Pfaffenhausen
Kreisgruppe

Jäger fordern Klarheit im Umgang mit dem Wolf

Kreisgruppe des BJV freut sich über steigendes Interesse am Jagdschein.
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Die BJV-Kreisgruppe Hammelburg ehrte treue Mitglieder. Vorsitzender Daniel Lohfink (vierter von links) gratulierte. Foto: Manfred Orthober
Die BJV-Kreisgruppe Hammelburg ehrte treue Mitglieder. Vorsitzender Daniel Lohfink (vierter von links) gratulierte. Foto: Manfred Orthober

Reibungslos ging die mit 60 Jägerinnen und Jägern sehr gut besuchte Jahresversammlung der Kreisgruppe Hammelburg des Bayerischen Jagdverbands (BJV) in Pfaffenhausen über die Bühne. Alle Posten sind besetzt, der Verein ist liquide und engagiert sich auch neben der Jagd, wie Vorsitzender Daniel Lohfink berichtete.

Zum Vereinsleben gehörten der Betrieb des Tontaubenstandes im Liebenthal, ein Jungjägerkurs zum "Grünen Abitur", Hundekurs, Jägerausflug nach Ramsthal mit Weinbergwanderung, zwei Schießkinobesuche in Schweinfurt, Betrieb eines Stands auf dem Hammelburger Weihnachtsmarkt und "Fuchswoche".

Die Obleute berichteten aus ihren Ressorts durchweg Positives. So erwähnte Andreas Heilmann, dass zwei weitere brauchbare Hunde im Raum Hammelburg zur Verfügung stehen und auch 2020 wieder ein Gehorsams- und Brauchbarkeitskurs angeboten werden soll. Ausdrücklich bedankte er sich bei den Bayerischen Staatsforsten für die Bereitstellung eines Top-Ausbildungsrevieres.

Ausbildungsleiter Martin Huppmann verwies auf den außergewöhnlich erfolgreichen Jungjägerkurs 2018 und den auch wieder gut besetzten Kurs 2019, bei dem er sich die Koordination mit Julia Briemer teilt.

Über die 13 Personen starke Bläsergruppe berichtete Achim Reinhard. Sie übte fleißig für ihre 14 Auftritte zu erfreulichen und auch weniger erfreulichen Anlässen. Interessierte Mitbläser werden immer noch gesucht, spezielle Vorkenntnisse sind dabei nicht nötig. Infos unter www.Jagd-Hammelburg.de.

Rudi Dees, Manfred Hartmann und Rainer Fella wurden für ihre 25-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt. Wolfgang Schaub und Irmgard Heinrich erhielten die Auszeichnung für 40-jährige Mitgliedschaft. Besondere Anerkennung verdient die 60-jährige Vereinszugehörigkeit von Willi Wiesend (Elfershausen).

Feierliche Neuaufnahmen

Die Bläsergruppe bot musikalisch einen würdigen Rahmen - auch beim Jägerschlag der Jungjäger. Alter Tradition entsprechend wurden dabei sechs Absolventen des letztjährigen Jagdkurses vom Zweiten Vorsitzenden Helmut Keller durch einen Schulterschlag mit einem Hirschfänger in die Reihen der Jäger aufgenommen. Es sei erfreulich, wie in den letzten Jahren die Anzahl der jungen Jagdscheinaspiranten, darunter auch immer mehr Frauen, steigt.

Alfons Hausmann, Leiter der Polizeiinspektion Hammelburg, sorgte mit seinem Vortrag zu Wildunfällen und Wolf für Diskussionsstoff. Hausmann verwies auf die steigende Anzahl von Wildunfällen im Altlandkreis und verdeutlichte die räumlichen Schwerpunkte. Im vergangenen Jahr seien 276 Wildunfälle angezeigt worden - die Dunkelziffer müsse jedoch als hoch erachtet werden; davon ein hoher Anteil Rehe. Die Anzahl der Schwarzwildunfälle sei über die Jahre annähernd konstant geblieben. Die herkömmlichen Maßnahmen, wie z. B. Reflektoren, die das Wild davon abhalten sollen, die Straße zu überqueren, erzielten nur kurzfristig Wirkung. Zu schnell gewöhne sich das Wild an die Lichtreflexionen. Eine mögliche Alternative stelle ein neues System dar, das sich in der Testphase befinde. Mittels Sensoren werden dabei Signale ausgelöst, sobald sich ein Stück Wild der Straße nähert. Diese Signale sollen die Verkehrsteilnehmer warnen. Das System würde aktuell überarbeitet, da die Sensoren noch zu störanfällig und auch teuer seien. Den Erfolg könne man erst nach Abschluss der Testphase beurteilen. Ausdrücklich lobten die Jäger die gute Zusammenarbeit mit der Polizei bei Wildunfällen. Zum Wolf meinte Hausmann, dass er bereits in der Region vorkomme oder zumindest vor der Tür stehe. In erster Linie sei die Polizei Ansprechpartner für Vorkommnisse. Die lebhafte Diskussion zeigte, dass nach wie vor Verunsicherung besteht, weil keine einheitlichen Informationen und Gesetzesgrundlagen bzw. Urteile zum Umgang mit dem Wolf vorlägen und Handlungsbedarf bestünde.

Voll ist der Terminkalender für das laufende Jagdjahr. Neben zwei Schießkinoterminen, den samstäglichen Übungsschießen im Liebenthal, dem Hegegemeinschaftsschießen und der Hubertusjagd mit Hubertusmesse am 16. November soll 2020 möglichst wieder eine Fahrt zur "Jagd und Hund" in Dortmund organisiert werden. Nähere Informationen gibt es bei Schriftführer, Manfred Orthober. Der bringt auch Muster der für 2020 geplanten neuen Satzung in Umlauf und bittet um Mitarbeit. Revierinhaber, deren Nachsuchenvereinbarungen abgelaufen sind, und noch nicht teilnehmende Revierinhaber bittet er um Kontaktaufnahme. Abschließend bedankt sich Daniel Lohfink für die musikalische Umrahmung der Versammlung durch die Bläser. MO

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