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Bad Kissingen
Infrastruktur

Mehr als nur Straßen im Blick

Brücken und Gebäude: Wofür das Staatliche Bauamt in Schweinfurt alles zuständig ist.
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Leitender Baudirektor Holger Bothe. Foto: Anand Anders
Leitender Baudirektor Holger Bothe. Foto: Anand Anders
Für 1300 Kilometer Staats- und Bundesstraßen, für 55 Kilometer der A 71, für 540 Brücken und für 2300 staatliche Gebäude, darunter 150 unter Denkmalschutz, ist das Staatliche Bauamt zuständig, das die Redaktion im Rahmen der Serie über die Ämter in Schweinfurt besucht hat. Der Bauamtsbezirk ist deckungsgleich mit der Region Main/Rhön: die Landkreise Schweinfurt, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Haßberge und die Stadt Schweinfurt.
300 Mitarbeiter hat Amtsleiter Holger Bothe: 170 im Technischen Ämtergebäude zwischen der Mainberger Straße und der Alten Bahnhofstraße (neben der Polizei) in Schweinfurt und in den vier Straßenmeistereien in Schweinfurt (an der Gemarkungsgrenze zu Bergrheinfeld), in Zeil, in Hammelburg (für den Kreis Bad Kissingen) und in Rödelmaier (bei Bad Neustadt).
Dass Rödelmaier (von der Landesgrenze bis Münnerstadt) und Schweinfurt (bis Dreieck Werntal) auch eine Autobahn - die A 71 - betreuen, ist eine Besonderheit, denn ansonsten sind für diese die Autobahnmeistereien zuständig. Eine weitere Besonderheit beim Bauamt ist die zentrale überbetriebliche Ausbildung des Straßenwärternachwuchses für ganz Bayern (auch für Kommunen und Landkreise) in der ehemaligen Straßenmeisterei in Gerolzhofen. Pro Jahrgang sind es 60 bis 70 junge Frauen und Männer in Gelb, die den Schnee räumen, Gras mähen, Fahrbahnen markieren sowie reparieren und Bäume wie Büsche schneiden werden.
Die zu betreuenden Staatsstraßen in der Region summieren sich auf eine Länge von 950 Kilometern. Trotz der künftigen Infrastrukturgesellschaft des Bundes, die dessen Straßen verwalten wird, bleibt das Amt voraussichtlich auch für den Unterhalt der 350 Kilometer Bundesstraßen in der Region zuständig, da Bayern beabsichtigt, die Auftragsverwaltung für die Bundesstraßen zu behalten. Noch nicht im Detail festgelegt ist die künftige Abwicklung der Betriebsaufgaben auf der A 71, doch "was sich bewährt hat...", meint Amtsleiter Bothe. In den Straßenbau investiert das Amt jährlich etwa 30 Millionen Euro.
Die zuletzt größte Baustelle war der Ausbau der Staatsstraße zwischen Mönchstockheim und Donnersdorf. Auch die Beseitigung von unfallträchtigen Stellen auf der Nordumgehung Bad Königshofen fällt in das laufende Jahr. Als weitere Großbaustelle 2017 ist die Erneuerung der Kissinger Straße in Bad Brückenau zu nennen. Fertiggestellt ist die neue Saaletalbrücke bei Hammelburg. 540 Brücken (Staats- und Bundesstraßen) unterhält das Amt; darunter sieben Mainbrücken, von denen drei innerhalb der nächsten zehn Jahre durch Neubauten zu ersetzen sind. Neben den Mainbrücken in Theres und Haßfurt wird es auch die Schweinfurter Hahnenhügelbrücke (täglich 30 000 Fahrzeuge) treffen. Die Voruntersuchungen und Planungen laufen. Der Neubau neben der alten und später abzureißenden Brücke soll 2024 beginnen, allerdings in enger Abstimmung mit der Stadt Schweinfurt, die den Abriss und Neubau der Maxbrücke für den Zeitraum unmittelbar davor anvisiert hat.
In der Sparte Hochbau betreut das Amt zwei sehr unterschiedliche Schwerpunkte: die Bundeswehrkasernen in Wildflecken und in Hammelburg sowie die Liegenschaften des Freistaates in den Staatsbädern Kissingen, Brückenau und Bocklet, darunter das ehemalige Luitpoldbad in Bad Kissingen, das für 37 Millionen Euro zu einem modernen Behördenzentrum umgebaut wird.


Millionen für den Hochbau

In den Hochbau steckte das Amt im letzten Jahr 52 Millionen Euro, davon elf in die Bundeswehrkasernen und acht in die Staatsbäder. Große Neubauten gab es in Mellrichstadt (Beschussamt) und Haßfurt (Amtsgericht). In Schweinfurt werden für die Sanierung der Fachhochschule seit Jahren Millionenbeträge ausgegeben, etliche weitere kommen alsbald hinzu für den Internationalen Campus der Hochschule auf dem Areal der ehemaligen Ledward-Kaserne und das künftige Justizzentrum am Schillerplatz.
Bewährt hat sich nach der Erfahrung von Holger Bothe die Zusammenlegung des früheren Hochbauamtes mit dem damaligen Straßenbauamt bei der letzten großen bayerischen Verwaltungsreform. Der flexible Einsatz von Ingenieuren, Architekten und Bautechnikern in verschiedenen Aufgabengebiete klappe bestens. Als Beleg für das gute Betriebsklima kann Bothe auf die Sportgemeinschaft des Amtes verweisen, die vor allem im Fußball und beim Kegeln bereits mehrfach auch auf bayerischer Ebene erfolgreich war. Gerd Landgraf
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