Zwei Tage Action und Information waren am "Mc Kamp", dem oberhalb des Bahnhofs gelegenen "Jugend- und Freizeitcamp Gräfendorf" geboten. Initiator Jason McKinney und Ehefrau Yasmin ging es dabei nicht nur darum, das Angebot zu präsentieren, sondern auch, Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Denn einige Anwohner hatten Angst, ein "Partycamp" vor die Nase gesetzt zu bekommen.

Was sich auf dem etwa 12 500 Quadratmeter großen Areal seit dem Spatenstich für die Mehrzweckhalle im April 2016 getan hat, kann sich sehen lassen. Zwei Finnhütten stehen nun als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung, in denen jeweils bis zu acht Personen schlafen können. Sie wurden bereits von Familien und Jugendgruppen genutzt. Acht weitere Hütten sollen folgen. Außerdem gibt es ein Anmelde-, ein Barbecue- und ein Lagerhäuschen.

Für die Übernachtungsgäste wurde Platz zum Frühstücken, Grillen oder als Aufenthalt bei schlechtem Wetter geschaffen. Wer sich bewirten lassen möchte, kann Lunchpakete oder Essen buchen - das "Mc Kamp" arbeitet hier mit Cateringfirmen zusammen. Auf der Zeltwiese sprießt allmählich das Gras und verdeckt den Lehmboden zusehends. In der großen Halle werden die Boote und die Bretter für das Stand Up-Paddling auf der Saale gelagert. Außerdem befinden sich dort die sanitären Anlagen und Duschen.

Die zahlreichen Besucher konnten am Wochenende nicht nur die Gebäude besichtigen, sondern auch die Attraktionen wie Torwandschießen, Kickbike fahren, Fußballkegeln oder Bogenschießen ausprobieren. Letzteres geschah unter Aufsicht von Larry McKinney, dem Vater des Kamp-Besitzers.

Die Besucher staunten über den Fortschritte des Bauprojekts und gaben durchweg positive Rückmeldungen. Für Kinder werde viel geboten, freute sich ein Gräfendorfer: "Wir sind seit sechs Stunden hier, man hört kein Quengeln, kein ,Papa, ich will nach Hause‘. Die Kinder spielen und wissen sich zu beschäftigen."

Besonders beliebtes Ziel der Kinder war ein mit Gras bewachsener Hügel, in den zwei Betonröhren eingearbeitet wurden. Dort konnten sie sich Höhlen bauen, klettern oder mit den Kickbikes den Hügel hinunter flitzen.

Nicht nur Ortsansässige, sondern auch Freunde und Bekannte des Eichelsdorfer Ehepaars kamen aus den Haßbergen, um sich anzuschauen, was die zwei auf die Beine gestellt haben. Das Camp war vor allem ein beliebtes Ausflugsziel für Fahrrad-, Motorradfahrer und Spaziergänger. Sogar eine Nordic Walking Gruppe aus Gemünden kam zu Kaffee, Kuchen und Bratwurst vorbei.

Jason McKinney freute sich über den unerwartet großen Andrang. Der Erlebnispädagoge, gelernte Zimmermann und Fachinformatiker Jason McKinney, nahm sich Zeit für die Fragen der Besucher, führte übers Gelände und erläuterte die weiteren Vorhaben. Unternehmen aus der Umgebung, wie die Saaletal-Stuben, Stephan Schulze vom Baumhaushotel Seemühle oder der touristische Zweckverband "Spessart-Naturpark im Herzen" kamen auf ein Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit vorbei. McKinney legt beim Bau und Betrieb Wert auf ortsansässige Firmen. Und er ist einer Zusammenarbeit nicht abgeneigt, betont er.

Bürgermeister Alfred Frank, sein Stellvertreter Johannes Wagenpfahl und Gemeinderat Winfried Vorndran, die von Anfang an hinter dem Projekt standen, ließen den Abend gemeinsam auf dem Fest ausklingen.

"Ich habe viele neue nette Leute kennen gelernt. Einige könnten sich sogar vorstellen, ihren Geburtstag oder ihre Hochzeit bei uns zu feiern", freute sich Yasmin McKinney. Ihr Mann hatte gar nicht mit so viel Andrang gerechnet: "Es kamen mehr Leute, als erwartet. Ich konnte zeigen, was einmal aus dem Camp werden soll und die Leute können sich nun etwas mehr darunter vorstellen, wie es in Zukunft aussehen soll."