Hammelburg
Trinkwasser

Ein Prosit auf die Wasser-Allianz

Es läuft was in der interkommunalen Zusammenarbeit: Hammelburg, Elfershausen und Fuchsstadt teilen sich künftig einen Betriebsleiter in einem lebenswichtigen Bereich.
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Die Technik zur Einhaltung der Wasserqualität ist komplex.  Foto: Wolfgang Dünnebier
Die Technik zur Einhaltung der Wasserqualität ist komplex. Foto: Wolfgang Dünnebier
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Sauberes Trinkwasser ist ein hohes Gut. Und so werden die Vorschriften zur Qualitätssicherung immer strenger. Kleine Kommunen bekommen bei der strategischen Planung und Überwachung ihrer Versorgunganlagen ein Problem.

Trinkwasserallianzen sind daher das Gebot der Stunde. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten jetzt die Bürgermeister von Hammelburg, Elfershausen und Fuchsstadt. Demnach wacht Matthias Feiler als Technischer Betriebsleiter der Stadtwerke Hammelburg künftig auch über die Einhaltung von Standards in den beiden Nachbargemeinden. Auch in die Planung der dortigen Versorgungsanlagen wird er eingebunden.

"Es ist der ureigenste Gedanke der Interkommunalen Allianz, das nicht jeder sein Süppchen kocht", freute sich Bürgermeister Armin Warmuth (Hammelburg) anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Mit seinen Amtskollegen Karl-Heinz Kickuth (Elfershausen) und Peter Hart (Fuchsstadt) ist er sich einig darüber, dass die Herausforderungen rund ums Trinkwasser nicht weniger werden. Trotz erheblicher Investitionen in der vergangenen Jahren müssten teils noch über 50 Jahre alte Wasserrohre erneuert werden.

Dazu braucht es eine strategische Planung: "Die Einstellung eines eigenen Betriebsleiters ist für uns wirtschaftlich nicht mehr darstellbar", räumte Kickuth angesichts ablaufender Übergangsfristen ein. Seit zwei Jahren habe man die jetzige Vertragsunterzeichnung vorbereitet, so Peter Hart. Handlungsbedarf habe auch bestanden, weil die beiden bisherigen Wasserwarte der kleineren Allianzpartner in absehbarer Zeit in den Ruhestand geben. An ihrer zuverlässigen Arbeit habe nie Zweifel bestanden.

"Im operativen Geschäft ändert sich nichts", erläuterte Anja Binder, die Geschäftsführerin der Stadtwerke. Arbeiten an den Rohrleitungen führen die beteiligten Gemeinden weiter selbst durch und sie sind auch für die Finanzierung verantwortlich. Aber Matthias Feiler kontrolliert und dokumentiert alles, was im technischen Regelwerk für Wasserversorger verlangt wird.

Auslöser für eine Verschärfung der Anforderungen an den Betrieb von Wasserversorgungsanlagen sind auch Vorfälle, wie sie anderenorts für Schlagzeilen gesorgt haben. Stichwort Legionellen: "Wenn im Wasser Verkeimungen drin sind, hört der Spaß auf", warnt Matthias Feiler. Langsam wachse bei den Gesundheitsämtern das Bewusstsein. Gefordert seien jetzt unter anderem Notfallpläne, falls doch einmal etwas vorkommt. Klar machten die Verantwortlichen allerdings auch, dass sich Verbraucher auf höhere Anforderungen einstellen müssen. Problematisch nennt Feiler in diesem Zusammenhang Probleme mit den Anschlüssen leerstehender Häuser in den Altorten. Kommt es anderswo im Netz zu einem Wasserrohrbruch, könne es passieren, dass von brach liegenden Anschlüssen belastetes Wasser zurück in das Leitungsnetz gesaugt wird.

Gartenwasser bereitet Kummer

Als "riesiges Spannungsfeld" hat Armin Warmuth auch die Zukunft des Gartenwassers ausgemacht. Bei nur zeitweise genutzten Anschlüssen in Kleingartenanlagen besteht hier ein ähnliches Problem. Vorbeugen könne man mit Rücklauf-Verhinderern. Doch je nach Umfeld kämen hier bisweilen hohe Kosten auf die Abnehmer zu. "Bisher war das Trinkwasser einfach da, da hat sich keiner groß darum gekümmert", sagte Warmuth. Künftig drohen den kommunalen Wasserversorgern Schadensersatzansprüche. Und zwar dann, wenn sie nicht ausreichende Vorsorge nachweisen können. Das gilt dann als Organisationsversagen, und es kann richtig teuer werden.

Künftig wacht Matthias Feiler über die Wasserversorgung von gut 16 000 Menschen, mit elf Trinkwasserbrunnen für 11 200 Verbraucher in Hammelburg und je einem Brunnen für 3000 Menschen in Elfershausen und 2000 in Fuchsstadt. Wegen seiner Nitratbelastung wird ein weiterer Brunnen in Fuchsstadt nur als Notbrunnen geführt. Feiler hat 1986 seine Gesellenprüfung bei den Stadtwerken gemacht, sich dann 1990/91 in Rosenheim zum Wassermeister und 2008 bis 2010 zum Netzmeister Gas- und Wasserrohr weitergebildet. Seit 2012 ist er technischer Betriebsleiter für die Gas- und Wasserversorgung der Stadtwerke Hammelburg GmbH. Wolfgang Dünnebier

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