Gemünden am Main
Aufführungen

Finale mit fröhlicher Geisterstunde

In der vergangenen Woche endeten die 29. Scherenburgfestspiele in Gemünden, und kurz nach Mitternacht verkündete der Festspielverein einen neuen Besucherrekord.
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Die Führung der Scherenburgfestspiele: Intendant Peter Cahn, Festspielvereinsvorsitzender Hans Michelbach und Geschäftsführerin Julia Kiefer.
Die Führung der Scherenburgfestspiele: Intendant Peter Cahn, Festspielvereinsvorsitzender Hans Michelbach und Geschäftsführerin Julia Kiefer.

Glückliche Improvisation ist ein Grund für den Erfolg der Scherenburgfestspiele. Kaum war gegen 23 Uhr nach der letzten Vorstellung der Spielzeit der Schlussapplaus verklungen, wurde die Bühne binnen Minuten in einen Speisesaal verwandelt: ein Galadiner in Weiß zur Abschlussfeier der 29. Spielzeit. Einen weiteren Grund zum Feiern verkündete der Vorsitzende des Festspielvereins, Hans Michelbach, kurz nach Mitternacht: einen Besucherrekord.

24 875 Gäste, so viele wie noch nie in einer Saison, saßen bei insgesamt 53 Vorstellungen auf den roten Rängen der Tribüne mit ihren 585 Sitzplätzen. Bezogen auf die Einwohnerzahl Gemündens wäre es so, als hätte jeder Gemündener mindestens zweimal eine Vorstellung besucht, rechnete Intendant Peter Cahn vor. Die Schlagerrevue "Und es war Sommer" zählte 17 Vorstellungen, die "Pension Schöller" (oder auch Schönner) 14, und das Familienstück "Jim Knopf und die Wilde 13" mit einer Zusatzvorstellung 22.

Insgesamt 60 Mitwirkende

Die Zuschauer kennen nur die Schauspieler, doch insgesamt werden die Festspiele von rund 60 meist ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen, angefangen vom Festspielbüro bis zum Fahrdienst für gehbehinderte Besucher. Die Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen, die von sich als Festspielfamilie sprechen, hatte Geschäftsführerin Julia Kiefer aufgerufen, zur Abschlussfeier in Weiß zu erscheinen; Hans Michelbach trug sogar weiße Handschuhe. Für alle war auf der Bühne eine weiße Tafel mit weißen Stühlen, Kerzen und Lampions aufgebaut. Ein Catering-Service bot Speisen und Getränke.

Michelbach nannte seine Festspiele eines der besucherstärksten Freilichtereignisse in Franken. Zum Vorhaben des Festspiels, die Bühne hinter die Burgmauer zu verlegen und in den Hang dahinter eine feste Spielstätte zu bauen, die dann unter anderem den Schauspielern ordentliche Garderoben (bislang unter der Zuschauertribüne) und Duschen bieten kann, sagte er: "Den Bau 2020 fertigzustellen, werde man nicht schaffen, aber man wolle wenigstens beginnen. Er hoffe, die Baugenehmigung bis zum Dezember dieses Jahres zu erhalten". Peter Cahn (Intendant des Landestheaters Dinkelsbühl und der Scherenburg-Festspiele) betonte das hohe Niveau. "Das kann ich künstlerisch vertreten. Das war nicht immer so." Die Herausforderung sei, möglichst professionelles Theater zu bieten. Cahn zeichnete für die Regie von "Und es war Sommer" verantwortlich, Gastregisseur Reiyk Bergemann für die "Pension Schöller" und Geschäftsführerin Julia Kiefer für "Jim Knopf und die Wilde 13".

Für die 30. Saison kündigte Kiefer an, "Emil und die Detektive" als Familienstück auf die Bühne bringen zu wollen. Für die zwei Abendstücke sei die Auswahl noch nicht getroffen. Die kurzen Ansprachen mündeten in viel Dank an alle. So machte Michelbach Kiefer und Cahn "zur Mutter und zum Vater des Erfolgs", schloss in das Lob Bianca Ditterich und ihr Team im Festspielbüro ein und lud alle zu einem Ausflug nach Berlin ein. Sodann ging er an die Verleihung der "Goldenen Fledermaus", einer Ehrung für die Schauspieler der Festspiele.

Die Preisträger: Julia Bader (als Briefträger und Goldener Drache der Weisheit), Lukas Ceming (Halbdrache Nepomuk und Pirat), Lena Müller (Kellnerin Hanna) und Florian Biemüller als Gustav-Rudolph/Guru. Einen Sonderpreis bekam Dieter Schelbert für Mäh- und Maurerarbeiten und stellvertretend für alle, die das Freilichttheater unterstützen. Michael Fillies

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