Bad Kissingen
Kurzone

Fronius: Stadt Bad Kissingen billigt die Umnutzung

Der Bauausschuss hat dem Vorhaben einer ungarischen Investment-Gruppe für ein Hotel und Wohnungen zugestimmt. Das Schwimmbadgebäude soll aufgestockt werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Bauausschuss beschäftigte sich mit den Plänen einer ungarischen Investment-Gruppe für das einstige Fronius-Areal.  Fotos: Siegfried Farkas
Der Bauausschuss beschäftigte sich mit den Plänen einer ungarischen Investment-Gruppe für das einstige Fronius-Areal. Fotos: Siegfried Farkas

Im Februar des Jahres 2017 hatte die Klinisches Sanatorium Fronius GmbH Insolvenz anmelden müssen. Für den Kurbetrieb in den Häusern Bismarckstraße 52 bis 60 hatte sich jedoch in der Folge kein Interessent mehr gefunden. Die Immobilien unterlagen der Insolvenz nicht und wurden von der Familie Fronius im Herbst 2017 an die Firma Reaset Invest Kft. (Budapest) verkauft. Unklar war zunächst jedoch, was die ungarische Investment-Gruppe mit den Gebäuden an der einstigen Prachtmeile der Kur anfangen würde. Inzwischen gibt es ein Konzept, das jetzt im Bauausschuss besprochen wurde.

Auf dem früheren Fronius-Anwesen befinden sich nämlich mehrere Häuser, darunter die Klinik und ein altes Schwimmbad, sowie die historische Alte Villa, die in der Denkmalliste der Stadt als "zweigeschossiger Satteldachbau in Hanglage, mit bossiertem Sockelgeschoss und Erkern, in Formen des Jugendstils, von Leonhard Ritter (1912/13)" geführt wird.

Zarengattin kurte hier

In einer der beiden auf dem Areal befindlichen historischen Villen soll übrigens im Juni 1882 Katharina Dolgorukaja, die zweite Gemahlin des russischen Zaren Alexander II., mit ihren Kindern gekurt haben, wie die Bad Kissingerin Hilla Schütze vor kurzem ans Tageslicht förderte. Aber auch in der Fronius-Ära gab es auf dem Gelände bereits ein Hotel.

Hochwertig sollen die Gäste offensichtlich auch künftig auf dem Areal in der Bismarckstraße untergebracht sein, wenn es nach den Plänen der ungarischen Investment-Gruppe geht, die zum Beispiel in der Alten Villa und im früheren Sanatorium ein Hotel mit 100 Zimmern einrichten will.

Zudem sind, wie zu hören war, im Haus Belvedere und in einem weiteren Gebäude an der Stelle des alten Schwimmbads erstklassige Eigentumswohnungen geplant. Eine Wohnnutzung ist jedoch laut der städtischen Satzung zum Sondergebiet Kur, die im Bereich Bismarckstraße gilt, nur beschränkt vorgesehen, hieß es im Bauausschuss.

Für Oberbürgermeister Kay Blankenburg sind die Pläne der Ungarn, wie er sagte, ein gutes Beispiel dafür, dass die vom Stadtrat "mit viel Schweiß verabschiedete Satzung zum Sondergebiet Kur nun Früchte trägt". Der diesbezüglich rechtskräftige Bebauungsplan regelt nämlich auf solchen Flächen die Art der Nutzung, die Bauweise, die Anzahl der Stellplätze und Garagen sowie das Aussehen der Grünanlagen.

Zwei Geschosse aufstocken

Eine Wohnnutzung ist laut städtischer Satzung nur auf 25 Prozent der Geschossfläche zulässig. Weil die geplante Fläche für eine Dauerwohnnutzung von den Planern mit 1754 Quadratmetern (das entspricht 24 Prozent der Geschossfläche) angegeben wird, hielten die Bauausschussmitglieder dies für "ausnahmsweise zulässig".

Um den Charakter eines Kurgebiets zu wahren, müssen die übrigen 75 Prozent der Geschossfläche jedoch auch regelmäßig genutzt werden und dürfen nicht leer stehen, hieß es im Ausschuss weiter. Im Klartext: Gewohnt werden darf dort erst, wenn das Hotel bereits eröffnet ist. Zudem gibt es künftig die Auflage, dass die Grundstücke von Hotel- und Wohnbereich per Grundbuch vereint werden müssen.

Dann richteten die Ausschussmitglieder ihr Augenmerk auf die unterschiedlich überbauten Flächen und auf die geplante Aufstockung des Schwimmbadgebäudes um zwei Geschosse. Man befand aber, dass sich das Gebäude bezüglich der Baumasse in die nähere Umgebung einfügen werde.

Mehr Parkplätze als gefordert

Positiv vermerkte man, dass die Erschließung des Anwesens gesichert ist. Dann ging es um die Zahl der oberirdischen Stellplätze. Zwar soll hinter dem Hotelkompex ein Parkhaus für die Gäste gebaut werden. Die Planer haben aber zusätzlich 17 oberirdische Stellplätze eingezeichnet. Die Stadt hält jedoch 13 solcher Parkmöglichkeiten für ausreichend. Der Bauausschuss stimmte dem Vorhaben schließlich einstimmig zu. Isolde Krapf

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren