Bad Kissingen
Bürgermeisterwahl

OB-Wahl wieder nur ein Zweikampf?

Oberbürgermeister Kay Blankenburg hat jetzt zum dritten Mal erklärt, dass er wieder kandidiert. Er tritt damit Behauptungen entgegen, er habe es sich anders überlegt.
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Kay Blankenburg möchte im März gerne im Amt bestätigt werden.  Foto: Siegfried Farkas
Kay Blankenburg möchte im März gerne im Amt bestätigt werden. Foto: Siegfried Farkas

Das Gerücht, Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), stelle sich entgegen seiner Ankündigung vielleicht doch kein drittes Mal zur Wahl, ist in den vergangenen Monaten schon ein paarmal hochgekocht. So heiß wie zuletzt liefen die Drähte dabei allerdings noch nicht. Jetzt werden sogar schon drei Namen von Kandidaten kolportiert, die angeblich an Blankenburgs Stelle für die Sozialdemokraten ins Rennen gehen sollen.

Das Problem ist nur, der Experte für die Frage, ob Kay Blankenburg wieder antritt, heißt Kay Blankenburg. Und der sagte jetzt auf Anfrage dieser Redaktion: "Ich bin gerne OB in Bad Kissingen. Daran hat sich nichts geändert." So bestätigt der amtierende Oberbürgermeister denn ein weiteres Mal, was er bereits mindestens zweimal öffentlich gesagt hat, nämlich, dass er noch einmal antritt: "Ich habe nichts zurückzunehmen." Förmlich nominiert hat die SPD ihren Kandidaten freilich noch nicht. Das soll im November erfolgen.

Ungern gegen einen Amtsinhaber

Die Konstellation, die sich aus Blankenburgs Ankündigung ergibt, hat sicherlich auch Auswirkungen auf die Gesamtzahl der Bewerber um das Amt des Bad Kissinger Oberbürgermeisters bei der Kommunalwahl im nächsten März. Gegen einen Amtsinhaber antreten zu müssen, halten viele potenzielle Bewerbern für schwierig. In der Regel gibt es in dieser Konstellation deshalb weniger Kandidaten. Bad Kissingen ist dafür ein gutes Beispiel. 2008, als Karl Heinz Laudenbach nicht erneut antrat, bewarben sich fünf Männer um seine Nachfolge. 2014 hatte Blankenburg, der sechs Jahre davor die Stichwahl nur knapp gewonnen hatte, bloß noch einen Gegner, Michael Heppes von der CSU. Und der verlor klar.

Die Gerüchte, Blankenburg trete entgegen seiner Ankündigung nicht wieder an, kommen nicht zuletzt aus dem Umfeld der CSU. Das legt die Vermutung nahe, dass da der Wunsch der Vater des Gedanken ist. Die Christsozialen selbst wollen, wie berichtet, auf jeden Fall wieder ihrem Anspruch genügen und einen eigenen Kandidaten präsentieren. Vier Namen von Bewerbern um die Kandidatur wurden in den vergangenen Wochen bereits gehandelt: Lars Streiberger (Leiter der JVA Hünfeld in Hessen), Ulrich Wittfeld (Unternehmensberater) und Hans-Jörg Rustler (Geschäftsführer Gemeinde Geldersheim) sowie Gerhard Schneider (Geschäftsleitender Beamter der Stadt Bad Kissingen). Wer letztlich für die Christsozialen gegen Blankenburg antritt, sollen am 15. Oktober die Mitglieder bei einer Versammlung aller Kissinger CSU-Ortsverbände entscheiden.

Keine anderen Bewerber bekannt

Von den anderen wesentlichen Kräften der Kommunalpolitik in Bad Kissingen ist bis jetzt nichts von Gegenkandidaten für Blankenburg zu vernehmen. Andreas Kaiser, Vorsitzender und Fraktionssprecher der Freien Wähler, verweist zwar auf eine noch bevorstehende Sitzung, bei der die Frage auch Thema sei, geht aber aktuell nicht von einem Kandidaten der Freien Wähler aus.

Liane Keßler legt sich als Vorsitzende für die DBK sogar fest: "Wir werden keinen Kandidaten stellen." Die aktiven Mitglieder der DBK seien zum größten Teil selbstständig. Da gehe es nicht einfach, die Firma in die zweite Reihe zu stellen, wie es ernsthafter Einsatz im OB-Wahlkampf erfordern würde. Man habe ja auch Verantwortung für die Mitarbeiter.

Für das Lager, das sich in Kissingen selbst manchmal die Ökos nennt, also Bündnis 90/Die Grünen, Bürger für Umwelt und ÖDP, erklärt Stadtrat Richard Fix: "Wir haben keinen, der willens ist zu kandidieren." Bei der FDP, deren einziger Stadtrat Hans-Joachim Hofstetter eine Ausschussgemeinschaft mit den Ökos bildet, ist wohl nichts definitiv entschieden. Hofstetter war am Donnerstagnachmittag nicht zu erreichen.

Als kleine Unbekannte muss man den von der Heiligenfeld GmbH angestoßenen Initiativkreis Zukunft Bad Kissingen betrachten. Dort sollte zwar am Donnerstagabend über kommunalpolitische Ambitionen gesprochen werden. Was sich davon realisieren lässt, ist aber noch nicht abzusehen. Siegfried Farkas

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