Gemünden am Main
Bilanz

Renner beim Publikum

Die Scherenburgfestspiele kommen sehr gut an: Hans Michelbach peilte in einer Halbzeitbilanz wieder eine Besucherzahl von 20 000 an.
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Für das Stück "Petticoat und Minirock" gibt es eine Zusatzvorstellung am 7. August.  Foto: Michael Mahr/Archiv
Für das Stück "Petticoat und Minirock" gibt es eine Zusatzvorstellung am 7. August. Foto: Michael Mahr/Archiv
Die Scherenburgfestspiele 2018 sind nach den Worten von Hans Michelbach ein "Theater-Kracher" und "Publikumsmagnet". In seiner Halbzeitbilanz bezeichnete der langjährige Vorsitzende des Festspielvereins die alljährlich angepeilte Marke von 20 000 Besuchern für "durchaus erreichbar". Wegen starker Nachfrage wird es am 7. August um 20.30 Uhr (Petticoat und Minirock) und am 10. August um 16 Uhr (Pippi im Taka-Tuka-Land) zwei zusätzliche Vorstellungen geben.


Bewährte Mischung

Den "überdurchschnittlichen Erfolg" der Scherenburgfestspiele schrieb Michelbach mehreren Faktoren zu. Zum einen sei die Auswahl der drei Stücke durch den künstlerischen Leiter Peter Cahn, den Regisseuren Urs Alexander Schleiff, Jutta Großkinsky und vor allem dem Multitalent Julia Kiefer zu verdanken. Aber auch der bewährten Mischung der Akteure auf der Bühne von fünf Profis und einer Schar von Laien-Schauspielern. "Mit den Bürgern, für die Bürger", nannte der Vorsitzende das erfolgreiche Konzept.
Über einen Teilerfolg kurz vor der Festspiel-Halbzeit konnten sich Michelbach und die Geschäftsführerin Judith Käfer am Wochenende freuen. Mit Simone Scheuring aus Frammersbach konnten sie die 10 000. Besucherin begrüßen.
In einer ersten Besucheranalyse sagte Michelbach im Pressegespräch, dass rund 40 Prozent der Besucher aus dem Landkreis Main-Spessart kamen. Gut die Hälfte kam aus den anderen unterfränkischen Landkreisen und kreisfreien Städten. Etwa zehn Prozent haben ihren Wohnsitz in Hessen oder Baden Württemberg. "Da ist noch Potenzial" meinte Michelbach.
"Der Bauantrag für eine neue Anlage ist eingereicht", sagte Architekt Armin Kraus und Michelbach ergänzte: "die Umsetzung des Projekts hat eine reelle Chance". Demnach soll am Ende nicht nur eine Aufwertung der Festspiele sondern auch die der Scherenburg und damit auch der Stadt stehen. Das Projekt: der Neubau einer dauerhaften, überdachten Zuschauertribüne - der einzigen in Unterfranken, die auch ständig genutzt werden soll - mit 660 Sitzplätzen. Zusätzlich gehören eine neue Bühne, Künstlergarderobe, Proberäume, Werkstatt für Kostüme und Requisiten, Behindertengerechte Toilettenanlage sowie Kassenhäuschen und Technikraum. Alles könnte dann auch für andere Veranstaltungen und auch für Work Shops von Schulen und Vereinen genutzt werden. Durch die neue, abgeschlossene Anlage bleiben Burganlage und Burgkeller dann ganzjährig für Besucher zugänglich. Veranschlagt sind die Gesamtkosten auf knapp 1,209 Millionen Euro. Für 360 000 Euro hat der Festspielverein bereits die Zusage vom Freistaat Bayern aus Mitteln des Kulturfonds. Ein positives Signal hat Michelbach am Wochenende erhalten, wobei er mit 200 000 Euro aus dem Leader-Programm der Europäischen Union rechnen kann. Der Bezirk Unterfranken steht mit 150 000 Euro im Finanzplan. Die gleiche Summe will der Verein beim Landkreis Main-Spessart und 40 000 Euro bei der Stadt Gemünden beantragen. Der Verein will sich mit Eigenmitteln in Höhe von 308 580 Euro beteiligen.
Gebaut werden kann nur zwischen zwei Spielzeiten. So rechnet Architekt Armin Kraus mit dem ersten Spatenstich noch in der Spielzeit 2019. Rechtzeitig zum 30-jährigen Bestehen des Festspielvereins könnte dann die neue Bühnenanlage ihren Betrieb aufnehmen. hn


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