Ramsthal
Kommunalwahl

Drei Bürgermeisterkandidaten in Ramsthal

Die Kommunalwahl in Ramsthal verspricht besondere Spannung - Die Gründung einer dritten Liste ist in Vorbereitung
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Daniel Lohfink will Bürgermeister werden.  Foto: Wolfgang Dünnebier
Daniel Lohfink will Bürgermeister werden. Foto: Wolfgang Dünnebier

Er habe lange überlegt und will nun doch als Bürgermeisterkandidat antreten, sagt Daniel Lohfink. In Kürze werde er mit seinen Unterstützern die Ramsthaler Liste gründen. Sprecher sind Jan Gawlik und Kaid Kojah. Die öffentliche Nominierung soll dann im Lauf des Dezembers folgen, so Jan Gawlik bei einem gemeinsamen Pressegespräch.

Ziel sei es, bei der Nominierungsversammlung möglichst 24 Bewerber für die zwölf Gemeinderatssitze aufzustellen. Mit Amtsinhaber Alfred Gündling (CSU) und Rainer Morper (Aktiver Bürgerblock/Interessengemeinschaft) gibt es nun drei Kandidaten. "Wir sind die Außenseiter", bewertet Gawlik den Umstand, dass die anderen beiden Mitbewerber um das Bürgermeisteramt schon länger in der Kommunalpolitik aktiv sind. Aber es würden in der Gemeinde viele Themen angesprochen, und gleichzeitig wenige zu Ende geführt. Außerdem werde zu viel hinter verschlossenen Türen behandelt. "Wir stehen für Transparenz und wollen Kante zeigen", sagt Lohfink. Es zeichne sich ab, dass bis zu sechs Gemeinderäte nicht mehr antreten. Dies lasse Unzufriedenheit mit der Arbeit dort erkennen.

Die Kandidatur des 41-jährigen hat eine Vorgeschichte. Lohfink hatte 2008 den CSU-Ortsverband gegründet und wollte mit Unterstützung der Partei 2020 eigentlich Bürgermeister werden. Doch als sich dieses Jahr bei einer Parteiversammlung laut Lohfink mangels Mobilisierung der eigenen Unterstützer an jenem Abend keine klare Mehrheit für ihn abzeichnete, verließ er den Saal. Außerdem war die anschließende Wahl wegen formaler Fehler ungültig. Die CSU hat inzwischen erneut Amtsinhaber Alfred Gündling nominiert. Vor kurzem ist Lohfink aus der CSU ausgetreten.

Jan Gawlik hält der Partei die Treue. Er war stellvertretender Ortsvorsitzender, will sich aber in der CSU künftig nur noch auf Kreisebene engagieren. Vor Ort unterstützt der FC-Vorsitzende Daniel Lohfink. Sowohl Lohfink als auch Gawlik sprechen sich für einen Wahlkampf mit Niveau aus. "Wir sagen, was wir denken, damit machen wir uns natürlich angreifbar", sagt Gawlik. Aber bei zu vielen Projekten in der Gemeinde gebe es Stillstand oder es mangele an der öffentlichen Diskussion. Etwa um den Kindergarten, wo Lohfink die Darlegung von Planungsalternativen und eine Informationsveranstaltung vermisst.

Schon länger habe man auch nichts mehr zur Vorbereitung der 900-Jahr-Feier 2022 gehört. Wichtig sei es, auf politischer Ebene entschlossen zu diskutieren, ohne damit das Zusammenleben im Dorf zu beeinträchtigen. Sollte er zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt werden, will sich Bauunternehmer Lohfink um keine Aufträge der Gemeinde bewerben. Müsse etwas schnell erledigt werden, schließt er aber ein Einspringen nicht aus.

Lohfink ist Kreisvorsitzender des Bayerischen Jagdverbands und gehört dem Naturschutz- und Jagdbeirat des Landkreises Bad Kissingen an. Außerdem ist er Mitglied in vielen Ramsthaler Vereinen.

Drei Kandidaten gleichzeitig haben sich in Ramsthal schon länger nicht mehr um das Bürgermeisteramt beworben. Zuletzt war das 1990 der Fall, als Franz Büttner, Alfred Neder und Egon Lohfink, der Vater von Daniel Lohfink, gegeneinander antraten. Büttner hatte das Amt danach 24 Jahre inne. Wolfgang Dünnebier

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