Bad Kissingen
Lokalpolitik

Kein klares Signal für neue Stadtratsliste in Bad Kissingen

Ein bunter Themenmix bestimmte das erste Treffen des Initiativkreises Zukunft Bad Kissingen. Wie geht es nun weiter?
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Der Initiativkreis Zukunft Bad Kissingen formierte sich in der Vinothek KissVino. Foto: Wolfgang Dünnebier
Der Initiativkreis Zukunft Bad Kissingen formierte sich in der Vinothek KissVino. Foto: Wolfgang Dünnebier

Auf großes Echo stößt der vom Management der Heiligenfeld GmbH ins Leben gerufene Initiativkreis Zukunft Bad Kissingenzur Gründung einer neuen Stadtratsliste. Rund 60 Interessierte folgten einer Einladung der Geschäftsführer Michael Lang und Stephan Greb sowie Birgit Winzek in die Vinothek KissVino. Lang rief die Anwesenden dazu auf, sich selbst und die Themen vorzustellen, die ihnen kommunalpolitisch auf den Nägeln brennen. Im Publikum waren aber nicht nur Kritiker der Stadtverwaltung. Es gab auch reine Beobachter der anderen Parteien sowie Stimmen, die zu einem versöhnlicheren Umgang mahnten.

22 wollen weiter mitarbeiten

22 der Versammelten bekundeten hinterher mit einer Unterschrift Interesse an einer weiteren Mitwirkung im Initiativkreis. Weiter in Richtung Vereinsgründung soll es beim kommenden Treffen am 25. Juli, um 18,15 Uhr, gehen. "Bis dahin machen wir uns über das weitere Vorgehen Gedanken", kündigte Lang an. Er äußerte sich nach der Versammlung zufrieden über den knapp zweistündigen Austausch. Die Zahl der anwesenden, aktiven Heiligenfeld-Mitarbeiter bezifferte er auf Nachfrage dieser Redaktion auf fünf. Nicht anwesend sein können hätten rund zehn zusätzliche Interessenten aus dem Umfeld der Heiligenfeld-Kliniken. Aber: "Wir wollen keine reine Heiligenfeld-Liste sein", stellte Lang klar. Entsprechend weit gestreut waren die Diskussionbeiträge bei dem Treffen.

Unter Moderation von Lang, Winzek und Greb am Podium trugen die überwiegend älteren Gesprächsteilnehmer ihre Gründe für ein mögliches politisches Engagement vor. Dabei ging es zwar auch um den Umgang der Stadtverwaltung mit den Heiligenfeldern in SachenWald für die Seele und den Verzögerungen beim Umbau des Preußischen Hofeszum Altenheim. Doch die Wortmeldungen reichten von Leerständen über mangelnde Innovationsbereitschaft in der Verwaltung bis zu Verzögerungen bei Bauprojekten, wie dem Garitzer Kreisel, dem Hotel Steigenberger oder dem Fürstenhof. Auch das Warten auf die Toiletten am Salinenparkplatz, Interesse an der Erweiterung des Wanderwegenetzes oder dem Frust etwa bei der Genehmigung eines privaten Wintergartens kamen auf den Tisch. "Es geht nichts voran", meinte ein Redner, "viele Projekte sind eingeschlafen oder platt gemacht worden." Auch Freya Lippold Eggen, AfD-Landtagskandidatin 2018, prangerte die Stadtpolitik an, verweigerte es aber, sich anders als die anderen Gesprächsteilnehmer namentlich vorzustellen. An die zentralen Wünsche des Initiativkreises knüpften die Anwesenden kaum an: Michael Lang nannte unter anderem die Einrichtung eines Zukunftsbüros, einer Gemeinwohl-Bilanz und die Positionierung als Transition Town, um dem gesellschaftlichen Wandel auch durch die Digitaliserung gerecht zu werden. Allerdings sprangen manche aus der Runde für die Stadtverwaltung in die Bresche. Auch klang vereinzelt die Haltung durch, dass man sich nicht nicht für die Heiligenfelder instrumentalisieren lassen wolle. "Sitzfleisch ist in der Verwaltung schon vorhanden, aber Sie können nicht alles der Stadt zuschieben", wertete eine Frau den Verlauf der Aussprache. Sogar von erpresserischem Stil war im Rahmen der Plakataktion der Heiligenfelder die Rede. Die stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende Felicitas Ganzleben warnte davor, die unterschiedlichen Entscheidungsebenen von Stadt, Land, Bund und Privatleuten einfach zu vermischen: "Jeder schiebt jedem den Schwarzen Peter zu, da müssen wir genau hinschauen".

Gefordert wurde auch ein Schritt zurück zu einer sachlichen Auseinandersetzung zwischen Heiligenfeldern und Stadt. Manches hätten die Beteiligten einfach unter sich klären sollen. "Sagen Sie der Stadt einfach, wo das Geld herkommen soll", kam als Anregung zur Gewinnung neuer Spielräume. Birgit Wikstrom stellte sich als Mediatorin bei Schulprojekten vor. Hilfreich wäre es für das Ansehen der Stadt, anstelle von abschreckenden Anschuldigungen Zukunftsvisionen zu plakatieren.

Bekenntnis zum Standort

"Ohne die Plakate würden wir hier nicht sitzen", wandte Birgit Winzek ein. "Der Ton, dass wir es leid sind, ist abgeschlossen", sagte Michael Lang. Auch werde man an der Zahl der Arbeitsplätze in der Stadt nicht rütteln, versicherte Stephan Greb . Jetzt wollen die Initiatoren nach vorne blicken. Jeder solle sich bis zum nächsten Treffen überlegen, ob er mit dem Initiativkreis auch für den Stadtrat kandidieren würde.Wolfgang Dünnebier

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