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Bad Kissingen
Kommunalpolitik

Kreistag Bad Kissingen: In der aktuellen Corona-Krise wenig tagen

Das Kreistagsgremium war bei der Sitzung am Montag nahezu komplett. Außerhalb der Tagesordnung ging es freilich auch ums Thema Corona.
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Der Anbau des Landratsamts aus dem Jahr 1982 (links in Gelb) soll generalsaniert werden.  Foto: Isolde Krapf
Der Anbau des Landratsamts aus dem Jahr 1982 (links in Gelb) soll generalsaniert werden. Foto: Isolde Krapf

Die Ausschussmitglieder hatten im Sitzungssaal im derzeit vorgeschriebenen Abstand Platz genommen. Lange sei überlegt worden, ob der Kreisausschuss am 23. März noch tagen soll, sagte Landrat Thomas Bold. Schließlich habe man die Ansicht vertreten, dass das Gremium aus informationstechnischen Gründen noch einmal zusammenkommen sollte, "bevor wir uns vielleicht intensiver in der Krisenbewältigung befinden".

Am Freitag hatte Bold mit den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag und seinen Stellvertretern im Amt in einer Telefonkonferenz zusammengesessen. "In der Krise, in der wir uns befinden, wird nur noch der Kreisausschuss tagen", brachte Bold aus dieser Zusammenkunft mit. Zudem könne er bei wichtigen Dingen die Fraktionsvorsitzenden und stellvertretenden Landräte jederzeit in einer Schaltkonferenz unterrichten.

Künftig kaum noch Sitzungen

Die Regierung von Unterfranken habe dies auch den Gemeinden in einem Rundschreiben empfohlen: gelegentlich einen Ausschuss mit wenigen Personen einzuberufen, um die wichtigsten Angelegenheiten zu besprechen. Ansonsten sollen keine Sitzungen mehr stattfinden.

Verschiedene Vorhaben sollten am Montag noch auf den Weg gebracht werden. So nahmen die Kreisausschussmitglieder beispielsweise die Genehmigungsplanung für das frühere Telekomgebäude noch einmal in den Blick, um den Bauantrag für ein Gebäude des Landratsamts an die Stadt Bad Kissingen schicken zu können. Zudem wurden bezüglich der Sanierung des Landratsamtsnebengebäudes (Bauteil B) verschiedene Varianten durchgespielt, damit im Folgenden die Entwurfsplanung entsprechend ausgearbeitet werden kann.

Zu Beginn der Sitzung hatte Bold die Anwesenden gebeten, sich kurz zu fassen, um die Zusammenkunft aus gegebenem Anlass kurz zu halten. Ohne Diskussion konnten die Themen jedoch nicht einfach abgehakt werden. Später sprach Bold über die jüngsten Corona-Fallzahlen: Es gab am Montag 27 bestätigte Fälle, eine Person wurde aus der Quarantäne entlassen. Vier der 26 Personen liegen im Krankenhaus. Derzeit befinden sich 185 Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

Aus den Risikogebieten

"Wir haben im Landkreis keinen Hotspot, die Personen verteilen sich über die gesamte Region", so Bold weiter. Es handle sich vorwiegend um Personen, die sich in Risikogebieten aufgehalten hätten. Es gebe im Landkreis keine Fälle in Seniorenheimen. "Dort haben wir schon sehr bald Besuchsbeschränkungen auferlegt."

Auch die Rehakliniken hätten ihre Patienten verlegt, die Hotels und Bildungseinrichtungen ihre Gäste verabschiedet. Bold ließ keinen Zweifel daran, dass das Thema Corona den Dienstbetrieb der Behörde täglich im Griff hat. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FÜGK) wurde, wie in ganz Bayern, auch im Landratsamt Bad Kissingen einberufen. Sie arbeitete zunächst im Drei-Schichtbetrieb, inzwischen rund um die Uhr, so Bold weiter. 20 Personen sitzen zudem im Landratsamt am Bürgertelefon und versuchen, den Anfragen aus der Bevölkerung gerecht zu werden. Auch innerhalb der Sachgebiete arbeite man in Gruppen, erklärte Bold. Wenn eine Gruppe ausfalle, gebe es immer noch eine andere, die einspringt. "Denn wir müssen auch künftig arbeitsfähig sein."

Isolde Krapf

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