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Klosterkreuzberg
Neuerung

Kreuzberg: Bier nur noch aus Steinkrug

Ab Februar gibt es den beliebten Gerstensaft in der Klosterschänke auf dem Kreuzberg wieder ausschließlich in dem traditionellen Krug.
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Zurück zum Original: Ab dem 1. Februar gibt's das Kreuzbergbier wieder ausschließlich im Steinkrug. Geschäftsführer Christian Weghofer (links) und Gastronomieleiter Giuseppe Cerasola verkündeten jetzt das Aus für die Glaskrüge.  Foto: Thomas Pfeuffer
Zurück zum Original: Ab dem 1. Februar gibt's das Kreuzbergbier wieder ausschließlich im Steinkrug. Geschäftsführer Christian Weghofer (links) und Gastronomieleiter Giuseppe Cerasola verkündeten jetzt das Aus für die Glaskrüge. Foto: Thomas Pfeuffer

14 Monate hat der Versuch gedauert. Zur Folge hatte er eine Protestwelle unter Bierliebhabern - und einen Verlust in fünfstelliger Höhe. Diesen Samstag ist jetzt Schluss. Das Bier in der Klosterschänke auf dem heiligen Berg der Franken wird ab 1. Februar nicht mehr in Gläsern, sondern wieder ausschließlich im traditionellen Steinkrug ausgeschenkt. "Wer noch einen Glaskrug will, kann ihn billig im Klosterladen kaufen." Christian Weghofer, seit fünf Monaten Chef der Klostergastronomie auf dem Kreuzberg und dem Engelberg, will die Glasgefäße jetzt loswerden.

Eingeführt hat die seine Vorgängerin Angelika Somaruga Ende 2018.  Zum einen sollte der Gast sehen, wie viel er im Krug hat, zum anderen sollte das lange Anstehen bei der Rückgabe am Ausschank-Schalter entfallen. Denn das sonst übliche Pfand wurde für den Glaskrug nicht verlangt. Das sorgte bei den doch sehr traditionsbewussten Kreuzberg-Besuchern für reichlich Aufregung. Allerdings konnte, wer es denn wollte, sein Bier wie eh und je aus dem Steinkrug genießen - nachdem er Pfand dafür hinterlegt hatte.

Zum Problem entwickelten sich die pfandfreien Glaskrüge. Während zu reinen Pfand-Zeiten die Krüge an den Ausschank zurückgebracht wurden, blieb ihre gläserne Variante nun meist samt dem restlichen Geschirr einfach auf den Tischen stehen. Einen guten Eindruck auf die folgenden Gäste machte das nicht. Und für das Personal bedeutete das eine erhebliche Mehrarbeit. Das allerdings war nicht das größte Problem.

Begehrtes Erinnerungsstück

Die Krüge mit dem Emblem des Klosters entwickelten sich sehr schnell zum begehrten Erinnerungsstück an den Besuch auf dem Kreuzberg und verschwanden in großen Mengen. Am meisten ärgerten den neuen Kreuzberg-Geschäftsführer Weghofer aber die zahllosen Krüge, die kilometerweit rund um den heiligen Berg der Franken herumlagen. Auf dem Gipfel, vor der Kirche und neben den verschiedensten Wanderwegen: Überall fanden sich weggeworfene Krüge - im günstigeren Fall sind sie dabei nicht zersprungen. Ein für Weghofer untragbarer Zustand, der auch immer wieder massiv von Kreuzbergbesuchern moniert wurde.

Der 928 Meter hohe Kreuzberg ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Unterfranken und wird pro Jahr von deutlich über einer halben Million Menschen besucht. Viele kehren dabei in der Klosterschänke ein, wo es das würzige Bier gibt. Etwa 8500 Hektoliter werden pro Jahr in der Klosterbrauerei gebraut, ein Drittel davon wird in der Klosterschänke verkauft.

30 000 Euro Schaden

Neben dem Umweltaspekt erklärt der 53-jährige Gastronom die Abkehr vom Glaskrug auch mit dem Wunsch der Bevölkerung, die sich nie mit dem Glaskrug habe anfreunden können. Aber auch mit der Wirtschaftlichkeit. Den Schaden durch Glaskrugverlust beziffert er auf 30 000 Euro. Künftig, so Weghofer, können die Steinkrüge im Laden für fünf Euro erworben werden, was dem Krugpfand entspricht. Eingeführt wurden die Glaskrüge seinerzeit auch, um einer EU-Vorschrift gerecht zu werden, wonach der Gast die Möglichkeit haben müsse, die Füllmenge zu überprüfen. Das sei natürlich im Tonkrug viel schwieriger als im Glaskrug. Für Weghofer ist aber auch klar, dass Tonkrüge nicht verboten sind.

Der Gast müsse lediglich die Möglichkeit haben nachzuprüfen, ob genügend eingeschenkt wurde. "Wir werden eine entsprechende Vorrichtung vorhalten, damit den EU-Vorgaben Rechnung getragen wird", sicherte er zu. Allerdings meinte er: "Eigentlich müssten wir das Lineal reinhalten, denn wir schenken immer zu viel aus."

In der Vergangenheit stand auch die Pfandrückgabe immer wieder in der Kritik, weil der Gast sich dafür noch einmal - oft auch länger - am Schalter anstellen musste. Dem möchte Weghofer entgegenwirken, indem künftig mehr Schalter geöffnet sind. Die Entscheidung zurück zum Tonkrug hat Weghofer schon zu Beginn seiner Dienstzeit gefällt. Doch es brauchte etwas Vorlauf, um die Umstellung zu vollziehen. 4000  neue Krüge mit dem bekannten Logo "Glauben und Genießen" mussten bestellt werden, 2000 Maßkrüge und 2000 Halbliterkrüge. Weitere sind schon in Auftrag gegeben. Ab Februar wird nun aber nicht nur auf die Bierkrüge Pfand erhoben, sondern auch auf Flaschen und Gläser. Teller und Besteck aus dem Gastronomiebereich bleiben pfandfrei. Weghofer hofft, dass die Gäste, wenn sie ihre Krüge zurückbringen, auch ihr Geschirr abräumen, so wie das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Marion Eckert und Thomas Pfeueffer

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