Westheim bei Bad Kissingen

Hydraulik hebt den Umsatz

Die Schmitter Hydraulik GmbH wächst auf deutlich über 20 Millionen Euro. Dabei war vor Jahren noch die Branche in Aufruhr, weil man befürchtete, dass Elektromotoren die Hydraulik verdrängen.
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Die Geschäftsführer Matthias Richter und Andreas Meder im riesigen Teilelager von Schmitter Hydraulik in Westheim. Fotos: Wolfgang Dünnebier
Die Geschäftsführer Matthias Richter und Andreas Meder im riesigen Teilelager von Schmitter Hydraulik in Westheim. Fotos: Wolfgang Dünnebier
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Zig maschinelle Helferlein revolutionieren das Schaffen auf Baustellen, in der Landwirtschaft und der Industrie. Mit Hydraulik geht vieles schneller. Wenn beim Baggern, Stapeln oder Ernten Verschraubungen lecken oder Schläuche platzen, droht teurer Stillstand. Im Hintergrund schlägt dann die Stunde der Schmitter Hydraulik GmbH im Hammelburger Stadtteil Westheim.
Gezielte Griffe ins dortige Hochregallager führen mit großer Wahrscheinlichkeit zu den rettenden Ersatzteilen. Die Nachfrage wächst weiter. Vor Jahren war die Branche in Aufruhr, weil man befürchtete, dass Elektromotoren die Hydraulik verdrängen. Davon ist nach Unternehmensangaben nichts zu spüren. Wo richtig Kraft gebraucht wird, gibt es für die etablierte Technik so schnell keine Alternative.


Riesiges Teilelager

Das Teilelager ist riesig. Auf insgesamt zwei Regalkilometern lagert alles, was der Hydraulik Kraft einflößt: Von der wenige Cent teuren Dichtung über den Nippel bis zum Schlauch und zur etliche tausend Euro teuren Hydraulikschlauchpresse. Fluidtechnische Komponenten sind dies alles im Fachjargon.
"Wir sind der Puffer zwischen Hersteller und Endkunden", erklärt Geschäftsführer Andreas Meder das Geschäftsmodell. Auch Erstausrüster greifen gerne auf die Auswahl im Saaletal zurück.
Schier erschlagend ist die Materialfülle in der 2500 Quadratmeter großen Halle zwischen den Regalen. Auf 50 000 schätzt Meder die Zahl der Produkte. Unzählig scheint die Menge der Teile. Es sind wohl über eine Million. Damit spiele man in der Liga der größten zehn Mitbewerber, schätzt Meder. Denn das Unternehmen fertigt auch Schlauchleitungen und auf Kundenwunsch auch individuelle Schlauchsätze.
Seit dem Umzug aus Arnstein nach Westheim ab 2012 stehen die Zeichen bei der Schmitter GmbH nach Auskunft der Verantwortlichen noch deutlicher auf Wachstum. Die Zahl der Beschäftigten stieg auf knapp 100 und der Umsatz wird nach Auskunft vom Geschäftsführer Matthias Richter heuer deutlich über 20 Millionen Euro liegen. Damit hat er sich seit 15 Jahren verdoppelt.
Dabei hatte die damalige Hydrauliksparte der Schmitter Group AG, der die Schmitter Hydraulik bis 2007 angehörte, Anfang des Jahrhunderts schwer zu kämpfen. Als das Mutterunternehmen die Hydraulik schließlich (heute Schmitter-Group) verkaufen will, erkennen die damaligen Geschäftsführer Hans-Dieter Böhmer und Johannes Ludwig Richter die Chancen für eine eigenständige Weiterführung des Betriebes. 2014 haben beide an die nächste Generation übergeben.
In den aktuellen Geschäftszahlen zum 70-jährigen Bestehen der Firma schlagen sich die gute Verfassung der Wirtschaft und das verstärkte Engagement der Schmitter GmbH im Außendienst nieder. Rund ein Dutzend Repräsentanten sind in ganz Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien, Holland, England und der Schweiz unterwegs, um neue Kunden zu gewinnen. Eingekauft wird in ganz Europa.


Vertrieb über das Internet wächst

Auf mittlerweile 25 Prozent ist der Anteil des Online-Handels gewachsen. "Die Beratung ist ganz wichtig für die Kundenbindung", weiß Meder. In dem neuen Verwaltungsgebäude werden auch der Internetauftritt gepflegt und die Kataloge entworfen. In einem Schulungsraum bietet die Schmitter GmbH Seminare an, bei denen Abnehmer lernen, die angebotenen Teile zu montieren.
"Wir wollen weiter wachsen", verdeutlicht Mathias Richter. Auf dem Firmengelände ist noch Platz für eventuelle Anbauten.
Den Expansionskurs sollen Stände auch auf der Agritechnica in Hannover und der bauma in München beflügeln. Eine Sorge der Verantwortlichen: Jetzt habe man alle Stellen für Großhandelskaufleute und Lageristen besetzen können. Doch in naher Zukunft ist man auf der Suche, um die gesteckten Wachstumsziele zu erreichen.
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