Bad Kissingen
Bildung

Jugendsozialarbeit auch fürs BBZ in Münnerstadt

Aufgrund eines Ministerratsbeschlusses fallen jetzt die Mindestanforderungen weg. Das Angebot kann jetzt auch von Berufsfachschulen und Wirtschaftsschulen genutzt werden.
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Jugendsozialarbeit an Schulen: Dabei nehmen die Fachkräfte unter anderem auch Versagens- und Schulängste in den Fokus oder setzen sich mit anderen Problemen der Schüler auseinander.  Symbolbild: Jupiterimages
Jugendsozialarbeit an Schulen: Dabei nehmen die Fachkräfte unter anderem auch Versagens- und Schulängste in den Fokus oder setzen sich mit anderen Problemen der Schüler auseinander. Symbolbild: Jupiterimages

Auch am Berufsbildungszentrum (BBZ) in Münnerstadt wird jetzt bald Jugendsozialarbeit (JaS) eingeführt, hieß es im jüngsten Jugendhilfe-Ausschuss. Denn gemäß eines Ministerratsbeschlusses vom September 2018 soll das bisherige Angebot an JaS nun ausgebaut werden. Bislang gab es bestimmte Kriterien, die Grund-, Mittel- und Realschulen erfüllen mussten (Mindestanteil an Schülern mit Migrationshintergrund). Diese fallen künftig weg. Zudem gilt das JaS-Angebot jetzt auch für Berufsfachschulen (besonders der Kinderpädagogik) und Wirtschaftsschulen.

Vor drei Jahren noch aussichtslos

Bereits 2015 hatten die Münnerstädter beim Jugendamt Bedarf für Jugendsozialarbeit für die drei Berufsfachschulen Kinderpflege, Sozialpflege sowie Ernährung und Versorgung angemeldet, erläuterte Jugendamtsleiter Siegbert Goll. Damals war das Ansinnen aussichtslos gewesen. Zwei Jahre später ließ die Schulleitung dann aber eine Bedarfsfeststellung für JaS am eigenen Haus durchführen, weil das Jugendamt die Gesamtsituation der JaS im Landkreis Bad Kissingen evaluieren wollte.

Anonymisierte Erhebung

Die Dokumentation hatte einen anhaltend hohen Bedarf für Jugendsozialarbeit am BBZ ergeben, weil es entsprechende Problemstellungen in den Klassen und daraus resultierenden Förderbedarf für die Schülerinnen und Schüler gab, so Goll weiter. Die Münnerstädter Schule erhebt anonymisiert seit Jahren, mittel der Lehrkräfte, die psychosoziale Verfassung und das Sozialverhalten ihrer Schüler, hieß es im Ausschuss.

Die Erhebung mache deutlich, dass immer mehr Jugendliche mit den unterschiedlichsten Problemlagen ans BBZ kommen und als "sozial benachteiligt" im Sinne der Jugendsozialarbeit beschrieben werden können, so Goll. Hier setzt die Jugendsozialarbeit an: Fachkräfte sollen sozial benachteiligte junge Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und fördern. Dadurch sollen deren Chancen auf Teilhabe und eine eigenverantwortliche sowie gemeinschaftsfähige Lebensgestaltung verbessert werden.

Anfang 2019 wurde nun der Bedarf am BBZ neu ermittelt. Dabei ergab sich ein Bedarf in elf Klassen mit rund 250 Schülern. Die Schüler kommen je zur Hälfte aus den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld, weshalb man nun, bezüglich der Kosten, im Gespräch mit dem Nachbar-Landkreis ist. Das Kolping Bildungszentrum Schweinfurt hat sich als bewährter Partner der Jugendhilfe im Landkreis zur Übernahme der Trägerschaft der JaS an den Berufsfachschulen in Münnerstadt erklärt.

Goll sieht für das BBZ einen Bedarf von 0,7 Stellenanteil JaS als notwendig an. Die Ausschussmitglieder gingen mit, es gab keine Gegenstimme.

Zusätzlich sprach sich der Ministerrat übrigens auch für die Einführung von Schulsozialpädagogik (SSP) an Schulen aus. Zeitgleich wurde allerdings bereits eine Auflistung der Stammschulen veröffentlicht, für die SSP zunächst eingeführt wird. Schulen aus dem Landkreis Bad Kissingen seien allerdings nicht dabei, sagte Goll. Er sieht daher aktuell keine Möglichkeit, Schulsozialpädagogik hier zu etablieren. Die neuen Pädagogen sollen die Schulfamilie,laut Definition, insbesondere bei der Präventionsarbeit, Persönlichkeitsentwicklung und Wertebildung unterstützen. Isolde Krapf

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