Schweinfurt
Bahngleise

Leichtsinn kann das Leben kosten

Mal ein Selfie auf dem Gleis machen - Runterklettern, weil das Handy reingefallen ist - Das kann das Ende sein
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Der Junge im Film will sich mit seinen Freunden treffen. Und zögert nicht, trotz heruntergelassener Schranke über die Gleise zu fahren. Geht das gut? Klemens Großkopf-Klopf von der Bundespolizei kennt die Antwort.  Foto: Anand Anders
Der Junge im Film will sich mit seinen Freunden treffen. Und zögert nicht, trotz heruntergelassener Schranke über die Gleise zu fahren. Geht das gut? Klemens Großkopf-Klopf von der Bundespolizei kennt die Antwort. Foto: Anand Anders

Der Kurzfilm, ein Werk von Studenten der Fachhochschule, der am Polizeistand in der Stadtgalerie läuft, ist ebenso spannend wie unter die Haut gehend. Drei junge Leute begeben sich aus Leichtsinn in Lebensgefahr.

Fahren trotz geschlossener Schranke über die Bahngleise. Klettern aufs Gleis, weil ihr Handy runtergefallen ist. Stolpern auf die Schienen, als sie gerade Graffiti malen. Einer der drei überlebt das nicht. "Die Jugend schaut nur noch kurz, nicht lang", sagt Klemens Großkopf-Klopf.

Zusammen mit seinem Kollegen Otto Karch hat er eine Mission: Leichtsinn verhindern, Leben retten. Die Fotos auf der Stellwand zeigen Kids und junge Erwachsene, die für ein Selfie auf den Bahngleisen posieren, Autos, die mit einem Zug zusammengestoßen sind, weil der Fahrer mal eben die Abkürzung über einen Bahnübergang nehmen wollte.

"Das beeindruckt die jungen Leute schon", sagt Großkopf-Klopf. Er bietet auch Präventionsgespräche an, wenn er jemanden da erwischt, wo er nicht sein sollte: auf den Bahngleisen, zum Beispiel. "Die Züge sind ziemlich leise geworden", sagt er. Ist jemand mit Kopfhörern unterwegs, hört Musik, kann er leicht überrascht werden.

Zweites Risiko: Abgelenkt vom Handy sein, weil man gerade chattet oder irgendwas anschaut. Großkopf-Klopf erlebt auch immer Jugendliche, die sich sicher sind, es hätte ihnen nichts passieren können auf den Gleisen. Im Fahrplan war kein Zug angekündigt. Aber da gibt es auch mal Verspätungen oder es fahren Güterzüge.

Da kann auch der erfahrenste Polizist nur den Kopf schütteln. Großkopf-Klopf setzt aber auch bei den Eltern an: Bahnanlagen sind keine Spielplätze, will er am Info-Stand vermitteln. Und wer etwas Gefährliches sieht: nicht abwenden, versuchen, zu helfen. Eine Möglichkeit: die 110 anrufen. Susanne Wiedemann

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