Gemünden am Main
Festspiele

Moderne Spielstätte hinter der Burg?

Seit 27 Jahren finden Theaterfestspiele auf der Gemündener Scherenburg statt, mit großem Erfolg. Doch für die Schauspieler sind die Bedingungen nicht ideal.
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Schöner Anblick: Die Spielstätte auf der Scherenburg. Allerdings sind die Bedingungen für die Schauspieler nicht ideal - Toiletten und Sozialräume sind nur provisorischer Natur. Der Festspielverein möchte eine neue Spielstätte bauen.  Michael Fillies
Schöner Anblick: Die Spielstätte auf der Scherenburg. Allerdings sind die Bedingungen für die Schauspieler nicht ideal - Toiletten und Sozialräume sind nur provisorischer Natur. Der Festspielverein möchte eine neue Spielstätte bauen. Michael Fillies
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"Es gibt weder warmes Wasser noch eine gescheite Toilette an unserer Spielstätte", sagt der Festspielvereins-Vorsitzende Hans Michelbach. "Die Schauspieler werden im Gang geschminkt und müssen sich dort umziehen, weil's keine Garderoben gibt", ergänzt Intendant Peter Cahn. 22 000 Besucher kamen im vergangenen Sommer zu den drei Stücken, der Umsatz betrug 350 000 Euro.


Langfristige Sicherung

Deshalb möchte der Festspielverein eine neue, moderne Spielstätte hinter der Burg errichten und die Fortsetzung der Festspiele damit langfristig sichern. Die Fördermittel für das rund zwei Millionen Euro teure Projekt wurden kürzlich beim Kulturfonds Bayern fristgerecht beantragt, teilte Michelbach in einem Pressegespräch mit. Auch Bezirk, Landkreis und Stadt unterstützen das Projekt. "Die in München konnten gar nicht glauben, mit welchen Verhältnissen wir zurechtkommen müssen", sagte Michelbach. Nach den Sondierungsgesprächen auf Landesebene ist er zuversichtlich, dass der Förderantrag Unterstützung findet.

"Möglicherweise wird die Förderung auf zwei Jahre gesplittet", so der Bundestagsabgeordnete und frühere Gemündener Bürgermeister. Wunsch und Ziel des Vereins ist es, die 30. Saison im Jahr 2020 in der neuen Spielstätte hinter der Burg zu absolvieren.

"Für uns wäre das ein Quantensprung", sagt Michelbach. Natürlich bedürfe der Bau einer Finanzierung, "aber wir können das schultern", ist er sicher. "Die Bedeutung der Festspiele rechtfertigt eine Förderung." Wenn das Staatstheater am Münchner Gärtnerplatz für 121 Millionen Euro saniert werde, dann seien mögliche zwei Millionen Euro in Gemünden gut angelegt, argumentiert Intendant Peter Cahn.

Aus Sicht des Festspielvereins gibt es eine Reihe von Gründen, die für die neue Spielstätte sprechen: Rund 40 000 Euro kostet es jedes Jahr, Bühne und Tribüne für sechs Wochen aufzustellen. Die Tribüne, die 550 Besuchern Platz bietet, müsste aber in absehbarer Zeit ohnehin erneuert werden. Die neue Tribüne böte 650 überdachte Zuschauerplätze. Zudem gäbe es ein Nebengebäude mit Lagerräumen, Garderoben und Sanitärräumen mit Duschen für die Schauspieler und Helfer sowie Besucher-Toiletten.


In das Gelände eingepasst

Die Tribüne ließe sich in das Gelände einpassen. Die neue Spielstätte wäre barrierefrei und böte bessere Fluchtwege. Die laufenden Kosten würden reduziert. Die Spielstätte sei außerhalb der Festspielzeit für andere Veranstaltungen nutzbar. Zudem wären Burgkeller und Burghof wieder ganzjährig besuchbar.

Diverse Details des vom Architekturbüro Armin Kraus aus Gemünden gestalteten Entwurfs sind noch zu klären (Denkmalschutz, Naturschutz, technische Ausstattung), doch wenn der Kulturfonds Anfang 2018 die Förderung zusagt, hält Michelbach einen Baubeginn nach Beendigung der Festspielsaison im Spätsommer 2018 für möglich. Markus Rill
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