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Bad Kissingen
Geburtstag

Im Innern immer noch Pfarrer

Am Sonntag wird Thomas Keßler, der Generalvikar des Bistums Würzburg, 60 Jahre alt.
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Generalvikar Thomas Keßler feiert am Sonntag seinen 60. Geburtstag.  Foto: Markus Hauck/ POW
Generalvikar Thomas Keßler feiert am Sonntag seinen 60. Geburtstag. Foto: Markus Hauck/ POW
Dass er seinen 60. Geburtstag am Sonntag, 9. August, als Generalvikar des Bistums Würzburg begehen wird, hätte Thomas Keßler vor einem Jahr nicht gedacht. "Ich hatte mal den blitzartigen Gedanken: Ob du mit 60 noch in Bad Kissingen bist? Schließlich war ich vor meinem 50. Geburtstag dorthin gewechselt. Dann habe ich die Idee eines Wechsels aber schnell verworfen. Es war noch so viel im Gange." Gott hatte für Keßler offensichtlich andere Pläne. "Und Bad Kissingen lebt auch noch", sagt der Generalvikar schmunzelnd.
Bischof Friedhelm Hofmann hatte Keßler, damals Dekan des Dekanats Bad Kissingen sowie Pfarrer und Leiter der Pfarreiengemeinschaft "Jesus - Quelle des Lebens, Bad Kissingen", im Januar 2015 zum neuen Generalvikar der Diözese Würzburg ernannt, nachdem Karl Hillenbrand im November 2014 überraschend gestorben war. "Der Wechsel war für mich hart, weil er so schnell kam. Ich musste viel zurücklassen: Kontakte, die nicht so einfach weitergepflegt werden können, und auch die Arbeit in der Pfarreiengemeinschaft." Ohne lieblos sein zu wollen könne er heute sagen, das sei für ihn abgeschlossen. "Ich gehe heute gut gelaunt ins Bischöfliche Ordinariat."
Als Seelsorger kann Keßler auf vielfältige Erfahrungen zurückblicken. Nach der Priesterweihe 1984 war er als Kaplan in Kleinwallstadt, in Mainaschaff für Stockstadt und von 1985 bis 1987 in Bad Kissingen eingesetzt. "Als junger Kaplan hat man ja zunächst noch seine Spezialfelder, vor allem die Jugendarbeit. Über die Jahre sind dann die Räume größer geworden - in jeglicher Hinsicht." Das sei aber kein Drama, betont er. So manches, das er vor Ort aufgebaut habe, sei auch wieder zusammengebrochen. "Aber so einige Leute aus dieser Zeit engagieren sich heute in Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung. Das möchte ich wertschätzen."
Ab 1987 wirkte Keßler als Pfarrer im Landkreis Bamberg. 1994 zusätzlich in Ebern.
2004 folgte der Wechsel nach Bad Kissingen, wo Keßler 2005 zum Dekan gewählt wurde. 2009 wurde er auch Pfarrer der Pfarrei Hausen mit Filiale Kleinbrach und Leiter der Pfarreiengemeinschaft "Jesus - Quelle des Lebens, Bad Kissin gen".
"Rückblickend kann ich sagen: Es ist ganz wichtig, dass ich vor meiner jetzigen Aufgabe auch die andere Seite kennen gelernt habe. Ich bringe als Flashback immer noch den Pfarrer mit. Deswegen lautet eine meiner Standardfragen: Wo ist der Bedarf draußen?"
Dem Rhöner, so sagt der gebürtige Bad Neustädter, werde allgemein nachgesagt, bodenständig und wie die Landschaft ein wenig rau zu sein. "Umgekehrt hält er dafür auch mal einen Sturm aus."
Seine zwei Haflinger und das Kutschenfahren hat er als Hobby behalten. Im Urlaub geht es diesmal mit der Kutsche durch die Eifel. "Ich plane schon mit Wanderkarten die Strecke."