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Wolf

Feuer gegen Ausbreitung der Wölfe: Bürger sind besorgt

Der Bauernverband hat die Tierhalter kurzfristig zur Beteiligung an einer europaweiten Aktion aufgerufen.
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An diversen Orten entzündeten Tierhalter Feuer, um auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Foto: Günther Voll
An diversen Orten entzündeten Tierhalter Feuer, um auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Foto: Günther Voll

An acht Standorten in der bayerischen und hessischen Rhön entzündeten Weidetierhalter Mahnfeuer zum Thema Wolf. Der Bayerische Bauernverband (BBV) Bad Kissingen mit Sitz in Oberthulba hatte mit dem Ende der Trockenheit kurzfristig zur Teilnahme an der europaweiten Aktion aufgerufen. In Aura, Diebach, Neuwirtshaus, Schönderling, Eckarts, Wüstensachsen, Stangenroth und Nüdlingen loderten mit einsetzender Dunkelheit Feuer, um auf Konflikte zwischen Wolf und Weidetierhaltung hinzuweisen. Nach Angaben von Kreisgeschäftsführer Georg Scheuring schwankte die Zahl der Teilnehmer an den Feuerstellen zwischen zehn und 30.

Konfliktpotential besteht: Bürger wegen Wolf besorgt

Nach dem Fotobeweis eines starken Wolfs in einer Wildkamera bei Wildflecken vergangene Woche diskutierten die Tierhalter das Konfliktpotenzial für die Tierhaltung heiß, schreibt der BBV in einer Pressemitteilung. Noch seien keine Risse bei Nutztieren zu verzeichnen, aber für einige der Tierhalter sei klar: Wenn der Wolf in die Weiden eindringt, werde die Weidewirtschaft beendet. Denn für eine Entschädigung muss zum einen der Wolfsriss durch Genanalyse nachgewiesen werden, und zum anderen wird auch nur der Marktwert eines Tieres entschädigt, nicht aber der Zuchtwert und schon gar nicht der emotionale Wert, den ein Tier für den Halter haben kann. "Wir wollen doch kein Wolfsfutter züchten", erklärt einer der Teilnehmer an der Mahnfeueraktion.

"Eine Tierart, die 150 Jahre nicht mehr bei uns heimisch war, darf sich in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft ausbreiten, wofür dann der Preis eines Rückgangs einer Vielzahl von Arten zu zahlen ist. Das kann es doch auch nicht sein", zitiert der BBV einen anderen Teilnehmer. Schließlich seien gerade die Pflanzengesellschaften auf den extensivsten Flächen auf die Schafbeweidung angewiesen. Würde diese aufgegeben, würde die Landschaft zunächst verbuschen und dann zuwachsen. Die Rhön als Land der offenen Ferne sehen die Tierhalter massiv gefährdet und appellieren an die Politik, den ihrer Ansicht nach viel zu hohen Schutzstatus des Wolfs auf europäischer Ebene zurückzufahren.

Im 18. und 19. Jahrhundert habe der Wolf noch Respekt vor dem Menschen gehabt. Durch Abschüsse wurde der Wolf vergrämt, er wusste: Der Mensch ist gefährlich, ich meide seine Nähe und die seiner Haustiere. Dieses Prinzip sei beim Schutzstatus heute nicht zu halten, so dass dieses intelligente Tier schnell lerne, dass der Mensch keine Gefahr darstelle. Dies sei mittel- und längerfristig die wirkliche Gefahr, so der BBV. dübi

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