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Kreistag

Kreis Bad Kissingen: Jürgen Englert neuer Stellvertreter des Landrates

Obwohl die Grünen CSU-Kreisrätin Brigitte Meyerdierks vorschlagen, behält die SPD den Posten des stellvertretenden Landrats.
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Gruppenbild mit Dame: Pressesprecherin Lena Pfister fotografiert die neue Führungsriege. Landrat Thomas Bold (3. von links) wir für den Rest der Amtszeit durch (von links) Emil Müller (CSU), Jürgen Englert (SPD) und Monika Horcher (Grüne) vertreten. Foto: Ralf Ruppert
Gruppenbild mit Dame: Pressesprecherin Lena Pfister fotografiert die neue Führungsriege. Landrat Thomas Bold (3. von links) wir für den Rest der Amtszeit durch (von links) Emil Müller (CSU), Jürgen Englert (SPD) und Monika Horcher (Grüne) vertreten. Foto: Ralf Ruppert
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Bereits drei Kreisräte sind in der aktuellen Amtsperiode gestorben: Walter Müller und Wolfgang Back von der CSU, im September Alfred Schrenk von der SPD. Während es bei Müller und Back ausschließlich darum ging, wer von der Liste nachrückt, musste für den stellvertretenden Landrat Schrenk zusätzlich ein Nachfolger gewählt werden. Schrenk war der erste Landratsstellvertreter der SPD überhaupt, fraktionsübergreifend waren damit 2014 seine Verdienste als Kreisrat und Bürgermeister gewürdigt worden. Außerdem vertrat er als einziger Stellvertreter den Altlandkreis Bad Brückenau. Es war also spannend, wie sich die Fraktionen positionieren. Am Ende war der überwältigenden Mehrheit der Burgfriede in den letzten 16 Monaten der Amtszeit wichtiger als Regional-Proporz und Fraktions-Vorteil.

Römmelt winkt ab

"Es hat dazu Gespräche gegeben", berichtete Landrat Thomas Bold (CSU). SPD-Fraktionschef Wolfgang Görner schlug kurz und knapp seinen Fraktionskollegen Jürgen Englert vor, ohne Begründung. Andere aus der SPD-Fraktion hatten vorher schon abgewinkt: "Zu alt, ich werde heuer 63", sagte etwa Robert Römmelt, der als Riedenberger den Wildfleckener Schrenk bestens hätte ersetzen können. Jürgen Englert (64) dagegen stammt aus Elfershausen.

"Wir werden das mit großer Mehrheit mittragen", signalisierte die CSU-Fraktion Zustimmung. Bei 28 CSU-Kreisräten plus Landrat und elf SPD-Kreisräten wäre die Sache also klar gewesen. Allerdings schossen die Grünen quer: "Wenn wir für die verbleibenden 16 Monate noch einen Stellvertreter brauchen, sollte es jemand aus dem Raum Bad Brückenau/Wildflecken sein", sagte Johannes Wegner und schlug die Bad Brückenauer Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) vor. Die freute sich über die Wertschätzung, kandidierte aber nicht. Gleichzeitig kündigte sie aber auch an, Englert nicht zu wählen: "Zieh' nach Motten oder Oberleichtersbach, dann wähle ich dich", sagte Meyerdierks.

Die PWG, die ausschließlich Kreisräte aus dem Altlandkreis Bad Brückenau hat, hielt sich zurück: "Wir wollen keine Kampfabstimmung über dem Grab von Alfred Schrenk", sagte Roland Limpert, und: "Wir wollen nicht, dass diese Frage die gute Zusammenarbeit in den vergangenen viereinhalb Jahren überlagert."

Sechs Kreisräte fehlten

Also stimmten am Ende Meyerdierks, ödp-Kreisrat Norbert Schmähling und die fünf Grünen gegen Englert, darunter auch Englerts Gemeinderatskollege Volker Partsch. Sechs Kreisräte fehlten, blieben 48 Stimmen für Englert. Damit ist er in der Geschichte des Bad Kissinger Kreistags nach Schrenk erst der zweite Landratsstellvertreter der SPD. Selbst Sabine Dittmar scheiterte 2008.

"Ich bin stolz auf das Top-Ergerbnis", sagte Englert. Froh könne er wegen der Trauer um Schrenk nicht sein. "So ist das in der Demokratie", kommentierte der 2. Bürgermeister von Elfershausen die Abstimmung, und: "Ich möchte mit allen Fraktionen zusammen arbeiten." Er wolle auch Termine im gesamten Landkreis übernehmen, und: 2020 will der 64-Jährige erneut für den Kreistag und den Gemeinderat Elfershausen antreten.

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