Brendlorenzen an der Saale
Versorgung

Die Strommasten bei Brendlorenzen stehen wieder

Der Bautrupp des Überlandwerks Rhön stellt nach dem Traktorunfall die neuen Masten in Brendlorenzen auf. Warum die neuen Masten nicht mehr aus Beton, sondern aus Stahl sind.
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Nachdem ein Traktor drei Beton-Strommasten in Brendlorenzen zu Fall gebracht hatte, wurden sie jetzt vom ÜWR-Bautrupp durch Metallmasten ersetzt. Foto:  Hubert Herbert
Nachdem ein Traktor drei Beton-Strommasten in Brendlorenzen zu Fall gebracht hatte, wurden sie jetzt vom ÜWR-Bautrupp durch Metallmasten ersetzt. Foto: Hubert Herbert

Als am Dienstag, kurz nach 8 Uhr, in Winds-hausen, Leutershausen sowie in Teilen von Brendlorenzen und Hohenroth für etwa eine Viertelstunde das Licht ausging, da war daran ein Traktorfahrer Schuld. Er war auf seinem Feld frontal gegen einen Beton-Strommasten gefahren, hatte diesen dadurch zum Einsturz gebracht und zwei weitere per Dominoeffekt noch dazu. Die waren durch die plötzlichen Zugkräfte ebenfalls umgerissen worden.

"Das kommt gar nicht mal so selten vor, dass ein Trekker bei Feldarbeiten an einem Strommasten hängenbleibt", erklärt Volker Reichert. Der Mann ist der Leiter des Bautrupps des Überlandwerks Rhön und hat mit seinen Leuten dafür gesorgt, dass die so rabiat gekappte 20-KV-Leitung zwischen der Straße "Am Aspen" und der B 279 schnell wieder hergestellt wurde.

Beton wenig flexibel

Das Problem in diesem Fall war, dass die umgekippten Masten aus Beton waren, erklärt Reichert. Mit deren Flexibilität sei es nämlich schlecht bestellt. Betonmasten gäben bei größeren Erschütterungen kaum nach, sondern stürzten ziemlich schnell um. Das erklärt auch den Dominoeffekt, der gleich zwei weitere Masten zum Einsturz brachte. Bei Holzmasten, wie sie früher aufgestellt wurden und mancherorts noch stehen, sei diese Gefahr nicht so hoch. Die sind flexibler. "Wenn da mal ein Pflug dran hängen bleibt, ist das nicht gleich ganz so schlimm", weiß Reichert.

Aber Betonmasten sind inzwischen nicht mehr aktueller Stand der Technik, so der Bautrupp-Leiter. Deshalb wurden die umgestürzten Träger der Stromleitungen durch Masten aus Metall ersetzt. Die seien wieder flexibler als die aus Stahlbeton, so Reichert. "Und sie haben einen weiteren Vorteil, sie müssen nicht einbetoniert werden", schildert er die Arbeitsweise.

Integrierte Aufstiegshilfen

Bei den 15 bis 16 Meter hohen Betonmasten für die 20-KV-Leitung waren dafür immerhin zwei Kubikmeter Beton pro Mast nötig, bei höheren Masten für entsprechend stärkere Leitungen sogar deutlich mehr. Die neuen Metallpfosten dagegen werden nur eingegraben und verkeilt. Deutlich weniger Arbeit also. Ein zusätzliches, so genanntes Druckeisen sorgt außerdem dafür, dass die Masten Winddruck gut verkraften. Auf diese neuen Masten kommt man außerdem wieder besser hinauf. Sie haben integrierte Aufstiegshilfen. Bei der Betonvariante waren entweder Leitern oder eine Hubbühne nötig, um an die Leiterseile oder deren Aufhängung zu kommen. Bei Holzmasten geht das mit Steigeisen.

Verkehr angehalten

Bereits am Mittwochabend standen schon wieder alle Strommasten. Auch der vierte, der direkt neben der B 279 positioniert war und aus Sicherheitsgründen zusätzlich umgelegt werden musste. Für die Beseitigung der Leiterseile, die dann quer über der Bundesstraße lagen und am Masten auf der anderen Seite der Straße gekappt werden mussten, war es nötig, den Verkehr auf der Bundesstraße zeitweise anzuhalten. Das war auch notwendig, um die neuen Leiterseile wieder auf die Masten zu ziehen. Normalerweise werden die an den alten Seilen befestigt, erklärt Reichert, und dann daran von Mast zu Mast hochgezogen. Das ging in diesem Fall natürlich nicht. Deswegen waren beim Errichten der neuen Masten dünne Stahlseile mitangebracht, an denen die neuen Seile nach oben in ihre Führungen gezogen werden. Insgesamt drei sind es bei der beschädigten Stromtrasse.

Dass die Menschen in den betroffenen Orten am Dienstag nur für eine Viertelstunde ohne Strom waren, liegt daran, dass das Stromnetz in der Regel so ausgelegt ist, dass beim Ausfall einer Zuleitung für einen Ort die Versorgung über einen anderen Leitungsweg möglich ist, so Reichert. Sollte der dann blöderweise aus irgendeinem Grund auch noch ausfallen, dann wird es allerdings eng. Passiert ist das beim Überlandwerk Rhön allerdings noch nicht, sagen Reichert und seine Mitarbeiter. "Länger als acht Stunden war beim ÜWR der Strom noch nie weg." Ein bisschen Stolz schwingt bei diesem Satz schon mit. Hubert Herbert

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