Bad Kissingen
Abrissantrag

Eigentümer meldet sich zu Wort

Die Diskussion um den Abrissantrag der Heiligenfeld GmbH für den Preußischen Hof und das Haus daneben geht weiter.
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Die Debatte um den beantragten Abriss der Gebäude Bismarckstraße 32 (Mitte) und 30 (rechts daneben) geht weiter. Jetzt haben sich die Eigentümer öffentlich zu Wort gemeldet.  Foto: Siegfried Farkas
Die Debatte um den beantragten Abriss der Gebäude Bismarckstraße 32 (Mitte) und 30 (rechts daneben) geht weiter. Jetzt haben sich die Eigentümer öffentlich zu Wort gemeldet. Foto: Siegfried Farkas

Im Streit um das Nein des Denkmalschutzes zum beantragten Abriss des Preußischen Hofs haben sich die Eigentümer von der Unternehmensgruppe Heiligenfeld zu Wort gemeldet. Gesellschafter und Unternehmensgründer Fritz Lang wendet sich in einem Schreiben gegen die Vorhaltung des Landesamts für Denkmalpflege, die Heiligenfelder hätten den Preußischen Hof und das Nachbargebäude "sehenden Auges" erworben, was den Denkmalschutz angeht. Um Einzeldenkmäler handelt es sich bei den beiden Häusern Bismarckstraße 32 und 30, um die es konkret geht, zwar nicht. Es besteht aber Ensembleschutz.

Lang beschreibt in der Stellungnahme die bereits bei den Vorbesitzern langwierigen Versuche, den Preußischen Hof einer wirtschaftlichen Nutzung zuzuführen. Die fast fünf Jahre dauernden Kaufverhandlungen seien unter anderem wegen "der Herausforderungen des Ensembleschutzes" extrem schwierig gewesen. Ein Grund für die Dauer, so Lang, waren zudem die örtlichen Gegebenheiten. Eine städtebauliche Entwicklung an der Stelle sei ohne das Nachbarhaus Bismarckstraße 30 nicht denkbar gewesen. Die Verhandlungen zum Kauf dieses Anwesens hätten aber über vier Jahre in Anspruch genommen.

Hat ein früheres Konzept genügt?

Parallel habe er in jener Zeit mit der Stadtplanung im Rathaus sowie einem Kissinger Architekten "ein erstes Konzept für die Grundstücke Bismarckstraße 32 und 30 erstellt. Dieses Konzept habe, schreibt Lang, "den Vorstellungen des Stadtplaners im Zusammenhang mit dem Ensembleschutz entsprochen". Einen konkreten Bauantrag habe er damals allerdings noch nicht stellen können, weil die Bismarckstraße 30 dem Unternehmen da noch nicht gehörte.

"Sowohl vom Stadtplaner" als auch von weiteren im Denkmalschutz bewanderten Architekten sowie vom Landrat habe das Unternehmen während der Planung die Rückmeldung erhalten, "dass trotz Ensembleschutz der Abriss und das Erstellen eines neuen Gebäudes denkbar wäre". Und zwar dann, wenn Gefahr für Bewohner abgewendet werden müsse und ein städteplanerischer Entwurf verwirklicht werde, "der die bisherige Gestaltung als Ensemble fortführt".

Abriss und Neubau seien dem Unternehmen "unbedingt notwendig" erschienen, weil unter anderem aufsteigende Feuchtigkeit und Schimmel im Keller und Untergeschoss "gefahrlosen Umbau und Nutzung insbesondere im Gesundheitswesen nicht zulassen können". Hier zieht Lang auch einen Vergleich zum genehmigten Abriss für ein Projekt in der Weidgasse.

In der Auseinandersetzung um den Abrissantrag hat Lang nach eigenem Bekunden auch an den Leiter des Landesamts für Denkmalpflege, Generalkonservator Mathias Pfeil geschrieben. Der habe geantwortet, schreibt Lang, "dass er zwar grundsätzlich einem Abriss nicht zustimmen" könne. Pfeil habe aber zum Ausdruck gebracht, die Stadt Bad Kissingen könne, so zitiert Lang, "auch andere Belange in ihre Entscheidung einbeziehen". Einen dieser möglichen Belange habe in den früheren Gesprächen die Stadtplanung vertreten. Die Stadt habe allerdings auf Pfeils Antwort bei der jüngsten Debatte im zum Thema im Bauausschuss keinen Bezug genommen. Dabei habe die Antwort doch, meint Lang, einen Ausweg aufgezeigt.

Nein war sehr deutlich

Wie berichtet, hatte die Bauverwaltung in der besagten Ausschusssitzung das sehr deutliche Nein der Denkmalpflege gegen einen Komplettabriss der in den Ensembleschutz im Kurviertel einbezogenen Bauten wiedergegeben. Der Schutz betreffe allerdings nicht das Innere der Gebäude, hieß es dabei ausdrücklich. Formal würde es demnach genügen, die Fassaden stehen zu lassen und dahinter neu zu bauen. Die rückwärtigen jüngeren Anbauten sind nicht geschützt. Gegen deren Abriss hat die Denkmalpflege auch keine Einwände erhoben. Am Ende der städtischen Stellungnahme im Ausschuss hieß es, man werde den Antragsteller, der aber ohnehin als Beobachter die Diskussion verfolgt hatte, fragen, ob er angesichts der Argumente der Denkmalpflege am Antrag festhalte, die Gebäude komplett abzureißen. In seiner jetzigen Stellungnahme antwortet Lang darauf nicht ausdrücklich. Er schreibt aber, er sei "gern" zu Gesprächen mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Stadt bereit. Der Unternehmensgruppe sei "nicht eine schnelle, sondern eine fundierte, transparente und kooperative Entscheidung wichtig". Auch wenn das noch einige Zeit in Anspruch nehme. far

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