiewende geändert hat und die Rotoren weiter vom Ort entfernt aufgerichtet werden. Außerdem profitieren zahlreiche Bewohner, weil sie Mitglieder der Waldkörperschaft sind, die Grundstücke zur Verfügung stellt. Auf Nachfrage will Green Energy 3000 sein Projekt bei einem Pressegespräch auf der Baustelle darlegen.

Besser gestaltete die Green City AG ihre Öffentlichkeitsarbeit in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fuchsstadt. Dieses Münchner Unternehmen hat ebenfalls eine Genehmigung für drei Windräder im gleichen Bereich südlich der Lauerbachtalkapelle. Monate vor dem angepeilten Baubeginn hatte Green City 2018 Bürger und Presse bei einer Versammlung zum Zeitplan und möglichen Einschränkungen in der Bauphase informiert. Allerdings liegt dieses Projekt auf Eis, weil die Herstellerfirma der Windräder Insolvenz angemeldet hat (wir berichteten). Offen ist auch, wann die Pro Wind GmbH (Osnabrück) im Heiligenthal auf Elfershäuser Gemarkung mit ihrem Bau von ebenfalls drei genehmigten Windrädern beginnt.

Ursache für den Wasserrohrbruch war übrigens eine fehlerhafte Schweißnaht zwischen den Kunststoffrohren. Wolfgang Dünnebier

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