Bad Kissingen
Konflikt

Grundsätzliches Nein zum Verkauf von städtischem Wald

Das Votum im Bad Kissinger Finanzausschuss fiel einstimmig aus.
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Kein Verkauf von städtischem Wald, einen Grundsatzbeschluss mit diesem Kerngedanken fasste der städtische Finanzausschuss am Mittwoch. Hintergrund ist der Streit zwischen Stadt und Stiftung Bewusstseinswissenschaften rund um den Wald für die Seele. Da hat Joachim Galuska der Stadt ein Kaufangebot über 300 000 Euro für das Areal unterbreitet. Siegfried Farkas
Kein Verkauf von städtischem Wald, einen Grundsatzbeschluss mit diesem Kerngedanken fasste der städtische Finanzausschuss am Mittwoch. Hintergrund ist der Streit zwischen Stadt und Stiftung Bewusstseinswissenschaften rund um den Wald für die Seele. Da hat Joachim Galuska der Stadt ein Kaufangebot über 300 000 Euro für das Areal unterbreitet. Siegfried Farkas

Der Finanzausschuss hat am Mittwoch erwartungsgemäß einen Grundsatzbeschluss gegen den Verkauf städtischer Waldflächen gefasst. Das Votum fiel einstimmig aus. Eine Weile hätte der unbefangene Betrachter meinen können, die gewünschte Grundsatzentscheidung habe überhaupt nichts mit dem Streit zwischen Oberbürgermeister Kay Blankenburg und Joachim Galuska über den Wald für die Seele und Galuskas Kaufangebot zu tun.

Da betonte Zweiter Bürgermeister Anton Schick als Sitzungsleiter die allgemeine und grundsätzliche Bedeutung des Anliegens und erläuterten Fachleute des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) den großen grundsätzlichen Wert des Waldes in öffentlicher Hand.

Jahrzehnte ohne ausgekommen

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Erst Stadtrat Wolfgang Lutz (CSU), der Galuskas Kaufangebot konkret ansprach, und Klaus Werner (Bürger für Umwelt, Grüne, ÖDP) mit dem Hinweis, dass die Stadt Jahrzehnte ohne einen solchen Grundsatzbeschluss zurecht gekommen sei, stellten den Bezug zum aktuellen Anlass der Diskussion her.

Lutz hatte sich als "totaler Gegner" des Verkaufs von Wald bezeichnet und erklärt, dass Galuska aus seiner Sicht "ein ganz großes Schnäppchen" machen würde, wenn er der Stadt das Areal des Walds für die Seele zum angebotenen Preis von 300 000 Euro abkaufen könnte. "Zwei Euro für den Quadratmeter und fünf Euro für das Holz, das drauf steht", könne man schon rechnen, meinte er.

Wert liegt höher

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Die Stadt hat in ihrer Bilanz den Wert ihrer 1680 Hektar Wald mit 40,56 Millionen Euro stehen. Die 2,40 Euro pro Quadratmeter, die sich rechnerisch als Durchschnitt ergeben, "sind sehr vorsichtig bewertet", wie Schick sagte. Klaus Klingert, der Leiter des AELF, bestätigte das.

Zuvor hatte Klingert den Kissinger Stadtwald und den Umstand, dass er in kommunaler Hand ist, in höchsten Tönen gelobt. Die Flächen hätten große Bedeutung für Naherholung und Kurbetrieb, sie seien forstwirtschaftlich gut durchorganisiert und brächten jährlich einen Reingewinn von 80 000 Euro.

Fachleute erläutern Nachteile

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Durch Verkauf an Private gehe die für die öffentliche Hand geltende Verpflichtung zu vorbildlicher Bewirtschaftung des Waldes verloren. Die Anforderungen an die Qualität der Bewirtschaftung würden drastisch sinken. Ein heikles Thema sei auch die Jagd.

Durch Privatisierung könne es zur jagdlichen Befriedung von Teilbereichen des Waldes kommen. Die Ausübung der Jagd sei aber für die Forstwirtschaft sehr wichtig. Wenn eine Stadt wie Bad Kissingen anfange, größere Stücke Wald zu verkaufen, wäre das nach Klingerts Worten zudem "ein Präzedenzfall", zumindest für Unterfranken.

So einen Präzedenzfall will die Stadt ohnehin nicht schaffen. "Es gibt überhaupt keine Notwendigkeit, über einen Verkauf nachzudenken", erklärte Zweiter Bürgermeister Anton Schick: "Der Wald ist unser Tafelsilber." Er sei schon für den Status Bad Kissingens als Ort der Gesundheit und Erholung unverzichtbar.

Probleme bei Formulierung

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Bei der Formulierung des Beschlusses taten sich die Räte, Schick und die Verwaltung zunächst trotzdem schwer. Erst nach mehreren Anläufen entschied der Ausschuss einstimmig, dass es in Zukunft mit Ausnahme von Arrondierungen grundsätzlich keinen Verkauf von städtischen Waldflächen geben soll.

Ein deutliches Signal an Joachim Galuska. Auch wenn der Beschluss ganz allgemein formuliert war. Ohne irgendeinen Bezug zum Wald für die Seele, für den es, wie Vertreter der Stadt am Rande der Ausschusssitzung betonten, keinen Pachtvertrag mit der Stiftung Bewusstseinswissenschaften gibt, sondern nur eine Nutzungsvereinbarung. far

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