Gersfeld
Exkursion

Naturschutz mit Tieren in der Rhön

Hessische Schafhalter erläuterten die Landschaftspflege. Die Schäfer klagten über die starke internationale Konkurrenz. Aber es gab auch Leckeres.
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Der Krengelsberg bei Hofaschenbach war ein Ziel bei der Schafhalterexkursion des Biosphärenreservats. Foto: Martin Kremer
Der Krengelsberg bei Hofaschenbach war ein Ziel bei der Schafhalterexkursion des Biosphärenreservats. Foto: Martin Kremer
Die alljährliche Schafhalter-Exkursion, die das Biosphärenreservat Rhön gemeinsam mit der Schafhalter-Vereinigung Rhön durchführt, führte in diesem Jahr durch die hessische Rhön. Die rund 40 Teilnehmer informierten sich im Gespräch mit Haupt- und Nebenerwerbslandwirten. Außerdem verkosten sie in der Hofkäserei von Katja Richter Käseprodukte aus Kuh- und Ziegenmilch.


Verbuschung eindämmen

Erstes Ziel der Exkursion war der Krengelsberg bei Hof-aschenbach, den Haupterwerbsschäfer Oliver Käsmann beweidet. Am Muschelkalkhang des Berges werden Ziegen eingesetzt, die die Verbuschung eindämmen sollen, um den Lebensraum für seltene Pflanzen zu sichern. Die Maßnahmen sind Teil des EU-Life-Projektes "Rhöner Bergwiesen, Hutungen und ihre Vögel". Projektleiter Jonas Thielen erläuterte die verschiedenen Maßnahmen.

Nächster Besichtigungspunkt war bei der Familie Hohmann in Tann. Der Nebenerwerbslandwirt Benny Wiegand hat dort seine 30 Kopf starke Thüringer-Wald-Ziegenherde im Winterquatier. Diese Herde wird ebenfalls im Rahmen des EU-Life-Projektes in der Landschaftspflege eingesetzt. Bemerkenswert ist, dass es sich hierbei um eine alte bedrohte Haustierrasse handelt. Vom guten Zustand der kleinen Herde überzeugten sich die Fahrtteilnehmer.


Eine deutlich größere Dimension nimmt die Schafhaltung bei Nebenerwerbslandwirt Georg Hartmann in Poppenhausen-Farnlieden ein. Der Schäfer hält schwarzköpfige Fleischschafe. Dabei wird die Herde im Sommerhalbjahr aufgeteilt. Ein Teil steht in Hofnähe unterhalb des Pferdskopfes, eine zweite Herde bei Dietershausen.


Zur Hofkäserei

Das vierte Etappenziel war die Hofkäserei von Katja Richter in Gersfeld-Brembach. Die junge Frau hat sich in den vergangenen fünf Jahren eine kleine Hofkäserei aufgebaut. Dort verarbeitet sie im Wesentlichen eigene Milch zu Bergkäse, Schnittkäse und Camembert. Inzwischen wird in der Käserei auch im Lohnverfahren Ziegenkäse verarbeitet. Bei einer Verkostung haben sich die Teilnehmer von der Qualität der Produkte überzeugt. Vermarktet wird überwiegend über Bauernläden und Märkte.

Letztes Etappenziel war die Schwarzkopfherde der Brüder Andreas und Michael Bott in Lütter. Auch diese Schafhalter haben rund 400 Muttertiere, die den Winter erstmalig im neuen Stall verbracht haben. Neben der Schafhaltung betreiben die Brüder Ackerbau. Der Betrieb ist als Bioland-Betrieb zertifiziert. Hier, wie bei allen anderen Schäfern, kam die Sprache immer wieder auf die Vermarktung. Die Schäfer klagten über die starke internationale Konkurrenz und die nach wie vor verbreitete Skepsis gegenüber Ziegen- und Lammfleisch. rtr
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